Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Schätze aus dem Königsgrab bei Seddin
Lokales Prignitz Schätze aus dem Königsgrab bei Seddin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 14.07.2018
Alles wird gesiebt, um Funde zu identifizieren. Quelle: Landkreis
Anzeige
Seddin

Wertvolle Funde kamen bei einem weiteren Ausgrabungszyklus am „Schwertgrab I“ in den Wickboldschen Tannen bei Seddin in dieser Woche zum Vorschein. Ausgrabungsleiter Jens May vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege präsentierte vier Scherben einer Türurne aus der Bronzezeit und ein Steingerät.

Außerdem fand das Ausgrabungsteam, zu dem auch der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger Jörg Hildebrandt gehört, mehrere Stellen mit Leichenbrand, der von den Archäologen sehr gut ausgewertet werden kann.

Etwa 100 Gäste mit Spannung dabei

Überraschend wurden neben der Grabkammer, die die Archäologen bei einer Grabungstiefe von gut einem Meter jetzt eindeutig nachweisen können, mehrere Urnen aus Nebenbestattungen geborgen. Am bekannten Königsgrab Seddin seien derartige Funde nicht gemacht worden, weiß Kay Richter vom Sachbereich Denkmalschutz der Kreisverwaltung.

Aufmerksam verfolgten Besucher die interessanten Ausführungen von Grabungsleiter Jens May (l.). Quelle: Landkreis Prignitz

Der Landkreis begleitet die Ausgrabungen intensiv und lud in dieser Woche zu einer öffentlichen Führung und Präsentation der Forschungsergebnisse ein. Etwa 100 Personen verfolgten mit Spannung den Ausführungen der Archäologen. Jens May erläuterte den Verlauf der nicht gerade runden Grabanlage von etwa 30 Meter Durchmesser, wovon lediglich ein Viertel der Fläche von den Archäologen „aufgedeckt“ werden konnte. In diesem Jahr war es möglich, die Grabungen bis in den noch unberührten Bereich vorzunehmen.

Tote blieben an Ort und Stelle

Das Grab jenes unbekannten Herrschers aus der Bronzezeit (2200 bis 88 v. Chr.) wurde bereits 1888 entdeckt und auf der Suche nach Schätzen vollständig „umgegraben“. Seine reiche Ausstattung aus bronzenen Objekten befindet sich heute in Moskau.

Für die Überreste von Tongefäßen und für die verbrannten Knochen der Bestatteten interessierte man sich damals jedoch nicht. Die Urnen aus Ton wurden zerschlagen und blieben gemeinsam mit den verbrannten Überresten der Toten an Ort und Stelle. So wurde 1888 von einer „Hausurne“ berichtet, die jedoch kein Archäologe zu Gesicht bekam.

Hinweise auf einen Vorfahren des Königs

Von diesem „sagenhaften“ Gefäß sind bei ersten Grabungen im vergangenen Jahr mehre Scherben gefunden worden, darunter ein großes Bruchstück von der Tür. Dass weitere passende Türstücke in diesem Jahr hinzukamen, freut das Team der Forschungsgrabungen.

Der Grabhügel wird jetzt wieder verschlossen und das Winterhalbjahr genutzt, die verschiedenen Fundstücke zu katalogisieren und mit der voll digitalen Dokumentation auszuwerten.

Möglicherweise wurde im „Schwertgrab I“ ein unmittelbarer Vorfahre des Mannes aus dem bekannten Königsgrab zu seiner letzten Reise niedergelegt. Es ist jedenfalls älter zu datieren als das Königsgrab Hinz. „Vielleicht war es ja der Opa von König Hinz“, lässt Kay Richter der Fantasie und Vorstellungskraft freien Lauf.

Von MAZ-online

Alle Jahre wieder – Rühstädt ist nicht nur einer der beliebtesten Orte in Europa, in die es in jedem Frühjahr besonders viele Störche zieht, die dann dort ihre Jungen aufziehen. Es ist auch der Mittelpunkt des Storchenfestes.

14.07.2018

Zum 20. Mal wird Perleberg zum Dorado der Fans alter Fahrzeugtechnik. Am kommenden Wochenende steht das Oldtimertreffen auf dem Motorsportplatz der Perleberger Oldtimerfreunde an.

13.07.2018

Regen ist angekündigt, doch vorher fordert immer noch die Trockenheit ihren Tribut: Am Montag brannte es am frühen Abend auf Feldern bei Kemnitz und zwischen Falkenhagen und Sadenbeck.

10.07.2018
Anzeige