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Prignitz Schüler lernen Wege zum Glück kennen
Lokales Prignitz Schüler lernen Wege zum Glück kennen
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02:15 09.07.2017
Montessori-Schüler und Lehrer bei einem Workshop mit internationalen Gästen in Wittenberge. Quelle: Privat
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Wittenberge

Angeblich können Menschen das Glück ja erst dann erkennen, wenn es entschwunden ist. Dem dürften die 90 Schüler der Wittenberger Montessori-Schule widersprechen. Nach zwei Jahren Teilnahme am europäischen Programm „Erasmus“ haben sie nämlich gelernt, was Glück ist. Das war auch das Thema der zweijährigen gemeinsamen Zeit mit Schulen aus England, Dänemark, der Türkei, Slowenien, Griechenland und Portugal in Kontakt waren. „Happiness in Lifelong Learning“, zu Deutsch: Glücklichsein im lebenslangen Lernen lautetet das Thema. „Schon Maria Montessori schrieb: ’Ob wir unsere Kinder korrekt bilden, erkennen wir daran, ob sie glücklich sind’“, zitiert Schulleiter Peter Awe die italienische Pädagogin, nach deren Prinzipien noch heute an der Ibis-Schule in Wittenberge gelernt wird.

Schüler können nur glücklich lernen mit glücklichen Lehrern

Dass die Arbeit am Projekt die Mitwirkenden glücklich gemacht hat, davon ist Peter Awe überzeugt. „Wir lernten durch Befragungen aller Lernpartner, was das Glück an unseren Schulen ausmacht und teilten unsere Ergebnisse“, berichtet Peter Awe. Die beteiligten Schulen tauschten ihre Erkenntnisse stetig aus. In Wittenberge untersuchten die Schüler die Kinderrechte und „überlegten was wir brauchen, um glücklich lernen zu können“, wie es der Schulleiter formuliert. Eine fundamentale Erkenntnis der Schüler lautet beispielsweise, dass vor allem die Lehrer glücklich sein müssen, um den Schülern ein glückliches Lernen zu ermöglichen. Glück, so erlebten es die Schüler, entsteht vor allem aber auch, in dem man Dinge entwickelt und ausführt, die es so vorher noch nicht gab. In Wittenberge wurde ein Schulmaskottchen und ein -logo entwickelt, es entstand ein „Lied vom Glück“, die Schüler tanzten und musizierten miteinander. Filme über die Ausgrenzung von Kindern zeigten quasi das Gegenteil von Glück. Die Projektpartner bastelten den Glückskuchen und entwickelten Rezepte zum Glücklichsein.

Treffen förderten die Lust an der englischen Sprache

Eines der am stärksten beeindruckenden Ergebnisse des Projektes war das Kinderparlament. Die Schüler tauschten dort eigenverantwortlich ihre Glücksideen aus – und das international. Im Gedächtnis bleiben auch die gegenseitigen Besuche. Bis auf die türkischen Schüler kamen Delegationen der teilnehmenden Schulen zueinander, und einmal war auch Wittenberge Gastgeber eines Erasmustreffens „Eine der Errungenschaften, die bleibt, ist sicher auch die Lust an der englischen Sprache“, sagt Peter Awe. Bei so vielen unterschiedlichen Teilnehmern erwies es sich als das Beste, miteinander englisch zu sprechen.

Programm fördert Austausch in Europa

Das Erasmus-Programm hat die Europäische Union bereits 1987 ins Leben gerufen.Der Name erinnert an den Humanisten Erasmus von Rotterdam, steht aber für European community action scheme for the mobility of university students – Aktionsprogramm der Europäischen Union für die Mobilität von Studenten.

Auch Schulen können das Programm nutzen. Im Verbunde mit den Projektpartnern ergründeten die Wittenberger Montessori-Schüler den Zusammenhang zwischen lebenslangem Lernen und Glück.

Kinder erfuhren, wie gut sie es haben

Erkenntnisreich waren Besuche in Schulen anderer Länder allemal. In Portugal lernten die Wittenberg beispielsweise eine Schule kennen, an der 1800 Kinder unterrichtet werden. „Das ist dann schon fast eine Schulfabrik und zeigte unseren Kindern, wie gut sie es eigentlich haben“, sagte der Schulleiter.

Schulhof der Zukunft mit allerlei Attraktionen

Doch nichts ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden kann. Die Wittenberge-Schüler erstellten das Modell eines Schulhofs der Zukunft. Da gibt es einen Wasserplatz, Tiergehege, Verkehrsgarten und vieles mehr. Und da Glück auch bedeuten kann, seine Pläne zu verwirklichen, wollen Schüler und Lehrer dieses Modell der Geschäftsführung der Lebenshilfe als Träger vorstellen in der Hoffnung, dass der Schulhof so umgestaltet werden kann. „Das allerwichtigste aber sind die Freundschaften, die entstanden sind“, sagt Peter Awe.

Von Andreas König

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