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Schlaflos nach Brand vor dem eigenen Haus

Wittenberge Schlaflos nach Brand vor dem eigenen Haus

Zwei Mal wurde ein Anwohner der Packhofstraße in Wittenberge in diesem Jahr Opfer einer Brandstiftung. Es blieb bei Sachschäden. Doch, bevor es zur zweiten Tat kam, hatte der 51-Jährige schlaflose Nächte. Am 14. Juni wurde eine 39-Jährige verhaftet. Sie muss sich für elf Brandstiftungen derzeit vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

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Auch für diesen Brand in der Wittenberger Bäckerstraße wird die 39-Jährige von der Staatsanwaltschaft verantwortlich gemacht.

Quelle: Foto: Norman Rauth

Wittenberge. Es war in Wittenberge allgemein im April, Mai und Juni dieses Jahres bekannt, dass ein Brandstifter in der Stadt unterwegs war. Das wusste auch ein 27-Jähriger, in dessen Nachbarschaft in der Bahnstraße es zu mehreren Bränden gekommen war.

Wieder ruhige Nächte nach Festnahme der Angeklagten

Nach dem 14. Juni dieses Jahres konnten die Wittenberger wieder ruhig schlafen. In dieser Nacht wurde die 39-jährige Sylvia S. erwischt, als sie in der Bürgerstraße ein Feuer legte. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft. Derzeit muss sie sich wegen elffacher Brandstiftung vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

Immer daran gedacht, selbst Opfer einer Brandstiftung zu werden

Der 27-jährige Koch hatte aus dem Fenster geguckt, nachdem er einen Knall gehört hatte. Einen Knall, der, das konnte er ausschließen, kein Silvesterböller war. Kurz zuvor hatte er Schritte wahrgenommen, die sich entfernten, aber dabei an einen Zeitungszusteller gedacht. Er sah aus einem Keller zwei Aufgänge weiter „rotflackerndes Licht“. Das war aus, als er mit der Taschenlampe dort hinein leuchtete. Wie der Zeuge berichtete, hatte es zwei Tage vorher ebenfalls in der Bahnstraße gebrannt. Davon hatte er allerdings nur einen Knall mitbekommen. Das ganze Geschehen hat den jungen Mann nachhaltig beeindruckt. „Ich war schon paranoid. Bei jedem Knall habe ich gedacht, dass es im eigenen Aufgang brennen könnte.“ Dazu kam es zwar nicht, dafür quoll eine Woche später Rauch auch aus einer Mülltonne auf dem Hof. Der junge Mann rief die Feuerwehr und die Polizei.

Polizei geht nicht von Versehen, sondern von Brandstiftung aus

Der Polizeibeamte, der am Dienstag vor Gericht gehört wurde, ging davon aus, dass die Tonne mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ angezündet wurde. Die genaue Ursache konnte nicht mehr ermittelt werden, weil die Tonne voller Löschwasser war. Der Beamte war auch davon überzeugt, dass bei der letzten Brandstiftung in der Bürgerstraße ein Brandbeschleuniger mit im Spiel war. Die Angeklagte hatte sich dahingehend eingelassen, dass sie aus Versehen eine glimmende Zigarettenkippe in eine Tasche mit Kleidung geschnipst habe. Ein Feuer in diesem Ausmaß nur durch einen Zigarette ausgelöst, hielt der Polizist für sehr unwahrscheinlich. „Ein Brandloch ja, aber ein offenes Feuer ist eher selten.“

Verdächtige Person beobachtet

Gleich zwei denkwürdige nächtliche Begegnungen hatte eine Wittenbergerin, als sie ihren Hund ausführte. Sie beobachtete am 27. Mai in der Bäckerstraße eine Person, die etwas anzündete. Diese war ihren Angaben nach schwarz gekleidet mit einer Kapuze über dem Kopf.

„He, was machst du da?“ habe sie der Person hinterhergerufen, so die junge Frau. Die so angesprochene sei nicht stehen geblieben, aber auch nicht weggerannt. „Sie hatte einen coolen, lässigen Gang“, sagte die Zeugin vor Gericht. Ob es sich um einen Mann oder Frau handelte, habe sie nicht erkennen können, zunächst habe sie an Jugendliche gedacht. Später habe sie von Anwohnern gehört, dass es in der Gegend nicht das erste Mal gebrannt habe.

Kein Dummer-Jungen-Streich

Einige Tage später habe sie jemanden in der Bahnstraße erlebt, der, wie sie sagte, wirres Zeug mit sich selbst geredet habe. Sie konnte das Selbstgespräch nicht genau verstehen, nur so Wortfetzen wie „lasst mich in Ruhe“ mitbekommen. Das hätte, so die Zeugin, dieselbe Person wie am 27. Mai sein können. Fakt ist, dass es etwa eine halbe Stunde später dort ebenfalls brannte. Wo genau, wusste sie nicht. Sie konnte noch sehen, in welchem Eingang die beobachtete Person verschwand.

An einen Dumme-Jungen-Streich dachte auch ein 51-jähriger Anwohner der Packhofstraße zunächst, als es das erste Mal bei ihm vor der Haustür brannte. Trotzdem „Ich war gebeutelt von dieser Sache. Ich habe nur noch schlaflose Nächte gehabt.“ Deshalb hörte er auch die Geräusche auf seiner Treppe. Als er die Tür öffnete, war derjenige bereits verschwunden. Die Türschwelle war mit einer Flüssigkeit benetzt, eine glimmende Zigarette lag in Reichweite. Am Donnerstag wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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