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Prignitz Schäfer aus Leidenschaft
Lokales Prignitz Schäfer aus Leidenschaft
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00:18 03.03.2017
Bei Fuß geht der vierwöchige Flaschen-Lammbock auch auf der Grabower Dorfstraße. Quelle: Claudia Bihler
Grabow

Er zupft an den Hosenbeinen der Besucher, folgt seinem Besitzer bei Fuß auch über die Dorfstraße, knabbert hier und dort mal an ein paar Grashalmen und schaut neugierig rüber zur Schafsherde in Grabow – ganz so, als würde er nicht dazu gehören, sondern der Hütehund der Herde sein. Doch Kurt – den Namen hat er erst an diesem Tag erhalten – ist ebenso ein Schwarzkopfschaf wie all die anderen Tiere, die am Ortseingang in Grabow auf der Weide stehen. Der Unterschied: Sein Besitzer zieht den kleinen Lammbock mit der Flasche groß.

28 Lämmer kamen in diesem Jahr zur Welt

Mit drei Schafen hatte Marcel Rinck im Jahr 2003 mit der Zucht angefangen. Damals hielt er noch Heidschnucken, doch inzwischen hat er die verkauft: „An deren Wolle ist niemand interessiert.“ Statt der Heidschnucken schaffte er sieben Schwarzkopf-Mutterschafe an, auf deren Zucht er sich heute konzentriert. Und die er vor allem auch ihrer Wolle wegen hält. Heute zählt die Herde 35 Mutterschafe. Die Tiere wirken gut genährt und ausgeglichen, und sie sind im Gegensatz zu den meisten ihrer Artgenossen komplett zutraulich. In diesem Jahr wurden bereits 28 Lämmer geboren. Kurt, das Flaschenlamm, ist unter diesen einer der älteren – vier Wochen zählt er bereits, einige der anderen Lämmer sind noch wesentlich jünger und staksen mit viel dünneren Beinen auf der Weide herum.

Gegen Ende des Winters beginnt die Lämmerzeit. Quelle: Claudia Bihler

„Schafzüchter wollte ich eigentlich schon immer werden“, sagt Marcel Rinck. „Seit dem Grundschulalter.“ Damals unternahm seine Klasse einen Ausflug zum Schafszuchtbetrieb in Groß Langerwisch. „Dort erhielten wir einen Anzug gegen die Seuchengefahr, aber mir war von Anfang an klar, dass ich das auch machen wollte.“ Damals wurden in Langerwisch noch ausschließlich Merinowollschafe gezüchtet, erinnert er sich. Und wäre der Betrieb nicht nach der Wende eingestellt worden, hätte er dort auch seine Ausbildung gemacht: „Aber das ging ja dann nicht mehr.“

Zweieinhalb Kilo Wolle tragen die Tiere durchschnittlich

Also versuchte sich der Grabower zunächst in einem anderen Beruf: „Ich habe in den Möbelwerken gearbeitet, aber das war nichts für mich, den ganzen Tag auf Beton. Ich bin ein Naturmensch und viel lieber draußen“, sagt er. Dass er mit dem Verkauf von Lämmern nur ein sehr geringes Einkommen erzielen kann, damit kommt er klar: „Ich brauche ja nicht viel.“

Der Lammbock wurde mit der Flasche großgezogen und soll sich nun an seine Herde gewöhnen. Quelle: Claudia Bihler

Schafzüchter bekommen keine Subventionen, was in der Branche auch immer wieder zu Protesten führt. „Aber Subventionen müssen ja auch gar nicht sein.“ Doch, dass gleichzeitig die zu erzielenden Preise so niedrig sind, das ärgert ihn schon. Knapp zwei Euro kann er pro Kilo Fleisch erlösen, lediglich 30 Cent gibt es pro Kilo Wolle, die unter anderem zu Dämmstoffen verarbeitet wird. Zweieinhalb Kilo Wolle tragen seine Tiere durchschnittlich, das deckt gerade so die Kosten für die Schur. Neben dem Lohn für den Schafscherer müssen Impfungen und Ohrmarken bezahlt werden – viel übrig bleibt für den Züchter aus Grabow bei diesem Geschäft nicht.

Ist mit seinen Tieren in der Umgebung unterwegs

Die Preise sind auch wegen der großen Konkurrenz aus Neuseeland und anderen Schafzüchter-Ländern so niedrig: „Was die Preise angeht, da müsste die Politik schon mal eingreifen“, sagt der Züchter. Und die Kunden versteht er nicht: „Die gehen lieber in den Supermarkt und kaufen für viel Geld Lammfleisch aus Neuseeland, statt es sich in der Region für weniger Geld zu besorgen.“ Insofern gilt für Rinck, dass er vor allem seine Kosten niedrig hält.

„Das gelingt mir auch sehr gut, weil ich mit meiner Herde immer dann die Felder der Agrargenossenschaft nutzen kann, wenn hier nach der Ernte eine Zwischenfrucht ausgebracht wird. Zudem können die Tiere eine Lagerfläche der Genossenschaft sauber halten.“

Die Schwarzkopfschafe hält Rinck vor allem auch wegen ihrer Wolle. Quelle: Claudia Bihler

Ein klassischer Wanderschäfer ist er nicht, dennoch ist Marcel Rinck mit seinen Tieren in der Umgebung unterwegs: Drei oder vier Kilometer laufen die Tiere durchaus. Eigentlich würde Rinck seine Herde gerne vergrößern – auf rund die doppelte Zahl an Muttertieren. „Aber das braucht seine Zeit, denn eine erfolgreiche Zucht bedeutet auch, dass ich immer mal wieder Tiere aussortieren muss.“ Obwohl seine Herde so klein ist, ist Marcel Rinck in der Branche tief verwurzelt und kennt so ziemlich jeden Züchter in der Region – vom Kleinzüchter im Nachbardorf bis zum großen Betrieb in Ostprignitz-Ruppin, der 3000 Schafe hält.

Dabei trifft er seine Berufskollegen auch bei den Branchentreffen, bei denen nicht nur Zuchtschafe vorgestellt, sondern auch Hütewettbewerbe veranstaltet werden.

Von Claudia Bihler

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