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Roland erstrahlt in neuem Glanz

Perleberg Roland erstrahlt in neuem Glanz

Regelmäßig kommt Diplom-Restaurator Manfred Sährig nach Perleberg, um den Roland zu pflegen und auf Vordermann zu bringen. In dieser Woche war es wieder an der Zeit, sich um die über 471 Jahre alte Symbolfigur mit ihrem großen geschichtlichen Hintergrund zu kümmern. Für Sährig ist der Perleberger Roland etwas ganz besonderes.

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Der Roland wird gepflegt und gehegt vom Diplom-Restaurator Manfred Sährig und seinem Gehilfen Caspar Burkhardt.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Perleberg. In dieser Woche begann die turnusmäßige Durchsicht der Rolandfigur auf dem Perleberger Marktplatz. Eingehüllt vom Sockel bis zum Kopf steht er da und wird auf Herz und Nieren geprüft. Das Institut für Denkmalpflege untersuchte bereits zu DDR-Zeit das Einzeldenkmal mehrfach, konnte aber dem Substanzverlust durch Umwelteinflüsse nicht entgegenwirken. Erst im Jahr 1991 fand eine Grundsanierung durch Berliner Restauratoren unter der Leitung des Diplom-Restaurators Manfred Sährig statt.

„Der Sockel war damals stark beschädigt. So beschlossen wir nach einer gründlichen Reinigung der stark angegriffenen und verrußten Oberfläche eine Metallabdeckung auf dem Sockel anzubringen, um das Eindringen von Regenwasser zu unterbinden“, sagt der Restaurator. Seitdem kommt Manfred Sährig alle drei bis vier Jahre nach Perleberg, um den Roland eine gründliche Pflege unterlaufen zu lassen. „Ich bin schon das siebte Mal zur Durchsicht des Rolands in Perleberg und finde es gut, dass die Stadt den Pflegerhythmus so konsequent einhält“, führt Sährig fort. „Nur so können gravierende Schäden bereits im Vorfeld vermieden werden und die Sanierung kennt kein Ende, sie geht immer weiter.“

Schäden nicht mit bloßem Auge zu sehen

Mit verschiedenen Verfahren und Techniken wird innerhalb einer Woche die Symbolfigur wieder auf Vordermann gebracht. Zunächst wurden Schmutzpartikel mit Heißdampf, Drahtbürste, Spachtel und Pinsel entfernt, erst dann kommen Schäden zum Vorschein, die daraufhin beseitigt werden sollten. Da der Roland aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt wurde, hat er besonders viele Schwachstellen, wo schnell größere Schäden entstehen können.

Der Roland symbolisiert Stärke und Eigenständigkeit

Der Roland symbolisiert Stärke und Eigenständigkeit.

Quelle: Bernd Atzenroth

„Witterung, UV-Strahlung und weitere Umwelteinflüsse wirken Jahr für Jahr auf das Material des Rolands ein. Das ist teilweise gar nicht mit bloßem Auge zu sehen“, so Klaus-Dieter Gerloff, Sachbereichsleiter Hoch- und Tiefbau der Stadt Perleberg. „Daher sehen wir uns als Stadt verpflichtet den Roland in regelmäßigen Abständen untersuchen und pflegen zu lassen.“ Am heutigen Freitag sollen laut Stadt und Restaurator, wenn alles nach Plan läuft, die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann erstrahlt der Roland wieder in seiner vollen Schönheit auf dem Großen Markt in Perleberg.

Rolandfigur symbolisiert mittelalterliche Privilegien

Wann genau der Riese aus Stein in Perleberg errichtet wurde, kann niemand so genau sagen. Geschätzt wird das Jahr 1546, das auf der Rückseite am Sockel beziffert ist. Dementsprechend blickt der Roland schon seit über 471 Jahren auf das Rathaus. Erstmals erwähnt wurde er 1498, damals war er noch aus Holz.

Heute ist der Roland aus Elbsandstein gehauen, ein Gestein aus dem Cottaer Gebiet, dass bei Witterung und weiteren Einflüssen etwas anfälliger ist. Die 5,50 Meter hohe Rolandfigur symbolisierte im Mittelalter Privilegien für eine Stadt wie Blutgerichtsbarkeit, allgemeines Stadtrecht, vollständige Ratsfreiheit, Unabhängigkeit vom Landesherren, Zollfreiheit, Markt-, Stapel- und Handelsrechte. „Ich habe schon viele Figuren dieser Art gesehen, aber nach Perleberg komme ich immer besonders gerne“, sagt Restaurator Manfred Sährig. „Der Roland in Perleberg ist eine sehr lebendige Figur und besonders. Eine Figur die gegenüber allen anderen, die ich kenne, heraussticht.“

Von Marcus J. Pfeiffer

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