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Prignitz Roter Teppich bei Prignitzer Künstlern
Lokales Prignitz Roter Teppich bei Prignitzer Künstlern
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00:17 11.05.2016
Chady Seubert und Daniela Dörfel lassen sich in Hasenwinkel bei der Theaterprobe über die Schulter blicken. Quelle: Christamaria Ruch
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Hasenwinkel / Porep / Wittenberge


Der rote Teppich entpuppt sich als weiße Papierrolle im Endlosformat. Die letzten Meter sind für den Besucher ausgerollt. Sie quellen unter der Tür vom Theaterstall in Hasenwinkel (Stadt Pritzwalk) hervor. Ist das eine Einladung? Das Tor ist verschlossen, doch hin und wieder dringen Wortfetzen nach draußen. Dann zieht der Besucher am Riegel, Licht dringt ein und holt die beiden Schauspielerinnen in das Hier und Jetzt.

Doch Chady Seubert und Daniela Dörfel lassen sich nicht aus dem Konzept bringen. Sie proben während der Tage des offenen Ateliers an dem Stück „Josefine & Danielle“, dessen Textgrundlagen frei nach Franz Kafka „Das Urteil“ sowie Danielle Sarréra „Arsenikblüten“ entstanden. Keine leichte Kost, wie die Akteure bekennen. Sie geben dem Stück das Prädikat „Anspruchsvoll“. Es begegnen sich nicht allein zwei Texte aus zwei Epochen, auch zwei Kulturen treffen aufeinander. Auf der einen Seite eine Welt voller Beschränkung und auf der anderen ein radikales Kind. Wie zwei Welten wirkt auch das Aufeinandertreffen von Besucher und Schauspieler.

Chady Seubert und Daniela Dörfel prallen wie Fremdkörper zusammen. Jede spricht eine eigene Sprache, geraten dennoch in einen gemeinsamen Sog. Seubert wickelt ein rot-weißes Knäuel aus und spinnt Daniela Dörfel damit ein. „Ich bin gefangen im Band und richte meinen Blick zu den Balken“, so Seubert. Doch gefangen ist die andere. Sie steht mitten im Raum, hält sich den Text vor die Nase und liest die Regieanweisungen.

Prignitzer Künstler laden in ihre Arbeitswelt ein

In Porep öffnete das Atelier von Gerhild Grolitsch am vergangenem Wochenende seine Pforten. Sie zeigte ihre Arbeiten unter dem Motto „Voliere“. Installationen mit Vogelbildern, in Form von Gemälden, Zeichnungen (zum Teil auf alten DDR Zeitungen) und Objekten.

In Porep öffnete Gerhild Grolitsch ihr Atelier. Quelle: Wolfgang Thätner

Bernd Bartsch aus Lockstädt präsentierte im Atelier seine neuesten, charmanten und ausgefallenen Schmuckstücke. Darunter neuartige Ring- Halsketten, Armbändern. Begrüßt wurden die Gäste auch von Coco, dem achtjährigen Graupapagei.

Nancy Basrawi füllt Räume

In Wittenberge in der Bahnstraße 12 zeigte Nancy Basrawi ihre Assemblagen – dreidimensionale Collagen. Als Räume dazu dienen ihr kleine Holzkästen, eine Hutschachtel oder eine alte Suppenschüssel. Die werden gefüllt mit Dingen, die sie auf Flohmärkten findet oder einfach auf der Straße. Unter anderem verarbeitete sie ein Stück Tapete aus dem alten Gutshaus in Dergenthin. Teils liegen die Teile lange zu Hause und bleiben unbeachtet. „Manches hat bereits eine Patina bekommen. Dann kommt das Gefühl, dass es jetzt genau da hin passt und ich arbeite es entsprechend ein”, erklärte die Künstlerin. Früher beschäftigte sie sich auch mit Malerei.

Nancy Basrawi zeigte in Wittenberge Assemblagen. Quelle: Jens Wegner

„Räume zu bauen ist mein Ding”, stellte sie dann fest. Aus einer Hutschachtel mit eingearbeiteter Marienfigur beispielsweise, wurde das Objekt „Gut behütet”. Bis vor zwei Jahren nutzte sie für ihr kreatives Schaffen einen Raum in Perleberg. In Wittenberge fand sie ihren neuen Arbeitsraum mit Schaufenster zur Straße, in dem sie zukünftig arbeiten und ihre Werke ausstellen wird. Mittwochs von 10 bis 13 Uhr ist ihr Atelier geöffnet. „Ich finde es immer interessant, wenn etwas ausgestellt wird”, sagte die kunstinteressierte Wittenbergerin Maike Maas. Von der Aktion „Offene Ateliers 2016” hatte sie durch einem Flyer erfahren. Der Tag des Offenen Ateliers ist ein regionales Kooperationsprojekt, das im Arbeitskreis der Kulturverwaltungen im Land Brandenburg (AKK) entwickelt worden ist.

Von Christamaria Ruch, Wolfgang Thätner und Jens Wegner

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