Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Ernte war noch nie so früh und so schlecht
Lokales Prignitz Ernte war noch nie so früh und so schlecht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:51 06.07.2018
Die diesjährige Ernte ist eine staubtrockene Angelgenheit – und mitunter sogar brandgefährlich. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Eigentlich sollte die Erntezeit jetzt erst losgehen – an manchen Stellen ist die Ernte aber bereits vorbei. Und auf vielen Feldern sind die Landwirte voll im Einsatz, das aber aus purer Not, um zu retten, was noch zu retten ist. Denn die lange Trockenperiode lässt keine gute Ernte mehr erwarten. „Eine so frühe und so schlechte Ernte habe ich noch nicht gesehen“, sagt dazu Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands Prignitz, „alles lechzt nach Wasser.“

Plädoyer für drei Tage Nieselregen

Regen könnte nur noch partiell helfen. „Nur drei Tage Nieselregen“, sagt Christina Stettin, „Landregen Tag und Nacht.“ Der Boden müsste nämlich langsam einweichen. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass alles abgeschwemmt wird. Auch die Beregnung von Feldern ist keine wirkliche Lösung für das Dilemma, in dem die Landwirte stecken. „Das geht nicht flächendeckend“, sagt dazu Christina Stettin.

Grund dafür ist, dass man mit Wasser sparsam umgehen muss, aus Kostengründen, aber auch zur Schonung der Ressourcen, denn „im Prinzip graben wir uns das Wasser ab für das nächste Jahr“. Selbst die Elbe verzeichnet an manchen Stellen nur noch einen Wasserstand von 40 Zentimetern. Benutzt werde ohnehin nur Oberflächenwasser. Beregnung benutzen vor allem Veredelungsbetriebe, die Kartoffeln anbauen. Ansonsten werden Beregnungssysteme nur dort eingesetzt, wo es von der Bodenqualität her möglich und sinnvoll ist.

Bei diesem trockenen Boden kann auch der Mais nicht wirklich gedeihen. Quelle: Bernd Atzenroth

Der Unterschied zum Vorjahr könnte nicht größer sein, als die Region regelrecht im Wasser ertrank. Das letzte vergleichbar trockene Jahr war 2003, allerdings eher weiter südlich. „Aber im Nordwesten Brandenburgs war es noch nicht so schlecht“, weiß Stettin, „dieses Jahr fehlte schon im Frühjahr die Feuchtigkeit.“ Das tut sie weiterhin, die Wetterprognose sehen trotz des etwas kühleren Freitags auf mittlere Sicht keine grundsätzliche Änderung für die ganze Region. Im Landkreis ist am schlimmsten die nordöstliche Region Richtung mecklenburgische Grenze betroffen, während es im Raum um Perleberg ein klein wenig besser aussieht.

An manchen Orten erreichen die Landwirte gerade einmal 20 Prozent des geschätzten Ertrags. Gerade beim Mais sind katastrophale Erträge zu erwarten – mit drastischen Auswirkungen. Schließlich ist der Mais auch Futterpflanze – 50 Prozent des Ertrags werden von Landwirten an Tiere verfüttert. Deswegen reduzieren manche Betriebe jetzt bereits ihre Tierbestände, weil sie befürchten müssen, dass die Futterbestände ansonsten nicht ausreichen. „Gerade beim Mais sehen manche Schläge ganz anders aus. Er dreht sich ein und wird immer kleiner“, hat Christina Stettin beobachtet. Auch die Rapskörner sind ganz klein, der Ölgehalt ist dementsprechend niedrig.

Abgemähtes Feld bei Kuhbier Quelle: Bernd Atzenroth

Auf dem niedrigen Ertragsniveau ist aber fast alles reif und muss abgeerntet werden. „Die Gerste ist so gut wie ab“, berichtet Christina Stettin, „wir haben hier 20 bis 60 Prozent Mindererträge.“

Christina Stettin klassifiziert das Ganze als „nationales Problem, die gesamte Bauernschaft ist davon betroffen“. Man hätte auch nicht gegensteuern können. Im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin sehe es sogar noch schlechter aus.

Versorgungsengpässe etwa bei Backwaren wird es deswegen aber nicht geben, denn man befindet sich im internationalen Markt. Anderswo habe es gute Ernten gegeben, und man könne „global einkaufen“. Hiesigen Landwirten nutzt das nicht viel, für manche ist die Situation existenzgefährdend.

Von Bernd Atzenroth

Bei einem Unfall auf der B 5 ist ein Jaguar-Oldtimer stark beschädigt worden. Ein Tanklaster hatte dem Wagen die Vorfahrt genommen. Der Schaden ist hoch.

06.07.2018

Der Wolf ist zurück und sorgt für große Kontroversen. Das wurde am Donnerstag auch beim MAZ-Talk in Buchholz (Stadt Pritzwalk) deutlich. Auf dem Podium und mit dem Publikum wurde lebhaft diskutiert.

09.07.2018

Kim Fisher, Tom Gaebel oder Anita und Alexandra Hofmann – die Elblandfestspiele haben wieder eine Starbesetzung. Am 13. und 14. Juli bekommen Besucher eine neue Optik geboten.

08.07.2018