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Rolandstädter wegen Brandstiftung angeklagt

Perleberg Rolandstädter wegen Brandstiftung angeklagt

Vor dem Amtsgericht in Perleberg begann am Donnerstag ein Verfahren gegen einen 57-jährigen Mann aus Perleberg, der 2014 und 2015 absichtlich zwei Brände gelegt haben soll. Der Verhandlung gestaltete sich schwierig, denn die Aussagen der Beteiligten waren zum Teil verworren und widersprüchlich. Einige Zeugen sind zudem inzwischen bereits verstorben. Das Verfahren wird in zwei Wochen fortgesetzt.

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Quelle: dpa

Perleberg. Ein 57-Jähriger aus Perleberg soll im September 2014 und im April 2015 zwei Brände gelegt. Deswegen muss sich der Mann seit Donnerstag vor dem Perleberger Amtsgericht wegen Brandstiftung in zwei Fällen verantworten. Ein Urteil wurde noch nicht gefällt.

Konkret wird dem Mann vorgeworfen, im ersten Fall am 10.September 2014 vorsätzlich eine fremde Gartenlaube an der Quitzower Straße in Perleberg in Brand gesetzt zu haben, aus Wut über einen Streit mit dem Inhaber der Laube soll er Benzin ausgeschüttet und angezündet haben. Dabei sei ein Schaden von 10 000 Euro entstanden, sagte Richter Roger Schippers. Beim zweiten Fall soll Reiner B. in einer Wohnung in Wittenberge ein Bett mit Holzgestell entzündet haben. Die Wohnung war anschließend nicht mehr bewohnbar. Hier wurde der Schaden mit 20 000 Euro beziffert.

Der Angeklagte, ein gebürtiger Perleberger, leugnete nicht, die Laube in Brand gesetzt zu haben, bestritt aber, dass dies absichtlich geschehen sei. Der 57-Jährige, der seit 1991 zwischen Arbeitslosigkeit und Ein-Euro-Jobs hin und her pendelte und seit den neunziger Jahren mit massiven Alkoholproblemen zu kämpfen hatte, schilderte den Tathergang anders. Er sei im Wald Pilze suchen gegangen und auf dem Rückweg an der Laube vorbeigegangen um dort Kartoffeln zu holen, „aber da waren keine mehr“. Er habe sich eine Zigarette angesteckt und die sei ihm durch das offene Fenster in die Laube gefallen. Da habe es sofort einen Knall gegeben, er sei „ein paar Meter geflogen“ und habe sich die Hände verbrannt. Dann sei er nach Hause, „da kam schon die Polizei. Bei der weiteren Vernehmung erschienen manche Angaben widersprüchlich, auch im Vergleich zu Aussagen, die er vor drei Jahren zu Protokoll gegeben hatte. So war bei dieser Vernehmung unklar, ob er, wie jetzt behauptet, schon vor der Pilzsuche mehrere Schnäpse zu sich genommen hatte. Der Angeklagte bestritt auch, gegenüber den Polizisten die Tat zugegeben zu haben. Er bestritt ebenfalls, gewusst zu haben, dass in der Laube ein Benzinkanister und eine Gasflasche standen.

Die zweite Tat bestritt der Angeklagte gänzlich. Er sei an jenem Samstag lediglich in Wittenberge gewesen, um ein Fußballspiel zu sehen. Auf dem Rückweg habe er ein Bedürfnis gehabt und dies einem leerstehenden Haus verrichtet, von dem er zunächst sagte, erhabe es nicht gekannt. Dem widersprach die Zeugin Heike H. Die 52-Jährige war Lebensgefährten von Reiner B.s Bruder und Mieterin der Wohnung, die der Angeklagte im April 2015 angezündet haben soll, was sie aber nicht bezeugen kann. Auch ihre Aussagen widersprachen mitunter ihren Äußerungen, die bei mehreren Vernehmungen von der Polizei 2015 protokolliert worden waren. Gehört wurden zudem eine weitere Zeugin und ein Polizeibeamter.

Das Verfahren wurde dadurch erschwert, dass einige Zeugen entweder schwer krank, so der Besitzer der Laube, oder verstorben sind, unter anderem der Bruder des Angeklagten. Ihre Aussagen werden beim zweiten Prozesstermin in 14 Tagen verlesen oder aufgenommen.

Von Bernd Atzenroth

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