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Prignitz Schule Glöwen als Modell für ländlichen Raum
Lokales Prignitz Schule Glöwen als Modell für ländlichen Raum
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00:18 20.06.2016
Der bildungspolitische Arbeitskreis der Linksfraktion besuchte die Oberschule in Glöwen. Der Schulleiter Jörn Atlas (l.) und Cornelia Päts von der Gemeindeverwaltung Plattenburg erläuterten Gerrit Große, Kathrin Dannenberg und Thomas Domres die Situation der Schule. Quelle: Andreas König
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Glöwen

Geburtenknicks sind erst einmal überstanden, die bestehenden Schulen brauchen keine Angst vor der Schließung zu haben. Das ist die landläufige Wahrnehmung. Wenn es so einfach wäre. „Wir wollen, dass die Schulen, gerade im ländlichen Raum demografiefest werden“, sagt der Landtagsabgeordnete Thomas Domres. Zusammen mit dem Arbeitskreis Bildung, Jugend, Sport, Wissenschaft, Forschung, Kultur der Linksfraktion im brandenburgischen Landtag besuchte er am Donnerstag die Oberschule mit Grundschulteil Glöwen.

„Hier wird wirklich tolle Arbeit geleistet“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Kathrin Dannenberg. Vor allem als Beispiel für langes gemeinsames Lernen könne die Schule einige Leuchtkraft weit über die Region hinaus entfalten.

Abitur nach Abschluss der 10. Klasse möglich

„Wir sind eigentlich ganz gut ausgestattet“, sagte der Schulleiter Jörn Atlas. Allerdings sei es nicht leicht, Eltern, die ihr Kind aufs Gymnasium schicken wollen, davon zu überzeugen, dass auch eine ländliche Oberschule durchaus als Ausgangspunkt für ein Abitur dienen kann. „Möglich ist das beispielsweise, indem die Schüler ihren Abschluss der 10. Klasse in Glöwen machen und danach entweder ans Oberstufenzentrum nach Wittenberge wechseln oder an die Gesamtschule nach Neustadt“, sagt Jörn Atlas.

Zusammenarbeit als Mittel gegen den demografischen Wandel

Genau solche Ideen befürwortet die Linke mit ihrem Konzept der Schulzentren. „Das Mittel, um dem demografischen Wandel zu begegnen, ist Zusammenarbeit“, stellt die Landtagsabgeordnete Gerrit Große fest. Allerdings klappe das nur dann, wenn die Schulen sich keinem unnötigen Konkurrenzdruck untereinander ausgesetzt sehen. „Um die Schulstandorte in der dünn besiedelten Fläche zu erhalten, ist Kooperation zwingend nötig“, sagt auch Thomas Domres. Daher wäre es sinnvoll, wenn die Zusammenarbeit bereits jetzt begonnen würde. Künftig wäre es denkbar, verschiedene Standorte als Filialen einer Schule fortzuführen. Um den Unterricht für alle in der Region effektiv zu gestalten, müssten sich auch Gymnasien öffnen.

Erfahrungen mit Inklusion sind Trumpf

Als Trumpf in ihrem Profil kann die Oberschule Glöwen auf den hohen Anteil von Schülern mit sonderpädagogischem Bedarf verweisen. „Die Schule Glöwen hat die Inklusion schon praktiziert, als das Wort noch gar nicht im heutigen Sinne verwendet wurde“, lobte Gerrit Große. Derzeit sind drei Sonderpädagogen an der Einrichtung tätig. Sie betreuen insgesamt 35 Schüler mit Förderbedarf. Das Spektrum reicht von Defiziten beim Lernen, über Sehbehinderungen bis hin zu emotional-sozialem Förderbedarf. „Als Inklusionsschule haben wir uns einen Namen gemacht“, sagt Jörn Atlas. Selbst aus dem relativ weit entfernten Karstädt gebe es Anmeldungen.

Abgesichert werde das Angebot mit einem Stundenpool, der aus Sicht des Schulleiters für den Grundschulteil ausreichend ist, im Sekundarbereich allerdings noch ausgebaut werden könnte.

Vorbereitung der Schullandschaft von 2030

Die Erfahrungen und Anregungen, die die Linkenpolitiker in Glöwen gesammelt haben, sollen in die Regierungsarbeit einfließen. „Politikern wird ja immer vorgeworfen, nur in Legislaturperioden zu denken“, sagt Thomas Domres. „Wir wollen aber jetzt die Schullandschaft für 2020, 2030 vorbereiten.“

Von Andreas König

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