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Prignitz Schüfer büffeln freiwillig Rumänisch
Lokales Prignitz Schüfer büffeln freiwillig Rumänisch
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00:22 20.11.2017
Die Schüler der Sprachen- und Musik-AG lernen seit Wochen ein rumänisches Weihnachtslied.
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Wittstock

Das Stimmengewirr legt sich wie eine Decke über den Klassenraum in der Polthier-Oberschule in Wittstock. Nur Wortfetzen dringen an das ungeübte Ohr. Dann gewinnt der weiche Klang Oberhand und einzelne Wörter sind zu erkennen. Laura Sandor löst das Rätsel auf: Die Lehrerin bringt den Schülern die rumänische Sprache näher. Innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft vermittelt die Rumänin den Schülern ihre Muttersprache.

Damit geht die Polthier-Oberschule ganz neue Wege im Land Brandenburg. „Ich kenne keine andere Schule, an der Rumänisch gelehrt wird“, sagt Laura Sandor. Diese AG bettet sich in eine im Juli dieses Jahres besiegelte deutsch-rumänische Schulpartnerschaft ein. Neben der Sprachen-AG leitet Laura Sandor auch die Theatergruppe. Dort wird ein Stück für den nächsten Besuch der Rumänen im Februar 2018 einstudiert. Auch die Rumänen proben für diesen Auftritt.

Schulleiterin Eva-Maria Vanino unterzeichnete im Juli die Zusammenarbeit der Polthier-Oberschule und dem „Liceul German“ in Sebes, dem deutschen Lyzeum in Mühlbach im rumänischen Siebenbürgen. Dabei handelt es sich um ein deutschstämmiges Gebiet. „Das ist unsere erste Schulpartnerschaft“, sagt Vanino. Sie reiste im Juli mit einer Gruppe von Lehrern und Schülern dorthin, unter ihnen auch Laura Sandor. Die 35-Jährige gehört zu den Banater Schwaben und wurde in Rumänien geboren. „Mit sieben kam ich mit meiner Familie nach Deutschland und bin in Bayern aufgewachsen“, sagt sie. Sie lernte ab acht Jahre drei Sprachen: Rumänisch, Deutsch und Englisch. Nach dem Lehramtsstudium für Deutsch und Geschichte konnte sie in Bayern allerdings nur mit Zeitvertrag als Lehrerin arbeiten. „Bei dieser Fächerkombination würde sich daran auch zukünftig nichts ändern“, sagt sie. Daraufhin suchte sie eine andere Perspektive und fand sie in Wittstock. „Das war schon sehr angenehm beim Gespräch und deshalb habe ich weitere zehn Vorstellungsgespräche abgesagt“, so Sandor.

Die gängigsten Vokabeln sitzen schon. Quelle: Christamaria Ruch

Das alles erweist sich für Wittstock als gute Fügung. „Ich bin überrascht, wie groß die Resonanz auf die Rumänisch-AG ist“, sagt Sandor. 14 Mädchen und vier Jungen aus den Klassenstufen 7 bis 10 drücken mittwochs für zwei Stunden die Schulbank und lernen die Fremdsprache. „Ich finde es gut, wenn unsere Schüler im Februar unsere Partner aus Sebes auf Rumänisch begrüßen“, sagt Sandor. Rumänisch ist eine romanische Sprache und „klingt fast wie Italienisch“, sagt Laura Sandor. Und gibt eine Kostprobe. Sie wirft einen Ball reihum zu den Schülern und dann gehen wie beim Ping-Ping-Spiel die Vokabeln hin und her. Die Wochentage, Monate, Zahlen bis zehn, die Begrüßung oder Familienmitglieder sprechen die Schüler sicher und flüssig. „Niemand spricht hier in Wittstock Rumänisch, und dieses Alleinstellungsmerkmal macht die Sprache für die Schüler zu etwas Besonderem“, sagt Laura Sandor. Doch noch mehr schwingt dabei Sympathie für die junge Lehrerin mit. „Ich bin ein Fan von ihr“, sagt etwa Achtklässlerin Anna. Auch Maya aus der 9. Klasse ist begeistert: „Frau Sandor ist witzig und wir lernen viel bei ihr. Die Sprache hat einen melodischen Klang und mir fällt das Lernen leicht.“ Maya spielt auch Theater und reiste im Sommer mit der Schulgruppe nach Rumänien. Johanna schreibt einige Vokabeln an die Tafel. „Zec“ heißt zehn, sambata bedeutet Samstag.

Die aus Rumänien stammende Lehrerin Laura Sandor hat die Liebe der Schüler zur rumänischen Sprache geweckt. Quelle: Christamaria Ruch

Immer mehr Wörter aus dem ersten Rumänischwortschatz gesellen sich hinzu. Nebenan probt die Schulband im Rahmen der Musik-AG. Musiklehrerin Julia Hildebrandt leitet die Gruppe. „Wir proben jetzt auch für unser Weihnachtsfest in der Schule ein rumänisches Weihnachtslied“, sagt Laura Sandor. „Deschide usa crestine“ (Macht hoch die Tür) ist der rumänische Weihnachtsklassiker unter den Liedern. Fünf Strophen werden einstudiert und die Schüler der Sprachen-AG treten im Dezember gemeinsam mit der Band auf. „Vor den Herbstferien hat sich das ergeben und seitdem üben wir das Lied“, sagt Julia Hildebrandt und setzt sich wieder ans Klavier. „Ich bin von der Ideenvielfalt überrascht, die sich in kürzester Zeit in diesem Zusammenhang entfaltet hat“, sagt Schulleiterin Eva-Maria Vanino.

Von Christamaria Ruch

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