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Schüler und Flüchtlinge sind zusammen kreativ

Wittstock Schüler und Flüchtlinge sind zusammen kreativ

Malen, tanzen, schauspielern – über die Kreativität konnte schon so manche Sprachbarriere überwunden werden. Das war auch das Ziel des Kunstprojekts „die bunte Brücke“, dass in dieser Woche Wittstocker Schüler und junge Flüchtlinge zusammengebracht hat – mit buchstäblich bunten Ergebnissen.

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Zusammen mit Schauspielerin Mandy John-Ziron (l.) bastelten die Schüler Kostüme. Diese sollen während des Improszenen- und Schauspieltrainings als Requisiten zur Geltung kommen.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Hier mit etwas Deutsch, da mit einigen Brocken Englisch und ansonsten mit viel Kreativität und Improvisationstalent fanden in dieser Woche Wittstocker Schüler und junge Flüchtlinge im Gymnasium der Dossestadt zueinander. In den drei Kursen des Kunst- und Integrationsprojekts „Die bunte Brücke“ lernten sie sich bei Tanz, Spiel und malerischer Gestaltung besser kennen.

Luna Shaya (l) und Turpal Yuspow hatten Spaß beim Basteln

Luna Shaya (l.) und Turpal Yuspow hatten Spaß beim Basteln.

Quelle: Christian Bark

„Wir haben gerade beim Tanzen festgestellt, dass wir oft den gleichen Musikgeschmack haben“, freute sich die 17-jährige Luna Shaya. Die junge Syrerin lebt eigentlich in Neuruppin, wollte aber unbedingt an dem Projekt teilnehmen. „Morgen werde ich vielleicht wiederkommen und was anderes ausprobieren“, sagte Fazad Rahmany. Der 16-Jährge Afghane lebt derzeit in der Wittstocker Clearingstelle. Etwas Abwechselung wie dieses Projekt tue ihm gut.

Projekt legt Basis für erste Freundschaften

„Die Teilnahme ist auf freiwilliger Basis“, betonte Projektleiterin Katrin Mason Brown. Sie schaute den Jugendlichen beim Malen und Farbmarmorieren über die Schulter, gab Tipps und freute sich, dass „Die bunte Brücke“ so viel Interesse deutscher und ausländischer Jugendlicher geweckt hatte. „Über Sport und Kunst findet man einfach schneller zusammen“, erklärte sie. So seien während des Projekts, das auch in ihrem Heimatdorf Ganzer Jugendliche bei sportlichen Veranstaltungen zusammengeführt habe, schon erste Freundschaften zwischen Einheimischen und Flüchtlingen entstanden.

Im Kurs von Annett Glöckner wurde getanzt

Im Kurs von Annett Glöckner wurde getanzt.

Quelle: Christian Bark

Allerdings half das Projekt auch einigen Schülern dabei, Leidenschaften in sich zu entdecken. „Vielleicht gehe ich bald in einen Tanzverein“, berichtete die 14-jährige Marie Hartmann über den Spaß, den sie im Tanzkurs mit Künstlerin Annett Glöckner erlebt hatte. „Wir haben eigene Choreographien einstudiert“, sagte sie. Als sie Mason Brown vor einiger Zeit gefragt habe, ob sie an dem Projekt teilnehmen möchte, habe sie nicht lange überlegen müssen und sich gerne beteiligt. Auch die Schauspielerin Mandy John-Ziron hatte es nicht bereut, die Projektwoche mitgestaltet zu haben. Beim Schauspielern und Requisitenbasteln komme es auch nicht immer so oft auf die Sprache an, viele Improvisationen und Übungen könnten über Augenkontakt und Körpersprache funktionieren.

Studentin Elsa Mason Brown (r) kümmerte sich ehrenamtlich um die Jugendlichen

Studentin Elsa Mason Brown (r.) kümmerte sich ehrenamtlich um die Jugendlichen.

Quelle: Christian Bark

„Wir sind immer offen für Neues“, lobte Gymnasiallehrer Kay-Michael Thonack das Projekt. Es passe besonders gut zum Leitbild „Schule mit Courage“. Während die Siebentklässler des Gymnasiums aufgrund parallel laufender Projekte und Fahrten nur sporadisch an den Kreativkursen teilnehmen konnten, hielten die Acht- und Zehntklässler der Polthier-Oberschule die Stellung auf der „bunten Brücke“. Sie arbeiteten auch eine Collage zum Erlebten aus, wie Kunsterzieherin Brigitte Gerlach zeigte. „Es ist das erste Mal, dass unsere Schüler ein Projekt zum Thema Integration mitgestalten“, sagte sie. Zum ersten aber laut Katrin Mason Brown hoffentlich nicht zum letzten Mal fand übrigens auch „Die bunte Brücke“ statt.

Von Christian Bark

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