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Prignitz Saunalandschaft über der Elbtalaue
Lokales Prignitz Saunalandschaft über der Elbtalaue
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19:03 26.09.2017
Unternehmer Lutz Lange (2.v.l.) stellt Gästen von der Universität Potsdam und der Lebenshilfe sein neuestes Projekt vor: Eine Sauna- und Wellnesslandschaft im ehemaligen Ölsaatenspeicher der Alten Ölmühle in Wittenberge Quelle: Andreas König
Wittenberge

Nach und nach entwickelt sich die Alte Ölmühle in Wittenberge zu einem Freizeit- und Wellness-Tempel, den die Gäste kaum noch verlassen müssen, um sich etwas Gutes zu tun. Das dürfte genau im Sinne von Lutz Lange sein, dem Gesellschafter der Firma Genesis, der wiederum das Hotel und Restaurant „Zur Alten Ölmühle“ gehören.

Blick in die Elbtalaue ist der Clou

Die neueste Errungenschaft des umtriebigen Unternehmers ist eine Sauna- und Wellnesslandschaft, die in den oberen Stockwerken des alten Ölsaatenspeichers entsteht. Acht Saunen mit 250 Plätzen sollen dort entstehen. Der Clou dabei ist der Blick in die Elbtalaue, den die Badegäste genießen können. „Wir wollen einen Teil der Saunalandschaft zunächst unseren Hotelgästen anbieten, planen dann aber, dieses Angebot auch der Öffentlichkeit zu unterbreiten“, sagt Lutz Lange.

Einige Nüsse waren zu knacken

Die Aufgabe, eine moderne, allen Anforderungen genügende Saunalandschaft in einen mehr als 150 Jahre alten Ölsaatenspeicher einzubauen, ist alles andere als einfach. „Vor allem der Brandschutz gab uns immer wieder einige Nüsse zu knacken, aber dank der Findigkeit der Planer haben wir das jetzt alles im Griff“, sagt der Chef. Für die Bauphase musste unter anderem ein provisorisches Dach montiert werden. Doch schon wegen der heftigen Niederschläge in diesem Sommer habe sich der zusätzliche Aufwand bezahlt gemacht, zieht Lutz Lange Bilanz. Ähnlich verhält es sich mit dem Treppenhaus. Zwar ist eine hölzerne Treppe vorhanden, doch genügt die im Brandfall nicht als Notausgang und muss daher um ein gemauertes Treppenhaus ergänzt werden.

Investitionssumme beträgt 2,5 Millionen Euro

Alles in allem lässt sich Lutz Lange die Investition gute 2,5 Millionen Euro kosten. „Dafür bekommen unserer Hotelgäste und die Besucher ein Wellnessangebot, das seinesgleichen sucht. Zum Beispiel haben wir in dem Türmchen des Speichers eine Sauna mit einer eingebauten Treppe, auf der die Saunagäste von einem Biosaunabereich in eine etwas höher temperierte weitere Sauna gelangen“, schwärmt Lutz Lange. Um sich nach solcherlei schweißtreibenden Aktionen abzukühlen, können die Gäste auf dem Dach des Ölsaatenspeichers in einen Whirlpool steigen. Ebenso können sie in einer Salzinhalationsgrotte ihren Atemwegen etwas Gutes tun, es gibt eine Eisgrotte, Themensaunen und einen Multimediaraum. „Man kann bei uns komplett abschalten, man muss es aber nicht“, erklärt Lutz Lange dazu.

Separate Eingänge für Tageskundschaft und Hotelgäste

Besonders spektakulär dürfte der Blick sowohl vom Dach in Richtung Elbe werden als auch in der Gegenrichtung. Der Giebel des Speichers soll in Richtung Fluss mit einer gläsernen Fassade gestaltet werden. Die Hotelgäste bekommen einen separaten Eingang, die Tageskundschaft kann durch einen weiteren Eingang die Saunalandschaft betreten. Die Bauleute der verschiedenen Gewerke haben alle Hände voll zu tun. Das Ziel des Unternehmers ist sehr anspruchsvoll: „Noch in diesem Jahr wollen wir die Saunalandschaft eröffnen“, sagt Lutz Lange.

Bereits über 1o Millionen Euro investiert

Noch gehört einiges an Fantasie dazu, sich die roten Backsteinmauern als Badeparadies vorzustellen, aber bislang hat Lutz Lange all seine Ziele umgesetzt. Bei der Höhe der Investitionssumme dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass er auch diesmal Nägel mit Köpfen macht. Schon jetzt hat die Familie Lange insgesamt 10,6 Millionen Euro in die frühere Industriebrache investiert. Wenn das nächste Projekt zum Abschluss gebracht sein wird, dürfte sich die Summe auf knapp 14 Millionen Euro belaufen. Das aktuelle Vorhaben wird zu 20 Prozent gefördert.

Von der Industriebrache zum touristischen Zentrum

Lutz Lange legt Wert auf die Feststellung, dass seine Investitionen letztlich der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Stadt zugute kommen. Das sehen zwar längst nicht alle Wittenberger so, doch der Erfolg gibt dem Unternehmer recht. Noch vor zehn Jahren war die Ölmühle nicht mehr als eine große Industriebrache, die bestenfalls als morbid-nostalgische Kulisse für die Elblandfestspiele taugte. Inzwischen bietet der Standort ein Restaurant, zwei Hotels, eine Schaubrauerei, einen Indoor-Tauchturm sowie einen Kletterturm, eine Strandbar, eine Dampferanlegestelle und demnächst eine Saunalandschaft.

Von Andreas König

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