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Sabrina Strehls Weg in Arbeit wird verfilmt

Pritzwalk Sabrina Strehls Weg in Arbeit wird verfilmt

Von der Mitarbeiterin der Lebenshilfe-Werkstatt in Giesensdorf zum Arbeitsvertrag bei Blumen-Römer in Pritzwalk. Sabrina Moni Strehl hat dank dem Programm „Wege in Arbeit“ eine erstaunliche Entwicklung genommen. Das Programm soll daher, wenn alles klappt, bundesweit etabliert werden. Unter anderem deswegen begleitete ein Drehteam die junge Frau in Pritzwalk.

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Sabrina Moni Strehl (2.v.r..), Mitarbeiterin der Lebenshilfe, gehört jetzt zum Mitarbeiterteam im Pritzwalker Geschäft Blumen-Römer. Mit dabei Astrid Römer (3.v.r.) und Iris Osterwald (r.) von der Lebenshilfe. Die Prignitzer Medien drehen einen Imagefilm über das Projekt „Wege in Arbeit“.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Ihr Lachen ist ansteckend, und wenn sie sagt, dass sie Blumen liebt, ist das noch fast untertrieben. Sabrina Moni Strehl arbeitet seit zwei Jahren im Pritz­walker Geschäft Blumen-Römer. Das ist noch immer etwas Besonderes, denn Sabrina Moni Strehl war bis vor zwei Jahren in der Werkstatt der Lebenshilfe in Giesensdorf beschäftigt. Für die 35-Jährige war das Programm „Wege in Arbeit“ ein Glücksgriff. Gefördert vom Landesintegrationsamt, können derzeit in einem Pilotprojekt Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstätten in der Prignitz nach und nach an eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit herangeführt werden.

Sabrina Strehl hat sich vor zwei Jahren um die Stelle beworben

Sabrina Moni Strehl hat sich vor etwas mehr als zwei Jahren darum beworben. Am 7. Juli 2014 hatte sie ihren ersten Arbeitstag bei Blumen-Römer in Pritzwalk. „Wir haben dann alle Phasen mit ihr durchlaufen und sind sehr zufrieden“, sagt Chefin Astrid Römer. Schritt für Schritt wurde Sabrina Strehl an die Tätigkeiten im Blumengeschäft herangeführt. „Wir haben sie unterwiesen, ihr die Tätigkeiten erklärt und gezeigt, und sie hat sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr gut ins Team integriert“, lobt die Chefin.

Individuelle Förderung

Das Programm „Wege in Arbeit“ dient der Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt.

Das Landesintegrationsamt und die Bundesanstalt für Arbeit zahlen Arbeitnehmern, die behinderte Menschen innerhalb des Programms beschäftigen, einen Lohnkostenzuschuss. Er bleibt auch erhalten, wenn ein Arbeitsvertrag geschlossen wurde.

In der Prignitz arbeiten derzeit zehn behinderte Menschen als Teilnehmer des Programms in Betrieben. akö

Stets ein freundliches Wort auf den Lippen

Dazu wurde die Arbeit im Geschäft regelmäßig von den zuständigen Stellen begutachtet. Zudem musste der Betrieb immer wieder beurteilen, wie sich die Mitarbeiterin ins Team einfügt, wie sie mit Hinweisen und Kritik umgeht, welche Ausdauer sie an den Tag legt und wie motiviert sie ist. Vor allem am letztgenannten Punkt gab es kaum Zweifel. Sabrina Moni Strehl arbeitet gern im Geschäft und ist stolz auf das Erreichte. Sie tritt selbstbewusst auf und hat dabei stets ein freundliches Wort für Mitarbeiter und Kunden parat. „Wir mussten anfangs natürlich Hinweise geben“, sagt Astrid Römer. „Beispielsweise in der Ansprache der Kunden. Aber das hat Sabrina nach und nach gelernt.“

„Wege in Arbeit“ besteht aus fünf Phasen

Genügend Zeit, die neue Mitarbeiterin auf die Tätigkeit im Blumengeschäft vorzubereiten gab es. „Das Programm ’Wege in Arbeit’ besteht aus fünf Phasen, sagt Iris Osterwald vom Berufsbildungszentrum BBZ in Wittenberge. Die Einrichtung gehört zur Lebenshilfe Prignitz und betreut die Teilnehmer am Programm „Wege in Arbeit“. Etwa 20 Plätze stehen derzeit für Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstätten zur Verfügung.

Ziel ist ein fester Arbeitsvertrag

„Wir suchen zunächst über Aushänge Interessenten für eine Teilnahme am Programm, arrangieren dann ein Vorstellungsgespräch, einen Probetag, eine Probewoche und bei Eignung eine Einarbeitungsphase von fünf Wochen“, erklärt Iris Osterwald. Wenn auch das zufriedenstellend läuft, schließen sich eine Qualifizierungs- sowie eine Stabilisierungsphase an. Ziel sei es, die Mitarbeiter aus der Grundsicherung in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu übernehmen. Genau das hat bei Sabrina Moni Strehl geklappt. In dieser Woche durfte sie ihren Arbeitsvertrag bei Blumen-Römer unterschreiben.

Großes Interesse beim Land

Die Karriere von Sabrina Moni Strehl stieß bereits auf breites Interesse bei der brandenburgischen Landesregierung und ihren nachgeordneten Behörden. Schon im vergangenen Jahr, als sie sich noch in der Qualifizierungsphase befand, war ein Drehteam in Pritz­walk, um die Teilnehmer des Programms vorzustellen.

Bundesweite Etablierung wird angestrebt

Klar, dass nun auch ein Meilenstein wie der erste richtige Arbeitsvertrag filmisch festgehalten wird. Im Auftrag des brandenburgischen Sozialministeriums dokumentieren Torsten Poster und Kameramann Erik Kaufmann die verschiedenen Stationen auf Sabrina Strehls Weg in Arbeit. „Frühestens 2018, wenn die Pilotphase beendet ist, wird man den Film sehen können“, sagt Torsten Poster. Die Wege in Arbeit für Menschen mit Behinderungen werden gegenwärtig nur in der Prignitz erprobt, sagt Iris Osterwald. Es werde jedoch angestrebt, das Programm bundesweit zu etablieren. Um Arbeitgeber und andere Entscheidungsträger davon zu überzeugen, kann man sich kaum jemanden besseren vorstellen als Sabrina Moni Strehl.

Von Andreas König

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