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Rolf Zuckowski hat treue Fans in Glöwen

Sänger bringt Kinder zusammen Rolf Zuckowski hat treue Fans in Glöwen

Einen engen Kontakt pflegt der Sänger und Liedermacher Rolf Zuckowski zum Chor der Oberschule in Glöwen. Dieser begleitete ihn schon bei einer Fernsehsendung mit dem Bundespräsidenten und bei einer Tour entlang der Elbe.

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Rolf Zuckowski bei seinen ganz jungen Fans in Glöwen.

Quelle: Andreas König

Glöwen. „Du da – im Radio, du musst ja ziemlich klein sein, du da – im Radio, wie passt du denn da rein?“ Im Text eines seiner Klassiker kann Rolf Zuckowski das neugierige Kind vor dem Radio gerade noch davon abhalten, den Kasten auseinanderzuschrauben. Die Kinder vom Chor der Oberschule Glöwen wissen, wie der da im Radio aussieht. Rolf Zuckowski, Sänger unzähliger Kinderlieder, hat einen festen Platz im Herzen der allermeisten. Sie kennen seine „Jahresuhr“ und „Lieder, die wie Brücken sind“ sowieso, aber auch „Du schaffst das schon“. Und „Wie schön, dass Du geboren ist“, hat mittlerweile einen ähnlichen ­Bekanntheitsgrad wie „Happy Birthday.“

Als der mittlerweile 68-jährige Hamburger Sänger und Liedermacher kürzlich in Glöwen zu Besuch war, staunten die Kinder nicht schlecht. Denn Rolf Zuckowski klingt „in echt“ noch immer fast genauso wie von CD und das, obwohl er seine blaue Gitarre spielt. „Ich finde, die passt besser zu unserem Elbkinderland“, sagt er. Dieser Verein, in dem derzeit 22 Chöre aus Deutschland und Tschechien mitwirken, hat seine Wiege in der Prignitz. Im Jahr 2000 war das, im Kranhaus in Wittenberge. Als Mitbegründerin dabei war bereits damals Antje Lüß. Die Perlebergerin unterrichtet Musik an der Oberschule Glöwen und leitet den Chor.

Gute Freunde

Gute Freunde: Rolf Zuckowski und Antje Lüß.

Quelle: Andreas König

„Im Jahr 1999 gab es eine Elbetour mir Rolf Zuckowski“, berichtet Antje Lüß. „Dafür wurden Chöre aus der Region gesucht. Wir trafen uns im Kultur- uns Festspielhaus, um Einzelheiten zu besprechen. So habe ich Rolf kennengelernt“, erzählt sie. Im Jahr darauf startete die Tour unter dem Motto „Wir hier an der Elbe“. Der Glöwener Chor immer mit dabei. Und das als einziger Schulchor aus Brandenburg. „Mit unserem Gastchor aus Belgern in Nordsachsen verlebten wir einige schöne Ferientage und traten gemeinsam mit Rolf Zuckowski entlang der Elbe auf“, erinnert sich Antje Lüß. Prägende Erlebnisse, die eigentlich kaum noch zu übertreffen gewesen wären. Doch dann suchte Rolf Zuckowski einen Chor, der mit ihm in der ZDF-Fernsehsendung „Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“ singen sollte. Er erinnert sich an die Glöwener und die hatten ihren ganz großen Aufritt mit dem damaligen Amtsinhaber Johannes Rau. Diese und viele andere Aktivitäten mündeten im Jahr 2003 in die Gründung des Vereins „Elbkinderland“ mit Rolf Zuckowski als Schirmherrn. Fortan nannte sich der Glöwener Schulchor „Elbkinder“, was nicht falsch, aber auch nicht ganz korrekt ist. Denn Glöwen liegt zwar nicht weit entfernt von der Elbtal­aue, aber ein paar Kilometer sind es dann doch noch. Andererseits fließt die Karthane nahe an Glöwen vorbei, um später ihrerseits in die Elbe zu münden.

