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Prignitz Saison für Holzhausener Nadelgehölze
Lokales Prignitz Saison für Holzhausener Nadelgehölze
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02:15 07.11.2015
Jeder ist anders: Chefin Corinna Ebert zwischen lauter Zehnjährigen. Quelle: Alexander Beckmann
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Holzhausen

„Oh, Tannenbaum. Oh, Tannenbaum. Wie grün sind deine Blätter!“ Das erklärt eigentlich alles. Jetzt, da die Laubbäume energisch der Kahlheit zustreben, gewinnt das verbleibende Grün schlagartig an Bedeutung. Die Nadelholzsaison steht in den Startlöchern.

In Holzhausen haben Corinna Ebert von der Firma Gartendesign Ebert und ihre Mitarbeiterin Carola Winter schon seit Tagen beinahe durchgehend mit den leicht stacheligen Zweigen zu tun. Ein bisschen nett angeordnetes Grün, ein paar Trockenblumen als farbiger Akzent dazu – fertig ist das winterfeste Gesteck. Ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Das liegt sowohl am handwerklichen Anspruch als auch an der erfahrungsgemäß zu erwartenden Nachfrage. Spätestens zum Totensonntag – diesmal also am 22. November – stehen Gestecke als Grabschmuck ganz hoch im Kurs. Die Gärtner können sie aber nicht schon Monate früher produzieren – Frische spielt ja durchaus eine Rolle.

Jeder ist anders: Chefin Corinna Ebert zwischen lauter Zehnjährigen. Quelle: Alexander Beckmann

Doch zumindest die Materialversorgung ist für die kleine Holzhausener Gärtnerei kein Problem. „Wir nehmen dafür das, was von den Bäumen nicht verkaufsfähig ist“, sagt Corinna Ebert. Ihre Firma liegt mitten in dem Gebiet, das sich inzwischen getrost als Kyritzer Tannenbaumgürtel bezeichnen lässt. Von Zernitz ausgehend haben sich die Nadelbaumplantagen in den vergangenen gut zehn Jahren immer näher an die Stadt herangeschoben. Inzwischen dürften es mehrere hundert Hektar sein, auf denen Fichten und Tannen für Garten und Wohnung wachsen. Gleich mehrere Firmen in der Region haben den Anbau der Bäume für sich entdeckt. Eine der größten ist beispielsweise Tannen-Jung in Zernitz.

Die Holzhausener Gärtnerei sitzt zwar mittendrin, gehört aber zu den kleinen Spielern in dem teilweise bundesweit betriebenen Geschäft. „Ein paar hundert Bäume haben wir auch gepflanzt“, sagt Corinna Ebert. „Wir hatten eigentlich vor, da Gewächshäuser zu bauen.“ Doch der Aufwand erwies sich als zu groß. „Da haben wir dann Tannenbäume gesetzt.“ Drei bis vier Jahre habe so ein Sämling beim Pflanzen schon hinter sich. „Und dann kann man noch mal mit acht bis zehn Jahren rechnen.“

Diese Zeit haben die Blau- und Rotfichten, die Colorado-, Nordmann- und Koreatannen der Gärtnerei inzwischen hinter sich. Auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen den gleichaltrigen Bäumen: Grün sind sie alle, aber manche bringen es auf kaum einen Meter, andere ragen gleich nebenan bis an die vier Meter in den Novemberhimmel.

Anders als die großen Plantagen hat sich die Holzhausener Gärtnerei das Düngen ihrer Bäume gespart. „Die mussten ganz aus eigener Kraft wachsen“, erzählt Corinna Ebert. Und obwohl ein Nadelgewächs äußerlich immer recht robust wirkt, so reagiert es auf Umwelteinflüsse doch recht empfindlich. Trockenheit beispielsweise setzt vor allem den ganz jungen Bäumen erheblich zu. „Vieles von dem, was dieses Jahr im Frühjahr gesetzt wurde, ist nichts geworden“, berichtet die Gärtnerin. Das hätten auch die großen Plantagen zu spüren bekommen. Hinzu kommen weitere Unwägbarkeiten wie Pilzerkrankungen oder die Fichtenröhrenlaus, die zu erheblichen Schäden führen können. Und ob so ein angehender Weihnachtsbaum wirklich rundrum schön gleichmäßig mit dichten Zweigen und gerader Spitze wächst, ist zu einem guten Teil Zufall. Viele der mühsam gepflanzten und ein Jahrzehnt lang aufgezogenen Bäume werden es wohl nie ins weihnachtliche Wohnzimmer schaffen, sondern bloß das Tannengrün für Gestecke und Sträuße liefern.

Bei den großen Baumproduzenten beginnt die Ernte bereits Mitte November. Dann ziehen Fälltrupps durch die langen Reihen und schneiden die zuvor nach Sorte und Qualität gekennzeichneten Bäume. Ihnen stehen zum Teil Wege bis über die Landesgrenzen hinaus bevor.

„Ab Anfang Dezember haben auch wir dann die ersten Bäume“, kündigt Corinna Ebert an. Wie bei anderen Plantagen könnten sich Kunden ebenfalls gern selbst den passenden Weihnachtsbaum aussuchen und mit der Säge ernten.

Bis zum 24. Dezember gibt es für die beiden Frauen in der Gärtnerei also noch richtig gut zu tun. „Dann ist eigentlich Schluss“, sagt Corinna Ebert. Für sie bedeutet das Geschäft mit dem Nadelgrün den Abschluss der Gärtnereisaison. Im Januar und Februar ist dann endlich Zeit für Urlaub, bevor dann die ersten Frühblüher Aufmerksamkeit verlangen.

Von Alexander Beckmann

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