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Rundlingsdorf feiert 650-jähriges Bestehen

Alt Krüssow Rundlingsdorf feiert 650-jähriges Bestehen

1367 wurde der heutige Pritzwalker Ortsteil Alt Krüssow erstmals erwähnt. Das Dorf mit knapp 100 Einwohnern bereitet deshalb eine große Feier zum 650-jährigen Bestehen vor. Unter anderem werden Familienfotos gesammelt, die zu einer großen Ausstellung in der Wallfahrtskirche werden sollen.

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Der berühmte Giebel der Wallfahrtskirche von Alt Krüssow, vorn die einstige Schule.

Quelle: Beate Vogel

Alt Krüssow. Das Jahr 1367 gilt als das Jahr der Ersterwähnung von Alt Krüssow – in früher Zeit hieß der Ort noch „Crussow“ und „Al de Krassaw“. Anlass genug für die Dorfbewohner, das 650-jährige Bestehen des Pritzwalker Ortsteiles ordentlich zu feiern, der seit etwa 1850 Alt Krüssow genannt wird. Für Samstag, 1. Juli, wird ein großes Fest vorbereitet, kündigt Ortsvorsteherin Sybille Buder an. „Der grobe Ablaufplan steht fest.“ Immer donnerstags um 19 Uhr trifft sich die Vorbereitungsgruppe.

Eine umfangreiche Fotoausstellung soll den Besuchern und den Alt Krüssowern selbst zum Fest präsentiert werden: Die Organisatoren hatten die Einwohner aufgerufen, in ihren Fotoalben zu kramen und Erinnerungsbilder herauszusuchen. Viele haben mitgemacht. Gezeigt werden sollen die Fotos später in der Kirche. Gesammelt werden die Bilder mit den persönlichen Erinnerungen derzeit in der ehemaligen Schule, die mitten im Dorfrundling neben der Kirche steht. Hier wurde bis 1964 klassenübergreifend unterrichtet, weiß Reinhard Buder, der als Junge selbst in die Dorfschule gegangen ist. „Früher gab es einen Schuster im Dorf und auch einen Konsum, der mehrmals umgezogen ist“, erinnert er sich. Später zog er weg, kehrte aber mit seiner Frau, der heutigen Ortsvorsteherin, wieder in den Ort zurück. „Viel über die Geschichte des Ortes haben wir leider nicht gefunden“, bedauert Ortsvorsteherin Sybille Buder.

Annenkult und Pilgerstätte

Das sieht bei der Wallfahrtskirche anders aus: Diese wurde 1520 geweiht und ist damit knapp 200 Jahre jünger als der Ort selbst. Der beeindruckende Kirchenbau mit dem reich verzierten Stufengiebel bestimmte lange die Geschicke des Dorfes. Es ist überliefert, dass in Alt Krüssow ein Rock der heiligen Anna als Reliquie aufbewahrt wird. Von ihr erflehten Pestkranke und Lahme Hilfe. Auch von einem wundertätigen Annenbild wird berichtet. Noch im 18. Jahrhundert sollen in der Alt Krüssower Wallfahrtskirche unzählige Krücken aufbewahrt worden sein, als Dank für Linderung der körperlichen Gebrechen. Mit der Reformation verlor die Wallfahrtskirche an Bedeutung. Seit 2003 bemüht sich ein Verein um den Erhalt des denkmalgeschützten Sakralbaus. Im April 2007 war das ganze Dorf auf den Beinen, als es Unterhaltungsshow „Ein Dorf wird gewinnen”, einer Koproduktion von MDR und RBB, eine halbe Million Euro für die Kirche zu gewinnen gab. Moderiert hatte die Show vor Ort Schlagerstar Maxi Arland. Gewonnen hat leider ein anderes Dorf.

Neben der Wallfahrtskirche prägte die Landwirtschaft das Dorf: Rings um den Rundling stehen noch immer viele der alten Höfe. Alt Krüssow gehörte als Gemeinde bis 2003 zum Amt Pritzwalk-Land. Seit dem 1. Januar 2003 ist das als Rundling angelegte Dorf ein Ortsteil der Stadt Pritzwalk. Aktuell hat das Dorf 98 Einwohner, weiß Ortsvorsteherin Sybille Buder: „Demnächst sollen noch drei dazukommen.“ Die älteste Einwohnerin ist 95, die jüngste noch nicht einmal ein Jahr alt. Besonders stark ist laut Sybille Buder die Altersgruppe zwischen 50 und 65 Jahren vertreten. Der Ort ist in der jüngsten Zeit aber auch für jüngere Leute wieder interessant geworden. „In den vergangenen Jahren sind vier bis fünf junge Familien zugezogen“, sagt Reinhard Buder.

Festprogramm steht soweit

Der Ablauf zur 650-Jahrfeier, bei dem außerdem 105 plus ein Jahr Freiwillige Feuerwehr Alt Krüssow sowie zehn Jahre Fernsehauftritt „Ein Dorf wird gewinnen“ begangen werden sollen, steht laut Sybille Buder in etwa fest. Ein Umzug durch das Dorf wird am 1. Juli um 13 Uhr das Fest eröffnen. Um 14 Uhr gibt es einen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche, danach Kaffee und selbst gebackenen Kuchen der Alt Krüssower Frauen. Ab etwa 15.30 Uhr sind Vorführungen und Wettbewerbe der Feuerwehren geplant. Die Line-Dancer wollen um 19.30 Uhr auftreten. Eine Überraschung soll gegen 20.30 Uhr das Fest abrunden. Danach ist Tanz. „Am Nachmittag soll es noch ein Programm für Kinder und Erwachsene geben“, sagt Sybille Buder. Hüpfburg und Kinderschminken werden aufgebaut sein. Die Versorgung ist abgesichert. „Wie auf jedem Dorffest von uns, wird es auch das Würfeln geben.“

Von Beate Vogel

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