Die Glöwener Kinder traten mehrfach entlang der Elbe auf, und im September 2010 startete die zweite Elbtour, diesmal auf der Elblandbühne in Wittenberge.

Seitdem war es etwas ruhiger um das Elbkinderland. Der Glöwener Schulchor wurde etwas reifer im Repertoire und nahm beispielsweise im vergangen Jahr am Kinderchorwettbewerb Young Voices teil.

Chöre entlang der Elbe begegnen sich

Der Verein „Elbkinderland“ wurde im Jahr 2000 in Wittenberge gegründet. Ziel ist die Förderung von Kunst und Kultur insbesondere in der musischen Förderung von Kindern und Jugendlichen an der Elbe/Labe.

22 Chöre gehören derzeit dem Verein an. Der einzige aus Brandenburg sind die Elbkinder aus Glöwen, der Chor der Oberschule. Schirmherr ist Rolf Zuckowski.

Der Glöwener Chor hat vor allem um die Jahrtausendwende und in den frühen 2000er Jahren viele Konzerte entlang der Elbe absolviert. Höhepunkte des Vereinslebens waren Auftritte beim Bundespräsidenten und vor großem Publikum, zum Beispiel in der Dessauer Arena zur Verleihung der Blauen Herzen für Kinderfreundlichkeit.

Rolf Zuckowski besuchte die Glöwener Schule mehrfach, zuletzt am 25. September. Für 2016 ist eine neue Chorbegegnung mit dem befreundeten Ensemble in Belgern geplant.

Ein Video zum Elbkinderland soll ebenfalls im kommenden Jahr gedreht werden. Darin soll auch der Glöwener Chor einen Auftritt haben. Die Mitgliedschöre sollen das Lied „Wir Kinder an der Elbe“ singen.

Rolf Zuckowski verkündete in einer Florian-Silbereisen-Sendung seinen Rückzug von Fernsehauftritten. Die Jahresuhr tickte, in jedem Advent wetteiferten Whams „Last Christmas“ und Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“ um den Titel des meistgespielten Liedes auf Weihnachtsmärkten.

Im 25. Jahr der Deutschen Einheit möchte der Sänger das Elbkinderland und die Begegnungen von Chören entlang dem Strom mit Leben erfüllen. Als Botschafter seiner Idee vom besseren Kennenlernen durch gemeinsames Singen tourt er durch verschiedene Orte an der Elbe und unternimmt erneut einen Abstecher nach Glöwen. „Ich habe hier gesehen, wie ganz kleine Kinder mit den großen gemeinsam singen“, sagt Rolf Zuckowski. „Das hat mich tief berührt. Es gibt dem Chor eine ganz eigene Stärke und Ausstrahlung.“ Rolf Zuckowski ist mittlerweile 68 Jahre alt. „Ich möchte gerne, dass die Idee des Elbkinderlandes auch Bestand hat, wenn ich mich nicht mehr darum kümmern kann“, sagt er. Neue Kinderlieder schreibt er inzwischen kaum noch. „Die Palette von infrage kommenden Themen wird auch zusehends schmaler“, sagt er.

Doch er muss weder sich noch seinen kleinen wie großen Fans etwas beweisen. Inzwischen produziert er die Hip-Hop-Band „Deine Freunde“ und Musik-Lern-Stücke (Eule findet den Beat). Er mag Andreas Bourani. Castingshows hält er für überdramatisiert und für Kinder wenig geeignet.

Seine Lieder aber gehören mittlerweile zum festen Repertoire von Chören in ganz Deutschland. Sie werden in Kindergärten und Schulen gesungen und verbinden Generationen. Man muss nicht an der Elbe wohnen, um sie zu mögen und zu singen. Aber es schadet auch nichts, wenn man aus vollem Herzen mitschmettern kann: „Elbkinder spucken in den Wind, weil sie Jungs und Mädchen von der Elbe sind.“

Von Andreas König

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