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Prignitz Samentauschbörse in Lenzen ist ein Magnet
Lokales Prignitz Samentauschbörse in Lenzen ist ein Magnet
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14:09 28.01.2019
Dicht umlagert war der Blumensamen-Stand von Torsten und Alexandra Scheewe aus Lüchow. Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

„Wo geht es denn hier zur Samentauschbörse?“ wurden am Sonntagnachmittag Passanten in der Lenzener Seetorstraße von anderen Passanten gefragt. „Na hier lang“, kam dann die kundige Antwort mit einem Verweis auf die Kulturstube. Aber in der gemütlichen „Am Markt“ gelegenen Kaffeestube gab es erst einmal zwei knüppeldickevoll mit Besuchern besetzte Gastzimmer, und dahinter einen ebenso gefüllten Raum, in dem besagte Veranstaltung stattfand.

Hier waren Samenanbieter aus der Prignitz, dem Wendland und Mecklenburg-Vorpommern gekommen, dazu eine Vertreterin von Vern, dem Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg. Der Verein erhält etwa 2000 alte Nutzpflanzensorten, aber davon waren nur einige Samentütchen im Angebot.

Blumenliebhaber treffen auf Gleichgesinnte

Ganz bunt aber ging es bereits am ersten Tisch von Alexandra und Torsten Schewe aus Lüchow zu, die in einer Zeitung von der Börse erfahren hatten und „einfach deswegen hierher gekommen sind, weil wir Blumen lieben und uns freuen, wenn wir hier Gleichgesinnte finden“. Und die gab es, denn der Stand wurde von Interessierten aus gleich drei Bundesländern regelrecht umdrängt. „Was ist denn das?“ hieß es da, oder „Wie blüht diese Pflanze?“, und das Ehepaar beantwortete alle Fragen geduldig.

Schließlich gab es hier ein breites Samenangebot, angefangen von Akelei über Bauernmalven bis hin zum stolzen, aber tödlich giftigen Fingerhut.

Tomaten verschiedenster Herkunft

„Mein Mann interessiert sich aber viel mehr für Tomaten“, war dann von einer Wittenbergerin zu erfahren, und natürlich wurde dieser auch fündig – beim Stand von Tim Hartmut und Silke Jung aus Besitz bei Boizenburg. Hier gab es ein ähnlich breites Angebot, angefangen von Wildtomaten-Samen bis hin zu gelben flaschenförmigen Früchten oder verschiedenen roten Sorten russischer Herkunft, „die wir bestens zum Herstellen von Saucen empfehlen können“. Dazu konnte man sich auch mit Paprika-Sämereien eindecken, „die wunderbar für das Freiland geeignet sind“.

Eine Schlange bildete sich auch vor dem Angebot von Michael Fritsch aus Tangendorf. „Wir haben nicht nur einen großen Garten, sondern derer gleich mehrere, und wir haben Freude daran, Samen von unseren Pflanzen abzunehmen und sie damit vermehren zu können“, erzählte jener Mann, der wohl als „Lehmbauer“ bekannt ist. Und so konnten die Gäste zwischen Bohnen, Indianermais sowie Kürbis- und Bienenweiden-Sämereien wählen.

Aus kargen Sandböden wieder fruchtbare Erde machen

Als Ergänzung zur Saatgut-Börse gab es in dem noch immer dicht mit Besuchern gefüllten Raum noch einen Vortrag von Philipp Gerhardt. Der Forstingenieur referierte über Böden mit vermindertem Nährstoffgehalt und über Möglichkeiten, diesem wieder die für ein gesundes Pflanzenwachstum nötigen Stoffe zuzuführen.

Eine Möglichkeit der Umwandlung karger Sandböden zu „Terra Preta“ – tiefgründiger Schwarzerde – ist zum Beispiel die Verwertung des Inhaltes von Komposttoiletten, „wo sich der Kreislauf dann schließt“. Von eigener Kohleherstellung war da die Rede und von der Trennung „fester und flüssiger“ menschlicher Ausscheidungen, die in bestimmten Verfahren mit besagter Kohle zu Dünger umgewandelt werden können. „Warum so kompliziert, wenn es auch einfach geht - und zwar mit Hühner- oder Pferdemist?“ wird sich so mancher Zuhörer gedacht haben.

Fest steht aber eines: „So einen Andrang haben wir hier nicht erwartet, und so wird es bald wieder eine derartige Veranstaltung geben - am 31. März findet hier ab 14 Uhr die erste Pflanzenbörse statt“, war von Wirtin Andrea Schlentner zu erfahren.

Von Kerstin Beck

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