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Prignitz Schüler in Groß Pankow länger unterwegs
Lokales Prignitz Schüler in Groß Pankow länger unterwegs
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00:17 30.05.2016
Yvonne Heimann (l.) und Juliane Thiele sammeln Unterschriften in der Gemeinde Groß Pankow gegen den neuen Nahverkehrsplan des Landkreises Prignitz Quelle: Andreas König
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Groß Pankow

Für Juliane Thiele ist der neue Busfahrplan ein Unding. Die Mutter zweier Kinder aus Kreuzburg (Gemeinde Groß Pankow) findet es „sehr traurig“, dass die Belange der Kinder im neuen Nahverkehrsplan nicht berücksichtigt werden. Die Folge: Ihr 16-jähriger Sohn muss ab dem nächsten Schuljahr nicht nur 40 Minuten früher aufstehen, um zum Gymnasium nach Perleberg zu gelangen, sein „Arbeitstag“, ist auch noch länger. „Wir wollen uns damit nicht abfinden“, sagte die Mutter zweier Kinder in der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung von Groß Pankow. Wie ihr gehe es vielen Eltern, deren Kinder auf Busse angewiesen sind. Wie mehrfach berichtet, wird die Zahl der Fahrten reduziert, Schulkinder sollen umsteigen und sind zum Teil deutlich länger unterwegs als zuvor. Noch schlimmer trifft es Einwohner von Orten unter 150 Einwohnern, in denen keine Schüler mehr wohnen. Denen bleibt lediglich der Rufbus.

Bürgermeister: Kreistag ist verantwortlich

„Uns wurde im Kreis-Schulausschuss gesagt, ’bei solch einer Umstellung gibt es Gewinner und Verlierer.’ Das ist nicht hinnehmbar. Es gibt keine Gewinner, sondern Kinder und Jugendliche, die begleitet werden müssen“, sagte Juliane Thiele. Von den Gemeindevertretern wollte sie wissen, wie sie sich zu den Plänen des Kreises geäußert hätten. „Ich unterstütze ihren berechtigten Protest“, antwortete Ingo Frahm, Vorsitzender der Gemeindevertretung. „Aber für diese Entscheidung ist der Kreistag verantwortlich“. Bürgermeister Thomas Brandt ergänzte, dass die Gemeinde sehr wohl das Prinzip „kurze Wege für kurze Beine vertrete. „Aber im Kreistag sitzen vor allem Abgeordnete aus den großen Städten. Im Gegensatz zu Städten wie Pritzwalk könnte Groß Pankow jedoch keine städtische Linie aufbauen, die im Übrigen im Volksmund als „Geisterbus“ bezeichnet werde. In der Anhörung der Gemeinde Groß Pankow hätten solche Einschnitte, wie sie jetzt sichtbar werden, allerdings keine Rolle gespielt. Es sei um die Grundschule in Groß Pankow und deren Erreichbarkeit gegangen, und die sei nach Hinweisen aus der Gemeinde gesichert. Im Übrigen habe sich der Kreis für eine sogenannte Nettoausschreibung der Verkehrsleistungen entschieden, bei der nur grobe Kriterien vorgegeben werden. Die Quittung habe man jetzt bekommen, sagte der Bürgermeister.

Kommunen können sich das nicht mehr leisten

„Aber solche Anhörungen gibt es nicht ohne Grund“, entgegnete Juliane Thiele, die als Gesamtelternsprecherin des Gymnasiums Perleberg fungiert. „Wir hätten sicher an dieser Anhörung teilnehmen können, wenn wir darüber informiert gewesen wären.“ Thomas Brandt verwies darauf, dass sich die Kommunen höhere Standards nicht mehr leisten könnten. Ein Parallelverkehr per Bus zur Bahnlinie sei nicht mehr zu leisten.

Gemeindevertretervorsteher Ingo Frahm bedauerte es, „wenn der Eindruck entstanden ist, dass wichtige Entscheidungen hinter verschlossener Tür gefällt würden. „Ich kann nichts Gutes für unsere Gemeinde an diesem Nahverkehrsplan erkennen“, sagte er. Die Gemeindevertreter unterstützten daher die Porteste der Eltern moralisch. An einer Entscheidung des Kreistages könne jedoch nur das Gremium selbst etwas ändern.

Juliane Thiele und Yvonne Heimann kündigten an, Unterschriften gegen den Nahverkehrsplan zu sammeln. An der Grundschule Karstädt werde demonstriert.

Von Andreas König

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