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Prignitz Sandra Beyer und die Milchmädchen
Lokales Prignitz Sandra Beyer und die Milchmädchen
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00:28 03.03.2018
Sandra Beyer hat ihren Milchmädchen Namen gegeben. Sie heißen zum Beispiel Buffy, Amaretta und Luzie. Quelle: Sandra Bels
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Kunow

Sandra Beyer kennt sie alle beim Namen. Sie heißen Buffy, Luzie und Amaretta. Es sind ihre Milchmädchen, die Ziegen, deren Milch die Kunowerin in ihrer Hofkäserei täglich verarbeitet. Die Ziegen werden zweimal am Tag gemolken, per Hand. „Noch haben wir keine Maschine“, sagt Sandra Beyer. Sie möchte aber noch eine kaufen.

56 Ziegen hat sie im Stall. 19 davon geben Milch. 20 Liter sind es etwa pro Tag. Seit Ende Januar hat die Kunowerin insgesamt 500 Liter Ziegenmilch verkäst. Wie viel Käse dabei herauskommt, das hängt von der Sorte ab, die Sandra Beyer produziert. Bei ihr gibt es Frischkäse in verschiedenen Sorten, Weichkäse wie Camembert mit Weißschimmel, halbfesten Schnittkäse und normalen Schnittkäse.

Der Käse aus der Ziegenmilch muss auf den Rosten mehrmals gewendet werden, damit er gleichmäßig reift. Quelle: Sandra Bels

In der Käseküche stehen Roste mit gelben Käsestücken. „Die reifen seit Januar“, sagt Sandra Beyer. Auch vom Februar gibt es Käse. Der Frischkäse tropft über einer Wanne ab. „Er ist von gestern und heute“, sagt die Kunowerin. Eine Infrarotheizung an der Wand sorgt für gleichbleibende Wärme. Den Kümmelkäse auf einem anderen Rost muss sie mehrmals wenden. Im Kühlschank liegen Käsepralinen in kleinen Schachteln. „Die nächsten will ich mit essbaren Blumen verzieren“, erzählt Sandra Beyer. Sie meint Stiefmütterchen.

Kunden kommen auch aus Berlin oder Hamburg

Die Kunowerin verkauft ihren Käse im hauseigenen Hofladen. Dort gibt es auch Marmelade und andere hausgemachte Sachen. „Wir verwerten, verarbeiten und verkaufen alles, was auf unserem Hof produziert wird“, sagt die Mutter von zwei Kindern. Gerade hat sie entdeckt, dass Hasenbraten oder Ziege mit Mirabellen gut schmeckt wegen der angenehmen Säure in den Früchten und empfiehlt es ihren Kunden. Die kommen auch von weiter her, wie zum Beispiel aus Hamburg, Berlin und Hessen.

Sandra Beyer vor ihrem Hofladen. Sie hat zusammen mit ihrem Mann in Kunow das Gehöft gekauft, auf dem sich einst die Kneipe befand. Quelle: Sandra Bels

Sandra Beyer stammt aus Bochum. Mit ihrer Familie lebte sie in Potsdam, bevor sie nach Kunow kam. „Wir hatten gezielt etwas auf dem Land gesucht und in der Prignitz gefunden“, sagt die Neu-Kunowerin. Sie und ihr Mann kauften die alte Kneipe. Das war vor vier Jahren. Sandra Beyer ist von Hause aus gelernte Familientherapeutin, hat in der Sterbebegleitung gearbeitet, später im Personalmanagement und war dann selbstständig mit unterschiedlichen Firmen. Heute gibt es noch eine Vertriebs- und Marketingagentur, sie arbeitet für eine Immobilienfirma und betreibt die Käserei.

Zum Käse machen kam sie eher durch Zufall. „Ich war im Internet auf der Suche nach einem Rasenmäher“, erzählt sie. Dabei stieß sie auf ein Angebot von Ziegen. Sie kaufte erst drei, aber schnell wurden es fünf. „Wir haben die Milch erst getrunken“, sagt Sandra Beyer. Doch bald wurde es zu viel. Der Gedanke, Käse zu produzieren, reifte in ihr. Das musste sie jedoch erst lernen.

Strenge Auflagen gelten bei der Produktion

Unterstützung fand sie dabei bei der Milchwirtschaftlichen Lehr- und Untersuchungsanstalt Oranienburg (Mlua). „Ich habe ein Jahr lang geübt und den Käse ins Labor geschickt, wo er untersucht und getestet wurde“, sagt Kunowerin. Sie arbeitet mit Rohmilch, hat strenge Auflagen bei der Produktion.

Im Mai 2017 bekam sie die Zulassung für die Käseherstellung zum Verkauf. Inzwischen war zu Hause eine Käseküche entstanden. „Wir haben die alte Hausküche geteilt und komplett neu gestaltet“, so die Käsemacherin. Der Käsekeller zum Lagern der Laibe ist noch in Arbeit.

Hund Charlie passt auf die Ziegen auf

Auf dem Hof gibt es aber nicht nur die Ziegen. Sandra Beyer hat einen kleinen Bauernhof. Puten laufen auf dem Hof. Auf der Weide stehen Kühe. Hund Charlie passt auf die Ziegen auf. Die Familie hat einen Gemüsegarten und viele Obstbäume. Im Supermarkt müssen sie nur wenig kaufen.

Von Sandra Bels

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