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Prignitz Seniorenzentrum: Am Stadtrand, aber mittendrin
Lokales Prignitz Seniorenzentrum: Am Stadtrand, aber mittendrin
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02:15 19.01.2018
Leiterin Anke Brauer (l.) zeichnete Mitarbeiter der ersten Stunde im evangelischen Seniorenpflegezentrum „Willi Kupas“ in Wittenberge für 25-jährige Mitarbeit aus. Quelle: Andreas König
Wittenberge

Im Anfang war das Haus, könnte man in Anlehnung an die Bibel sagen. Denn der Grundstein für das heutige Evangelische Seniorenpflegezentrum „Willi Kupas“ wurde bereits zu DDR-Zeiten gelegt. Doch entsprach der unvollendete Bau nicht mehr den bundesdeutschen Vorschriften. Auf diese und andere denkwürdige Meilensteine in der Geschichte des Hauses blickten gestern Mitarbeiter, Vertreter des Landesausschusses für Innere Mission (Lafim), Politiker und Festgäste zurück.

Das 25-jährige Bestehen des „Willi-Kupas“-Hauses wurde, wie es für eine kirchliche Einrichtung üblich ist, mit einer Festsandacht gefeiert. Gehalten wurde sie von Martin Dubberke, Leiter der Stabsstelle für Diakonie und Theologie beim Lafim. Der Berliner würdigte vor allem den Dienst am Mitmenschen in der Gemeinschaft, der im Willi-Kupas-Haus in Wittenberge beispielhaft geleistet werde. „Niemand von uns, kein Mensch ist vollkommen“, sagte der Geistliche. „Erst durch die Fähigkeiten der anderen werden wir ein Ganzes, und dass wir aufeinander angewiesen sind, ist kein Mangel, sondern Gottes Konzept.“

Auf die professionelle Hilfe angewiesen sind derzeit 104 Bewohner. 112 Plätze bietet das Haus in Wittenberge Nord, sechs davon sind Kurzzeitpflegeplätze. Für das körperliche, leibliche und seelische Wohl der Bewohner sorgen insgesamt fast 100 Beschäftigte, wie Einrichtungsleiterin Anke Brauer sagte. Sie erinnerte an die Stationen in der Geschichte des Hauses. „Am 1. Januar 1993 wurde das Altenpflegeheim Nord gegründet“, sagte sie. Seien Tätigkeit nahm es offiziell am 25. Januar desselben Jahres auf. Die Bewohner von zwei Einrichtungen, eine in der Wahrenberger Straße und eine in der Ernst-Thälmann-Straße, zogen in das neue Haus am Rande der Stadt ein. Damals war Wittenberge Nord das neueste Stadtviertel Wittenberges. Inzwischen sind die Plattenbauten verschwunden. Bis auf einige Eigenheime kündet nur noch das Willi-Kupas-Haus von seiner Existenz.

Von Anfang an arbeitete die zum Lafim gehörende Einrichtung mit dem Oberstufenzentrum Wittenberge zusammen. Es wurden Praktika angeboten, und seit 1999 bildet die Einrichtung selbst Altenpfleger aus und arbeitet mit der KMG-Ausbildungsakademie zusammen.

Trotz der abgeschiedenen Lage spielet das Willi-Kupas-Haus immer eine Rolle in der Entwicklung der Stadt, sei es bei Besuchen im Heim, oder auch in brenzligen Situationen. „Viele erinnern sich noch an die Nacht des 27. März 1995“, sagte Anke Brauer. „Gegen 2.30 Uhr stand ein Zimmer im vierten Obergeschoss in Flammen. Es brannte vollständig aus. Zum Glück kamen keine Menschen zu Schaden.“ Das war vor allem dem beherzte Eingreifen der Wittenberger Feuerwehr zu verdanken. Nach diesem denkwürdigen Einsatz entschloss sich die Stadtverwaltung übrigens, der Wehr eine Drehleiter zu beschaffen.

Auch die Hochwasserereignisse überstanden die Heimbewohner gut.Große Sorgen machten sich hingegen alle, als im Juli 2014 eine Fliegerbombe auf dem Rehwischdeiche entschärft werden musste. „Das komplette Haus musste evakuiert werden“, erinnerte sich Anke Brauer. Die Bewohner, darunter bettlägerige, kranke, ja sogar kurz vor dem Tod stehende Menschen, wurden im evangelischen Gemeindehaus aufgenommen. „Als dann alles glücklich vorbei war, kamen die Bewohner zurück und sagten ’Das war ein schöner Tag’“, berichtete Anke Brauer.

Seit Bestehen des Hauses haben die Mitarbeiter den Anspruch, den Bewohnern im letzten Lebensabschnitt beizustehen., wobei sie so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen sollen. Diesem Zweck dient eine der ersten Anlagen für betreutes Wohnen am Heim. 24 Wohnungen sind entstanden, die noch heute genutzt werden.

Seit 2011 verfügt das Haus über Hausgemeinschaften, in denen die Bewohner so lange es geht, selbstbestimmt wohnen.

All das wäre ohne den Einsatz der Mitarbeiter nicht möglich. Als Mitstreiter der ersten Stunde wurden sieben von ihnen geehrt: Marina Sasse, Renate Löther, Jörg Kühlmann, Cornelia Torney, Heidemarie Waßner und Eveline Riedel. Ein besonderer Dank galt der erkrankten Dagmar Rhode-Ladewig, die nur im Nachtdienst arbeitet.

Von Andreas König

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