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Prignitz Schüsse auf Schwäne: Belohnung für Hinweise
Lokales Prignitz Schüsse auf Schwäne: Belohnung für Hinweise
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00:29 17.01.2016
Eine Gruppe Singschwäne, zu erkennen an ihren gelben Schnäbeln, rastet auf einem Feld. Quelle: dpa
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Wittstock/Putlitz

Wer hat am 2. Januar bei Laaske in der Nähe von Putlitz auf Singschwäne geschossen? Diese Frage ist weiterhin offen. Das Vogelschutz-Komitee aus Linum will die Ermittlungen vorantreiben und hat jetzt eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt. Das Geld komme aus Spenden und winke demjenigen, der Hinweise geben kann, die zur Ergreifung des Schützen führen. Das teilt der Vorsitzende des Komitees, Eberhard Schneider, mit. „Wir sind satzungsgemäß verpflichtet, alle Verletzungen des Tierschutzes zur Ahndung zu bringen“, sagt er. Mit Fällen von Tierquälerei hat das Komitee schon mehrmals zu tun gehabt, etwa illegales Fallenstellen oder Vergiftungen. Einmal habe eine Zeugenaussage tatsächlich zur Aufklärung geführt. Der Zeuge habe aber auf die Auszahlung der Belohnung verzichtet. Er zog es vor, die Summe dem Tierschutz zu spenden.

Er hat die Schüsse überlegt: Der verletzte Singschwan wird in der Tierauffangstation in Struck gepflegt. Quelle: Björn Wagener

Ob auch der aktuelle Fall aufgeklärt werden kann, bleibt abzuwarten. Ein Unbekannter hatte vermutlich am Morgen des 2. Januar auf die prächtigen Vögel geschossen: Ein Schwan verendete, der andere erholt sich derzeit in der Tierauffangstation in Struck von seinen Verletzungen. „Auf jeden Fall kommen hier gleich mehrere Delikte zusammen“, sagt Schneider. Die Schüsse auf die geschützte Vogelart seien nicht nur eine naturschutzrechtliche Straftat, auch das Tierschutzgesetz und das Waffengesetz wurden verletzt. „Als ich von dem Vorfall erfuhr, war es für uns gar keine Frage: Darum müssen wir uns kümmern“, sagt der Vorsitzende. Bei der Obduktion des toten Schwanes solle vor allem auf den Schusskanal geachtet werden: „Er gibt Aufschluss darüber, aus welcher Richtung geschossen wurde.“

Schneider stellte nicht nur die genannte Belohnung in Aussicht, sondern spendete der Tierauffangstation auch 500 Euro. Der Betrag solle die Zusatzkosten, die die Behandlung und Betreuung des Schwanes verursachen, abfedern helfen. Das Engagement dort müsse unbedingt unterstützt werden, sagt Schneider. Angie Löblich von der Tierauffangstation sähe es ebenfalls gern, wenn der Fall gelöst werden könnte. Immerhin gehe es dem überlebenden Schwan inzwischen etwas besser. Er kann vermutlich in drei Wochen wieder in die Freiheit entlassen werden.

Angie Löblich engagiert sich seit Jahren für verletzte oder kranke Wildtiere – hier mit einem Seeadler, der von einem Windrad in der Prignitz erschlagen wurde. Quelle: privat

Die Station hat seit Kurzem ein großes Problem: Ihr fehlt ein Auto. Das alte ist nicht mehr zu reparieren. Deshalb müsse unbedingt ein anderes her, möglichst ein Kleintransporter oder Kombi, sagt Angie Löblich. „Ohne Auto sind keine Tierarztbesuche und Tiertransporte mehr möglich.“ Angie Löblich hofft darauf, dass jemand ein günstiges Auto „auf dem Hof stehen hat, das er loswerden möchte oder ein Autohaus etwas Günstiges anzubieten hat.“ Einzige Bedingung: Das Fahrzeug muss eine gültige Tüv-Plakette haben.

Wer Hinweise auf den Schützen geben kann, sollte sich an die Polizei oder das Komitee in Linum wenden:  0176/78 97 66 16 Hinweise entgegen – oder Angebote für ein Auto.

Die brandenburgischen Vogelschützer

Das Vogelschutz-Komitee in Linum bei Fehrbellin feiert am 5. April sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat etwa 45 Mitglieder und definiert sich als Gesellschaft zur Förderung des Vogelschutzes, Natur-, Tier- und Lebensschutzes. Der Vorsitzende ist Eberhard Schneider.

Ziel ist es, frei lebende Vogelarten in ihren angestammten Lebensräumen zu erhalten. Dazu werden auch Flächen angekauft oder gepachtet. „Wir haben derzeit mehr als 1000 Hektar in unserem Besitz und rund 400 Hektar gepachtet“, sagt Eberhard Schneider.

Auf den Vogel- und Naturschutz werde bei der Bewirtschaftung größten Wert gelegt. Wenn es um die Vogelschutzbelange geht, arbeitet der Verein auch mit anderen Organisationen zusammen.

Bekämpft werde laut Schneider vor allem auch das Fangen von Singvögeln mit Leimruten, das in Südeuropa noch praktiziert werde. Dabei zerstörten die Vogelschützer in gezielten Aktionen bereits mehrfach die Fanganlagen in Katalonien. Diese durchaus gefährlichen Aktionen hätten den Vogelfang aber bereits auf etwa zehn Prozent des Umfanges von vor zehn Jahren zurückgedrängt.

Von Björn Wagener

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