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Prignitz Stallbrand: Glut ließ sich nur schwer erreichen
Lokales Prignitz Stallbrand: Glut ließ sich nur schwer erreichen
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00:23 06.03.2018
Mehr als 100 Einsatzkräfte waren am Samstag über Stunden damit beschäftigt, Stroh aus dem Gebäude zu holen und zu löschen. Quelle: Beate Vogel
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Putlitz/Neu Sagast

Dichter Qualm quoll zwischen Dachziegeln und Mauerritzen hervor – stundenlang: Am Mittag war im Putlitzer Gemeindeteil Neu Sagast ein Stallgebäude mit Heuboden in Brand geraten. Bis in den späten Abend dauerten die Löscharbeiten, so Einsatzleiter Christian Reisinger. Am Ende waren mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Polizei vermutet fahrlässige Brandstiftung.

Gegen Mittag war der Alarm eingegangen. „Wir waren gerade in Berge mit unserer Truppmannausbildung fertig“, erzählt Reisinger, der Amtsbrandmeister von Putlitz-Berge. „Die Jungs waren noch angezogen.“ So waren gegen 13 Uhr sehr schnell acht Wehren mit knapp 70 Kameraden ausgerückt: Hülsebeck, Sagast, Lütkendorf, Bresch, Pirow, Berge, Neuhausen und Putlitz. „Auch einige Kameraden aus Preddöhl (Amt Meyenburg) waren dabei, die an unserer gemeinsamen Ausbildung teilgenommen hatten.“

Durch den Dachboden gefressen

Zunächst stellten die Männer laut Reisinger eine Rauchentwicklung in einem kleinen Abstellraum fest. „Wir gingen davon aus, dass wir das relativ schnell in den Griff bekommen.“ Mit Atemschutzgeräteträgern erfolgte ein schneller Löschangriff.

Das Problem: Das Feuer hatte sich durch den Dachboden gefressen, der mit altem Stroh gefüllt war. „Wir hatten also Glutnester in dem Stroh, das dort seit mehr als zehn Jahren lag und fest verbacken war.“ Das Löschwasser perlte daran praktisch ab. Mit Motorsägen haben laut Einsatzleiter Reisinger die Männer dann versucht, die Seitenwand des Gebäudes zu öffnen.

In Neu Sagast (Stadt Putlitz) geriet am Samstag gegen Mittag ein Stall mit Heuboden in Brand. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren über viele Stunden im Einsatz. Die Wasserversorgung war schwierig: Zwei Zisternen waren rasch leer, ein Hydrant eingefroren. Das fest gebackene Stroh, in dem Glutnester glimmten, musst herausgezogen werden.

Unterdessen habe die Einsatzleitung entschieden, die Wehren Silmersdorf und Triglitz mit noch einmal zwölf Mann und sechs Atemschutzgeräteträgern zu alarmieren. „Außerdem haben wir den Bronto Skylift aus Pritzwalk angefordert, damit wir von oben das Dach öffnen können.“

Ein Bagger der Putlitzer Firma Stolz brachte dann die Lösung: Nachdem das Obergeschoss rundherum geöffnet war, konnte dieser mit einem Greifarm nach und nach das Stroh herausziehen, damit es die Männer unten löschen konnten. Immer wieder wurde mit Wärmebildkameras die Temperatur im Stroh überprüft. Zwischenzeitlich habe die Gefahr der Durchzündung bestanden, weshalb die Atemschutzgeräteträger das Gebäude verließen.

Hydrant war eingefroren, Zisternen leer

Gegen 20 Uhr begannen die Einsatzkräfte, mit Monitoren die Lagerfläche frei zu spritzen, „mit ganz viel Wasser und hohem Druck, erläutert Reisinger. Große Probleme habe laut Reisinger die Wasserversorgung gemacht: Die beiden Zisternen vor Ort waren schnell leer. Der Hydrant war eingefroren und konnte erst nach Stunden aufgetaut werden. Auch ein Strahlrohr fror auf eineinhalb Metern ein.

Die Monitore konnten demnach erst mit Hochdruck arbeiten, als die Männer eine 1,5 Kilometer lange Wasserversorgung zur Tongrube in Muggerkuhl gelegt hatten. „Die Leitung wurde in einer sehr guten Zeit verlegt.“

So einen Brand nur alle paar Jahre

Der Rettungsdienst hatte für die Einsatzkräfte ein beheizbares Zelt aufgebaut, in dem sie sich aufwärmen und etwas essen konnten. Zum Aufräumen waren noch einmal die Wehren aus Reetz und Wüsten Vahrnow gerufen worden. Gegen 22.15 Uhr konnten die Männer abrücken.

Reisinger lobte die Einsatzkräfte und den Ablauf vor Ort. Für ihn sei dies ein Einsatz gewesen, der sich ganz anders entwickelte als angenommen: „So etwas haben wir nur alle paar Jahre.“ Verletzt wurde niemand, das Wohnhaus am Stallgebäude blieb unversehrt.

Von Beate Vogel

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