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Prignitz Schwer krank - und schwer engagiert
Lokales Prignitz Schwer krank - und schwer engagiert
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00:57 19.09.2014
Ein typisches Bild: Ingo Jeschke arbeitet viel am Computer, um Spenden zu organisieren. Quelle: Beate Vogel
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Sadenbeck/Berlin

Ein "Miteinander der Generationen" hat sich Ingo Jeschke auf die Fahnen geschrieben. Der Sadenbecker ist seit vielen Jahren parkinsonkrank. Anstatt sich aber völlig zurückzuziehen, betätigt sich Ingo Jeschke rege: Seit mehreren Jahren sucht er im Internet und übers Telefon nach Spenden und Förderern für soziale Projekte in der Prignitz - und das mit großem Erfolg. Auch deshalb ist er von der Behindertenbeauftragten des Landkreises für den Deutschen Engagementpreis 2014 vorgeschlagen worden.

Der Deutsche Ehrenamtspreis

  • Der Deutsche Engagementpreis wurde erstmals 2009 ausgelobt. Träger ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, dem große Dachverbände und unabhängige Organisationen sowie Experten und Wissenschaftler angehören. Das Projekt ist beim Bundesverband Deutscher Stiftungen angesiedelt. Förderer des Preises sind das Bundesfamilienministerium und der Generali Zukunftsfonds.
  • Die Jury ist besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern des Bündnisses für Gemeinnützigkeit sowie hochkarätigen Expertinnen und Experten verschiedener Engagementbereiche.
  • In diesem Monat beraten die Jurymitglieder die Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Gemeinnütziger Dritter Sektor, Einzelperson und der Schwerpunktkategorie „Miteinander der Generationen“.
  • Über den Publikumspreis entscheiden Bürgerinnen und Bürger mittels eines Online-Votings aus 15 von der Jury vorab bestimmten Finalistinnen und Finalisten aus allen Kategorien. Vom 1. bis zum 31.Oktober können sie auf der Website des Deutschen Engagementpreises über den Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreises entscheiden. Das Preisgeld soll für ein konkretes Projekt verwendet werden.
  • Mehr als 2300 Bürgerinnen und Bürger haben zwischen April und Juli Personen oder Organisationen für den Deutschen Engagementpreis 2014 nominiert. 1180 der Vorschläge sind im Wettbewerb. Die Preisverleihung findet am 5.Dezember in Berlin statt.
  • Weitere Informationen rund um den Deutschen Engagementpreis, seine Entstehung, den Wettbewerb 2014 und die Nominierten bietet die Homepage www.deutscher-engagementpreis.de.

"Ich bin zum dritten Mal für diesen Preis nominiert", sagt Ingo Jeschke. Und obwohl der Sadenbecker schon mehrere Auszeichnungen für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement bekommen hat, ist er aufgeregt. "Auch die Nominierung ist für mich eine Anerkennung." Solche Preise sieht er als Ansporn für seine unermüdliche Arbeit.

In einem kurzen Schreiben informierte ihn die Projektleiterin des Deutschen Engagementpreises, Mira Nagel, über seine Nominierung: "Als Leiter der Selbsthilfegruppe Parkinson Prignitz/Ostprignitz-Ruppin-Pritzwalk, Mitglied des Behindertenbeirates des Landkreises Prignitz, Unterstützer des Integrationssportfestes des Landkreises, als Behinderten- und Sponsoringbeauftragter des Pritzwalker FHV 03 sowie als Beschaffer von Geldern im Landkreis Prignitz bringt er unermüdlich seine Hilfe ein, obwohl er selbst seit Jahren schwer erkrankt und schwerbehindert ist." Dabei arbeite er freiwillig, ohne darüber nachzudenken, dass auch er manchmal an seine gesundheitlichen Grenzen stößt.

Ingo Jeschke hat von seinem Computer aus inzwischen ein deutschlandweit verzweigtes Netz aufgebaut, mit dessen Hilfe er Spenden und Fördermittel für soziale Projekte in der Prignitz organisiert. Nutznießer sind Kinder und Jugendliche, Behinderte und Nichtbehinderte, Kranke wie Gesunde. Der 51-Jährige ist wegen seiner Parkinsonerkrankung mehr oder weniger an sein Zuhause gefesselt. Von dort aus spricht er Firmen an, nimmt Kontakt zu Prominenten oder Politikern auf, um Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. Seine Aktivitäten lassen sich auf der Homepage der Stadt Pritzwalk verfolgen. Bald will Ingo Jeschke eine eigene Homepage eröffnen.

Zurzeit arbeitet er an einem Projekt, in dem es gezielt um junge Parkinsonkranke geht. "Wie gehen sie mit der Krankheit um, wie leben sie", erklärt der 51-Jährige, der selbst mit der Krankheit lebt. Sollte er den Preis gewinnen, würde das Preisgeld auch in dieses Projekt fließen.

Von Beate Vogel

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