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Prignitz Sanierung stärkt die Kirche
Lokales Prignitz Sanierung stärkt die Kirche
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02:15 23.03.2017
Mitarbeiter der Firma Aufbau aus Chemnitz bereiten die Zimmermannsarbeiten an der Pritzwalker Sankt-Nikolai-Kirche vor. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Es ist eine Mammutaufgabe: sämtliche 44 Balkenköpfe im Dachstuhl von Sankt Nikolai müssen erneuert werden, dazu sind 660 Quadratmeter Dach neu zu decken, vor allem aber müssen 65 laufende Meter Baustahl durchs Gemäuer getrieben werden, um die Wände zu halten. Mit eindrucksvollen Worten stimmte Bauingenieur Ingo Dreger die Gäste auf die Bauarbeiten an der Pritzwalker Kirche ein, die am Montag offiziell begannen.

Gemeinde wollte eigentlich das Kircheninnere verschönern

„Eigentlich war es ja einmal das Ziel, dass die Gemeinde in der Kirche einen schönen Versammlungsrum hat, aber bis dahin muss noch einiges an der baulichen Hülle geschehen“, sagte Bauingenieur Ingo Dreger aus Kleinmachnow, der die Sanierung für die Kirchengemeinde betreut. Zuvor hatte Pfarrerin Susanne Michels an die Geschichte der drei Maurer erinnert, die von einem kleinen Jungen gefragt werden, was sie da tun. „Ich baue eine Mauer, sagte der eine. Ich verdiene Geld, der nächste, und der dritte antwortetet Ich baue eine Kathedrale.“ Genau darum gehe es letztlich, also Gott mit der Sanierung der Kirche die Ehre zu erweisen.

Geldgeber fanden: „Jetzt ist Pritzwalk dran“

Doch mit Gottvertrauen allein ist die große Aufgabe nicht zu bewerkstelligen. „Die ursprüngliche Idee, einmal den Innenraum der Kirche schön herzurichten, stammt aus dem Jahr 2012“, sagte Gemeindekirchenratsmitglied Christine Flassig. Seit mehr als drei Jahren wiederum habe sich die Kirchengemeinde um Fördermittel bemüht. Nach vielen Diskussionen sei es schließlich gelungen, die Zusage für Fördergeld in einer Höhe von insgesamt 1,1 Millionen Euro zu erhalten. Für den ersten Bauabschnitt sind 502 000 Euro veranschlagt. Den größten Anteil daran trägt mit 164 800 Euro oder 32 Prozent die Stadt Pritzwalk. 125 000 Euro oder 25 Prozent der Fördersumme übernimmt der Kirchenkreis Prignitz. 112 400 Euro – 22 Prozent – kommen von der Landeskirche. „Die positive Stimmung, die seit zwei drei Jahren in unserer Gemeinde herrscht, hat sich in den Gremien herumgesprochen“, sagte Christine Flassig. So seien die Entscheidungsträger zu der Überzeugung gelangt: „Jetzt ist Pritzwalk dran.“ Einen ebenso wichtigen Anteil an der Gesamtsumme übernahm die Stiftung Kirchen bauen Kirchen, die 15 000 Euro zur Sanierung beisteuerte. Bleibt ein immer noch hoher Eigenanteil von 94 800 Euro. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel gespart, Spenden eingeworben, die Kollekte diesem Ziel gewidmet und so sind wir in der Lage, zumindest für den ersten Bauabschnitt den Eigenanteil zu leisten“, informierte Christine Flassig.

Historische Ziegel werden symbolisch für 25 Euro verkauft

Doch Geld wird weiterhin gebraucht. Daher verbinden die Organisatoren das denkmalpflegerisch Sinnvolle mit dem finanziell Notwendigen. „Die Ziegel aus der Zeit von 1828 sind leider vom gemeinen Hausschwamm befallen“, berichtete Bauingenieur Ingo Dreger. Aber weil sowohl die Qualität der Steine als auch ihre historische Herkunft zur Kirche passen, habe man sich entschlossen, den Pilz mit Hilfe von heißer Luft zu vertreiben. „Wir bieten Pritzwalkern und anderen Interessierten die Ziegel zum symbolischen Kauf an, um unser Vorhaben zu unterstützen“, sagte Christine Flassig. 25 Euro kostet ein Stein. 15 Exemplare wurden bereits am Montag verkauft. Zu den ersten Interessenten gehörte neben Ingo Dreger auch Bürgermeister Wolfgang Brockmann. Die Steine werden ab sofort freitags von 10 bis 12 Uhr im Gemeindebüro in der Grünstraße angeboten. „Käufer erhalten eine Spendenbescheinigung. Ihre Namen werden auf einer Sondertafel im Gewölbe verewigt“, kündigte die Vertreterin des Gemeindekirchenrates an. Ihren Namen lesen könne alle Spender, die sich mit mindestens 10 Euro an der Sanierung der Kirche beteiligen.

Bei einer Führung zum Dachstuhl zeigte Ingo Dreger wie dringend die Arbeiten sind. „Die Wände kippen 17 Zentimeter nach außen. Wir stärken mit der Dachstuhlsanierung die Kirche“, erklärte er.

Von Andreas König

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