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Prignitz Rudower See AG zog Bilanz
Lokales Prignitz Rudower See AG zog Bilanz
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00:21 25.09.2017
Vielen Anwohnern liegt der Rudower See ganz besonders am Herzen – regelmäßig werden Arbeitseinsätze organisiert. Quelle: Kerstin Beck
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Lenzen

Ein Jahr gibt es die Arbeitsgemeinschaft Rudower See nun schon. Zur „Geburtstags“-Versammlung im Lenzener Kulturhaus am Donnerstagabend hatte der Wirt aus diesem Anlass seinen Saal kostenlos zur Verfügung gestellt. Dankenswerterweise – denn: Geld hat die AG Rudower See nicht, nur gute Ideen. Aber davon allein kann die Qualität des Gewässers nicht besser werden.

Gekommen waren nahezu genauso viele Gäste wie vor einem Jahr, als sich das Gremium gebildet und sich den Einwohnern vorgestellt hatte. Und gekommen waren auch Vertreter der Biosphärenreservatsverwaltung sowie des Landkreises und sogar drei Stadtverordnete, die sich – aus welchen Gründen auch immer – jedoch nicht zu Wort meldeten. Nicht gekommen waren allerdings Bürgermeister Christian Steinkopf und dessen Stellvertreter, die stattdessen zur Kreistagssitzung gefahren waren sowie Amtsdirektor Harald Ziegeler. Letzterer habe die Einladung „zu Kenntnis genommen“, hieß es.

Die AG „Rettet den Rudower See“ hat zwölf aktive Mitstreiter

„Wir haben unser großes Ziel zwar nicht erreicht, dafür aber viele kleine Erfolge!“ fasste AG-Sprecher Ralf Behrens die Aktionen des vergangenen Jahres zusammen. Und da hatte sich schon sehr Beachtliches getan: Erst einmal gibt es in der AG „Rettet den Rudower See“ inzwischen zwölf aktive Mitstreiter. Eine ins Leben gerufene Petition erreichte über 1900 Unterschriften von Befürwortern auch außerhalb Deutschlands. Zu den Erfolgen gehört auch, „dass durch unsere Aktivitäten die Behörden wach gerüttelt worden sind. Das Thema See wurde wieder in breiter Öffentlichkeit sowie auf Gemeinde-, Landkreis- und Ministeriumsebene diskutiert und für bearbeitungswürdig erachtet“, so Behrens. Auch wurde der Einsatz von mehr als 200 Beteiligten, die den Seerundweg wieder saniert und hergestellt hatten, gelobt. Dazu hatten sich Mitglieder des Lenzener Angelverbandes, der See-AG, dem Kanuverein, den Alt-Herren-Fußballern und auch der Bürgermeister selbst, der kostenlos Technik zur Verfügung gestellt hatte, engagiert. „Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir den Rudower See nicht separat betrachten dürfen, denn er bildet eine Einheit mit dem Rambower Moor“, hob der AG-Sprecher dabei hervor.

Der Seerundweg wurde inzwischen saniert

Und die Diskussion um den Nährstoff-Eintrag des Moores, dessen Ursachen und Reduzierung, formte dann den weiteren Verlauf der Versammlung. „Um 2010 gab es schon einmal ein EU-Life-Projekt zur Vernässung des Moores, und gebracht hat es nichts!“ meldete sich ein Boberower Einwohner zu Wort. „Was das damals alles beinhaltet hat, wissen wir nicht, denn wir waren damals ja noch gar nicht hier“, meinte dazu Heike Ellner, die erst seit vorigem Jahr als Leiterin der Biosphärenreservatsverwaltung fungiert und für eine weitere Vernässung plädierte. Ihr Kollege, Torsten Henning, der für die Umsetzung des Projektes Natura 2000 zuständig ist, ist dort seit zwei Jahren beschäftigt.

„Wir brauchen viele kleine Sachen, die etwas bewirken können und nicht etwa ein Riesenprojekt“, forderte der Lenzener Wasserwirtschaftler Walter Jahnke und argumentierte: Da gäbe es ein Nährstoffreduzierungs- und ein Gewässerentwicklungskonzept, ein Vorhaben zur Revitalisierung des Rambower Moores und dafür könnten Fördermittelanträge gestellt werden. Auch könnte man etwas zur Vergrämung der Wasservögel tun und einen Pflege- und Entwicklungsplan für den Nausdorfer Kanal erarbeiten. Die bisher durchgeführten Maßnahmen im Rambower Moor haben gegen das Verschlechterungsverbot verstoßen. Als Zwischenlösung ist eine technische Anlage zur Phosphateliminierung im Nausdorfer Kanal zu errichten!“

Die Qualität des Gewässers kann aber noch besser werden

Und eine solche Anlage hat es ja gegeben, die, weil es angeblich „nichts brachte“, nicht mehr vorhanden ist. Da kam die Zwischenfrage eines Lenzeners genau richtig: „Wo in aller Welt ist die Anlage denn jetzt?“

„Wir sollten uns weiter an einen Tisch setzen und miteinander beraten!“ schlug Ralf Behrens die weitere Vorgehensweise der AG vor. Die beiden Abgeordneten, Kirsten Tackmann und Thomas Domres, die zur Versammlung gekommen waren, versprachen, sich dafür einzusetzen.

Von Kerstin Beck

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