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Schillernd, fantasievoll und voller Geheimnisse

Lenzen Schillernd, fantasievoll und voller Geheimnisse

Lenzener Kinder begaben sich in der vergangenen Woche mit dem Projektzirkus André Sperlich auf eine Reise durch die Zirkuswelt. Sie verwandelten sich in Artisten, Fakire, Clowns und Dompteure und betraten als solche selbst die Manege. ihr Auftritt begeisterte das Publikum.

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Wohl der Höhepunkt des Ganzen: Stolze „Dompteure“ heben eine Madagaskar-Boa hoch.

Quelle: Kerstin Beck

Lenzen. Lenzener Schüler, Lehrer und Erzieher haben im geheimnisvoll-düsteren Zirkuszelt Platz genommen. Bevor sie sich selbst in der Manege beweisen können, sind sie selbst Zuschauer einer Zirkusaufführung,. Es ist ein bunter Mix aus Clownerie, Zauberei, Akrobatik und Tierdressur. Die Augen der Kinder leuchten, und nur schwer sind sie auf ihren Plätzen zu halten. „Ich würde so gern sofort mitmachen!“, sagt ein Kind ungeduldig. Und das ist gut zu verstehen: Da gibt es junge Damen, die bunte Reifen kreisen lassen und zahme Tauben vorführen, ein Bursche wird in eine Tonne gesperrt, von Säbeln durchbohrt und tritt dennoch unversehrt wieder ans Tageslicht. Wie denn das? Aus einer geheimnisvollen Kiste kommen ungewöhnliche Dinge heraus: erst eine Taube und dann noch ein Hase, den sicherlich alle so gern streicheln würden.

Sorgt für großes Gelächter im Publikum

Sorgt für großes Gelächter im Publikum: Die „besten Clowns“ mit „Maggi statt Magie“.

Quelle: Kerstin Beck

Zur Taube gesellen sich dann noch weitere elf Tauben hinzu, die ein Rad zum Drehen bringen. Und dann treten Clowns auf, die alles besser als andere können wollen. Besonders Magie. Aber was kommt dann aus der Kiste heraus? Maggi statt Magie! Ein gelungener Witz, und das Zelt scheint fast zu wackeln, so sehr wird darüber gelacht. Zum Schluss der anderthalbstündigen Vorführung ist Zirkuschef An­dré Sperlich selbst zu sehen: als Gaucho, der mit Messern nach einer Dame wirft und durch das von ihm geschwungene Lasso springt.

Hier machen Fakire sogar Kopfstand auf Glasscherben

Hier machen Fakire sogar Kopfstand auf Glasscherben.

Quelle: Beck

Und nun sind die Kinder dran. Es werden Arbeitsgruppen gebildet, bei denen wirklich alle mit allergrößter Begeisterung mitmachen. „Die Kinder hier haben ganz toll mitgemacht und sind auch richtig begabt für diese Sachen“, sagt später der Zirkuschef. „Da merkt man eben, dass sich Kinder aus ländlichen Gebieten gern bewegen und klettern. Das ist nicht überall so – Gleichaltrige aus Großstädten haben eher ihr Handy im Sinn.“

Aber dagegen gibt es ja gerade diesen Zirkus, der mit seinem pädagogischen Hintergrund allein in diesem Jahr etwa 100 Projekte mit insgesamt 20 000 Schülern durchführt: Sinn und Zweck sind Verbesserung der Motorik und der sozialen Kompetenz. Und es gilt: Lernen durch Nachahmung, Lernen durch Begegnungen mit Tieren – und alles unter fachlicher Anleitung durch versierte Zirkusleute. André Sperlich ist das beste Beispiel dafür: Bereits sein Großvater eroberte die Gunst des Publikums mit einer atemeraubenden Show.

Am Donnerstag dann der große Tag: Höhepunkt der Projektwoche ist der Auftritt der Kinder. Sie haben etliche Stunden geübt. „Die Schüler haben vor Aufregung kaum geschlafen und kaum noch etwas essen können, aber ich habe ihnen gesagt, dass das ganz normales Lampenfieber ist“, sagt Schulleiterin Sabine Döpel.

Auftritt in luftiger Höhe von besonders talentierten Akrobaten

Auftritt in luftiger Höhe von besonders talentierten Akrobaten.

Quelle: Beck

Kurz nach 10 Uhr betreten dann Paula Leder und Anna-Maria Jahnke die Bühne. Die beiden kleinen Lenzenerinnen führen als Tina und Jerry durch die weite Zirkuswelt voller Fantasie, Zauberei und bunter Träume. Keine Zirkusdame rollt sich jetzt die vielen Ringe um die Hüften, sondern die kleine Jasmin Liepner – und es klappt! Andere machen es mit bunten Ringen und Schleifen! Dann stehen lauter kleine Seemänner in der Manege – ein Seeräuber wird in die Tonne verbannt und kommt nach der Säbelprozedur tatsächlich heil wieder heraus.

Bei den Tauben macht dann eine nicht mit. Sie ist neu und kennt das Ganze noch nicht so richtig, heißt es. Über „Maggi statt Magie“ wird wieder herzlich gelacht, ehe wirkliche kleine Magier ihren Auftritt haben: Sie laufen über spitze Nägel und machen sogar Kopfstand darauf. Sie schlucken Feuer und lassen aus einer Kiste einen kleinen und einen riesengroßen Hasen schlüpfen. Wunderschön ist die „Nummer auf dem Drahtseil“ anzusehen, und sogar bis in luftige Höhe schwingen sich die Kinder samt Akrobatik. Eine große Madagaskar-Boa wird dann noch von einer Horde stolzer „Tierbändiger“ in die Luft gehalten, unzweifelhaft ist das die Krönung der Show. Und zwischendurch wird fast ohne Unterbrechung applaudiert.

Aufgeregt warteten die Kita-Kinder auf die Zirkusvorführung

Aufgeregt warteten die Kita-Kinder auf die Zirkusvorführung.

Quelle: Beck

„Danke, dass du mich durch diese zauberhafte Welt geführt hast“, sagt Tina zuletzt zu ihrer Freundin, die anschließend bunte Seifenblasen in die Luft bläst. Derweilen erholen sich draußen die beiden Kaninchen von ihrem Auftritt, bis es dann am nächsten Tag wieder weiter in Richtung Ostseeküste geht.

„In einigen Jahren kommt der Zirkus bestimmt wieder her“, sagt die Schuldirektorin, die ihr sechs Monate altes Enkelkind zur Vorführung mitgebracht hat, zum Abschied. Bis dahin werden etliche Kinder bestimmt gern für die nächste Show üben.

Von Kerstin Beck

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