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Prignitz Literaturpreis-Verleihung im Mini-Kirchenraum
Lokales Prignitz Literaturpreis-Verleihung im Mini-Kirchenraum
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00:19 19.03.2019
Zur Preisverleihung war der Raum im Brüsenhagener Kirchturm natürlich randvoll besetzt. Quelle: Matthias Anke
Brüsenhagen

Nicht alles war für Kinderohren bestimmt bei der Lesung am Sonnabend im Kirchturm von Brüsenhagen. Die Texte der Berliner Autorin Sabine Schönfeldt waren allzu deutlich. Aber auch zu gut. So sehr, dass sie damit den „12. Literaturpreis Nordost“ gewann, wieder ausgelobt vom Lektorenteam Gregor Ohlerich aus Berlin und Rouven Obst aus Brüsenhagen.

Bei der Lesung aber hatten auch die Kinder ihren Spaß und alle, die gerne über eine Alu-Leiter auf eine andere Ebene kletterten. Denn die Treppe hoch zur Empore, so sie denn aufgrund ihrer Enge überhaupt eine ist, fehlt noch.

Erste echte Veranstaltung in dem sanierten Turm

Der Großteil aber ist geschafft: Brüsenhagens Kirchturm, eingeweiht schon zum Tag des offenen Denkmals im vorigen Jahr, gilt jetzt als wieder nutzbar. „Das ist heute eine Premiere. Abgesehen vom kleinen Krippenspiel ist das hier jetzt die erste richtige Veranstaltung“, sagte Rouven Obst vor den knapp 30 Gästen. Kein weiterer hätte in diesen Raum gepasst, der wohl der kleinste in einer Kirche der Region überhaupt sein dürfte.

„Schön ist der Innenraum geworden“, schrieb Pfarrer Christian Ruch anlässlich des damaligen Denkmaltags im Gotteswort für die MAZ: „Zu Ende gebaut wirkt er wie eine ,richtige’ Kirche mit dem Altarraum, dem Mittelteil und der Empore.“ Ruch, einer der Gäste am Sonnabend, erinnerte auch daran, wie das Kirchenschiff 1973 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.

Eine „Windrose“ zum jetzt dritten Mal als Trophäe

Laut Rouven Obst ist nun der neue Fußboden mit Steinen aus dem alten Schiff verlegt worden. „Der Pfarrsprengel gab noch etwas dazu, und nun sitzen wir hier gemütlich warm an der Heizung, auch die Elektrik funktioniert.“

Mit dem Büro, das Gregor Ohlerich und Rouven Obst betreiben, bieten sie Autoren professionelle Beratung rund ums Schreiben an – von der Kurzgeschichte bis hin zum kompletten Romanzyklus. Sozusagen nebenbei loben die Experten seit 2007 den Literaturpreis aus. Seit 2017 wird dabei eine „Nordost-Windrose“ als Trophäe vergeben.

Gregor Ohlerich bei der Preisübergabe an Sabine Schönfeldt aus Berlin. Quelle: Matthias Anke

„Wir unterstützen mit unserer Preisverleihung aktiv den Erhalt des Brüsenhagener Kirchturmes“, so die Lektoren auf ihrer Internetseite, die längst zahlreiche Schriftsteller aus der ganzen Republik kennen.

Dieses Mal waren sie aufgerufen, unveröffentlichte Erzählungen oder Romanauszüge einzusenden unter dem Leitmotiv „Frühling in Wild-West“. Ergebnis: Den 1. Preis erhielt Sabine Schönfeldt aus Berlin, ein Schreibaufenthalt im Wert von 1200 Euro. Der zweite Preis ging an Pamela Steen aus Leipzig, ein Schreibseminar im Wert von 500 Euro. Den dritten Preis, ein Literaturgutachten im Wert von 400 Euro, bekam Signe Ibbeken, ebenfalls aus Berlin.

Gewinnerin spielt auch Kontrabass in Jazz-Band

Sabine Schönfeldt unterrichtet Deutsch, schreibt Prosa, Hörspiele und Theaterstücke. Gregor Ohlerich konnte dann aber noch mehr über sie verraten: Sie spielt auch Kontrabass in einer Jazz-Band für Musik der 1920er Jahre. Ohlerich: „Vielleicht sehen wir uns hier ja auch damit mal wieder?“ Die Autorin: „Oh Yeah!“

Dann las sie aus ihrem Siegertext und unveröffentlichten Roman „Old Mama & Little Child“ sowie aus dem Hörstück „Georg und Jill“. Bei Kaffee und Kuchen blieb anschließend noch Zeit für so einige Gespräche.

Draußen pladderte es derweil. Klar: So mancher Brüsenhagener wünscht sich nach dem erfolgreichen Turmprojekt nun möglichst bald auch das ganze Kirchenschiff wieder zurück.

Von Matthias Anke

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