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Prignitz Schülerinnen präsentieren Altarbild
Lokales Prignitz Schülerinnen präsentieren Altarbild
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19:03 15.03.2017
Eva Reiter (l.) und Stefanie Scheel vom Goethe-Gymnasium gestalteten ein neues Altarbild für die Pritzwalker Sankt-Nikolai-Kirche. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Die Kirche trägt den Namen Sankt Nikolaus, aber eine Darstellung des Schutzheiligen gab es in ihrem Inneren nicht. Bis jetzt jedenfalls, denn seit kurzem befindet sich ein 1,50 Meter hohes Altarbild in der Taufkapelle. Geschaffen haben es Eva Reiter und Stefanie Scheel, zwei Schülerinnen aus der Jahrgangsstufe 12 des Pritzwalker Johann-Wolfgang-von Goethe-Gymnasiums. Im Rahmen des Kunstkurses bekamen sie und ihre Mitschüler die Aufgabe, etwas für die Attraktivität der Prignitzer Kirchen zu tun.

Die jungen Damen wählten die Pritzwalker Sankt-Nikolai-Kirche als Gegenstand ihrer Arbeit. „Ein Annenaltar in der Nikolaikirche – Wo ist der Fehler?“, fragten sich Eva Reiter und Stefanie Scheel. „Seit etwa 40 Jahren beherbergt die Pritzwalker Nikolaikirche einen Leihaltar der Kirche in Alt Krüssow, welcher der heiligen Anna gewidmet ist. Diese Unstimmigkeit ist uns als allererstes aufgefallen, als wir die Kirche in Pritzwalk betraten“, schildern die Künstlerinnen ihren Ansatz.

Pfarrerinnen halfen bei der Umsetzung

Also musste ein Altarbild für die Sankt-Nikolaus-Kirche her, das dem heiligen Nikolaus gerecht wird. „Wir haben uns dann entschlossen, es selbst zu gestalten“, berichtet Eva Reiter. Das war vor rund anderthalb Jahren. Wie bei den meisten Kunstwerken nimmt die Vorbereitung die meiste Zeit in Anspruch. Die Schülerinnen mussten sich dem Heiligen inhaltlich nähern. Unterstützt wurden sie von der damaligen Pfarrerin Ina Piatkowski und seit einiger Zeit von Pfarrerin Susanne Michels. Auch die Lehrerrinnen Ines Dallmann und Elke Grämer sowie Schulpfarrer Christian Thomas halfen nach Kräften bei dem Projekt. „Zunächst haben wir uns mit der Person des Heiligen beschäftigt, haben von den vielen Legenden und Geschichten, die sich um ihn ranken, vier ausgesucht, die wir in Szene setzen wollten“, sagt Stefanie Scheel.

Doch einfach so die Heiligengeschichten nacherzählen, das genügte den beiden Schülerinnen nicht. „Wir wollten einen Bezug zu unserer Gegenwart herstellen und haben Bilder von Mitschülern und Lehrern benutzt, und sie in das Bild hineinmontiert“, sagt Eva Reiter. Während sie für den zeichnerischen Part verantwortlich war, hat sich Stefanie Scheel um den Computerteil gekümmert. Die Gesichter der sehr heutigen Protagonisten wurden in die zeichnerische Vorlage hineinkopiert. Das hatte den Vorteil, dass sich die beiden Künstlerinnen nicht mit den Feinheiten der Gesichter herumzuplagen brauchten.

Was bedeuten Wunder heute noch?

Ein weiterer Effekt dieser Vorgehensweise ist die optische Anmutung der Bilder. Die Darstellungen wirken sehr lebendig, die Collage gelungen. Doch das ist mehr oder weniger die Form. Inhaltlich geht es in den Bildern schon sehr zur Sache. Auf einem Bild sieht man den heiligen Nikolaus, wie er ein menschliches Bein in der Hand hält. „Es gibt diese Geschichte, in der ein Wirt drei Studenten aus Habgier umgebracht, die Leichen zerstückelt und die Gliedmaßen eingepökelt hat“, sagt Eva Reiter. Nikolaus erfährt davon, stellt den Wirt zur Rede und holt die Toten ins Leben zurück.

„Wir müssen uns auch fragen, was diese Wunder heute für uns bedeuten“, sagt Pfarrerin Susanne Michels. Ihr gefällt das neue Altarbild sehr gut.

Als zentrales Motiv ist der heilige Nikolaus ohne verfremdende Elenmete zu sehen. Die Darstellung ähnelt der von Ikonen der orthodoxen Kirche. Auch die anderen Motive stellen Geschichten aus dem Leben des Heiligen dar. Welche das sind, und wie sie bei der Arbeit vorgegangen sind, darüber wollen die beiden jungen Künstlerinnen die Öffentlichkeit am heutigen Donnerstag ab 15 Uhr in der Taufkapelle der Sankt-Nikolai-Kirche in Pritzwalk informieren. Eine weitere Gelegenheit, mit Eva Reiter und Stefanie Scheel ins Gespräch zu kommen, besteht beim Gottesdienst am Sonntag, 19. März, ab 10 Uhr.

Von Andreas König

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