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Prignitz Schlachtfeld Mankmuß
Lokales Prignitz Schlachtfeld Mankmuß
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02:15 04.05.2017
Keine Attrappe: Die Kanone „Quitzow von Eldenburg“ gab echte Kanonenschüsse von sich – und das war verdammt laut. Quelle: Kerstin Beck
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Mankmuss

Vor 200 Jahren wären die Einwohner, hätten sie diese Töne gehört, eilends davongelaufen. Doch am Samstagnachmittag war das Gegenteil der Fall: Angelockt von dem „Krawall“ kamen Gäste zum Bistro „Alte Schule“ in Mankmuß, um Augen- und Ohrenzeugen zu dem zu sein, was sich da nun abspielte.

Zu sehen war erst einmal ein Biwak, aus dem eine stetige Räucherfahne schwebte, und beim Näherkommen gab es Interessantes zu sehen: „Artilleristen“ aus der Napoleonischen Zeit, sämtlich natürlich keine Franzmänner, sondern Freiheitskrieger, hatten sich um ein Feuer geschart, um zu sehen, was da so Nahrhaftes im Kessel brodelt, denn die Nacht im Zelt war gar zu „frisch“ gewesen. Auf die Frage, was es denn nun so gäbe, antwortete der Koch Wilhelm Kuhn aus Tangendorf knapp: „Das weiß ich jetzt noch nicht, das stellt sich erst zuletzt heraus!“

Weiter in die Wiese hinein war die Ursache der stetigen Ballerei zu sehen: die Kanone „Quitzow von Eldenburg“, die stetig mit selbstgemachtem Schießpulver wahre Kanonenschüsse abgab. Den Vorschlag, doch mal „in die Wärme des Cafés“ zu kommen, beantwortete der Kanonier Urban Britzius entrüstet: „Kaffee? Was soll denn das? Wir spielen hier schließlich Krieg!“

Das stimmte sogar. Denn wenig später marschierte eine Abordnung von Füsilieren dem dahinter liegenden Feld zu, wo bereits zwei Kavalleristen sich schon vor über einer Stunde „startklar“ gemacht hatten und eifrig weiterer Dinge harrten.

Zu sehen waren der „Freischärler“ Ron Mecklenburg aus Gadow auf seiner Araber-Fliegenschimmel-Stute „Comtess“ sowie in einer englischen Original-Queen-Parade-Uniform von 1815 Fiola Alt aus Bad Bodenteich auf seiner Dunkelfuchs-Traberstute „Michelle Diamant“. „Hier heißt es heute Kavallerie gegen Infanterie“, informierte Ron Mecklenburg die Gäste. „Also müssen die erst einmal richtig was machen!“

Die Fußtruppe, zu denen auch einige Schützenbrüder der Wittenberger Schützenzunft gehörten, hatten wirklich alle Hände voll zu tun: Fünf Schritte laufen, stehenbleiben, umständlich laden, ballern, wieder laden, laufen. „Jetzt weiß ich endlich, warum der 30jährige Krieg so lange gedauert hat“, war dazu aus der sicheren Reihe der Zuschauer zu hören.

Aber ganz so lange dauerte diese Übung der Lützower Husaren doch nicht, „bevor es dann später richtig bei den vielen Veranstaltungen losgeht“ – denn um eine Übung handelte es sich in Mankmuß letzlich.

Nach wenigen Minuten wurde das arme Häuflein der Rebellen von den Reitern eingekreist und gefangen genommen, und nun war es sicherlich Zeit für einen ordentlichen Kaffee „in der Wärme“ geworden.

Und wer das Spektakel verpasst hat: Im nächsten Jahr am letzten April-Samstag gibt es in Mankmuß bestimmt wieder einen „Kleinkrieg gegen Napoleon“.

Von Kerstin Beck

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