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Ruhe bitte!

Pritzwalk arbeitet an Lärmaktionsplan, der mit der Verkehrsplanung einhergehen soll Ruhe bitte!

Gleich zwei Probleme auf einmal lösen will jetzt die Stadt Pritzwalk: Einerseits soll der Lärm in der Stadt minimiert, andererseits die Verkehrssituation verbessert werden. In den kommenden Monaten sollen nun konkrete Maßnahmen entwickelt werden, die möglichst schnell und vor allem auch möglichst kostengünstig umzusetzen sind.

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Quelle: dpa

Pritzwalk. Verwaltung und Stadtverordnete stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Verkehrsplaner Jochen Richard stellte klar: Die Lärmbelastung zu senken, kann teuer werden ‒ vor allem, wenn etwa neue Straßenbeläge oder Maßnahmen wie Schallschutzfenster für Wohnhäuser vorgesehen sind. Der Rat, den er dem Stadtentwicklungsausschuss bei der letzten Sitzung gab, war deshalb einfach. Priorität haben Lärmvermeidung, Verringerung und Verdrängung, dann erst die übrigen Maßnahmen.

Die beiden Hauptverkehrsachsen ‒ Havelberger Straße und Kiez in Nord-Süd-Richtung, sowie Grün- und Bergstraße in Ost-Westrichtung ‒ sind Lärmschwerpunkte in Pritzwalk. Krach belastet insbesondere die Anlieger der Havelberger Straße mit ihrem welligen Kopfsteinpflaster. Anträge der Stadt, dort Tempo 30 einzuführen, scheiterten immer wieder am Nein der Verkehrsbehörden. Nachdem nun das Land eine Lärmaktionsplanung ins Leben gerufen hatte, rechnet sich die Stadt für einen erneuten Vorstoß bessere Chancen aus. Lärmschutzgesetz und Land formulieren für die Tagstunden einen Richtwert von 65Dezibel (etwa Zimmerlautstärke), nachts von 55 Dezibel. "Die Planung des Landes betrifft zwar nur die übergeordneten und nicht die Gemeindestraßen, aber eventuell haben wir ja jetzt bessere Chancen", sagt der stellvertretende Bürgermeister Ronald Thiel. Damit die Stadt in diese Verhandlungen mit konkreten Zahlen gehen könne, haben Verwaltungsmitarbeiter in den vergangenen Monaten den Verkehr in der Stadt gezählt. Seit dem Bau der Umgehung Berg- und Grünstraße sollte der Durchgangsverkehr eigentlich über diese fahren. Doch einerseits nehmen vor allem in den verkehrsschwachen Abendstunden Ortskundige meist doch den wesentlich kürzeren Weg durch die Innenstadt. Zum anderen darf der landwirtschaftliche Verkehr die Umgehung nicht befahren. "Manche Schlepper fahren mit bis zu 70Kilometern pro Stunde durch die Stadt", sagte der Stadtverordnete Mario Ortlieb, der selbst Landwirt ist und eine pragmatische und kostenfreie Lösung vorschlägt: "Wir würden lieber die Umgehung nutzen, die sollte man auf diesem Abschnitt für die Traktoren freigeben."

Nicht nur die Kernstadt Pritzwalk wird im Rahmen der Lärmaktionsplanung betrachtet, auch die Ortsteile. Bei diesen steht Kemnitz ganz vorn auf der Liste: Der Ost-West-Verkehr auf der Bundesstraße 189 rollt nach wie vor durch den Ort. Nicht nur am Tage, sondern auch in den Nachtstunden wird die B189 vor allem auch vom Lkw-Verkehr genutzt. Der Verkehrsplaner schlägt vor, dass die Stadt prüfen lassen soll, inwiefern Kemnitz für den Schwerverkehr während der Nachtstunden generell gesperrt werden könne: Der Umweg über die B189, die B103 und die A24 sei unter Umständen zumutbar. Zusätzlich soll festgestellt werden, ob für den Bereich zwischen den Verkehrsinseln an und für sich Tempo 30 gelten könne ‒ und nicht nur auf dem kurzen Teilstück, das bereits so ausgewiesen ist. Gleichzeitig verfolgt die Stadt noch einen weiteren Zweck mit diesen Vorschlägen. Thiel: "Vielleicht bringt das ja endlich auch ein wenig Bewegung in die Planung einer Umgehungsstraße für Kemnitz."

Rund um Verkehrs- und Lärmschutzplanung sollen auch Bürger und Autofahrer beteiligt werden. Grundsätzlich müsse die Stadt aber auch die Finanzen im Auge behalten. Ronald Thiel: "Ein Tempo-30-Schild ist günstiger als ein neuer Straßenbelag."

Von Claudia Bihler

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