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Prignitz Sitzecke und Blumen für die Objektstraße
Lokales Prignitz Sitzecke und Blumen für die Objektstraße
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16:19 20.09.2017
Im Mai protestierten die Anlieger in Ellershagen-Ausbau gegen die Erneuerung der Objektstraße. Quelle: Beate Vogel
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Ellershagen

Nachdem die Objektstraße in Ellershagen-Ausbau (Amt Meyenburg) als technisches Denkmal in die Brandenburgische Denkmalliste aufgenommen wurde, gibt es in dem Gemeindeteil von Halenbeck-Rohlsdorf erste praktische Initiativen, die Betonplattenstraße und das Ortsbild zu verschönern. Elvira Gwozdz, die die Interessengemeinschaft „Wir gemeinsam“ mit ins Leben gerufen hatte, fragte mit Harald Flachshaar in der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Halenbeck nach Unterstützung.

Harald Flachshaar, ebenfalls Anlieger der Objektstraße, hatte die Idee vorgetragen, eine Sitzecke einzurichten und Blumenkübel aufzustellen. „Wie können wir das einreichen?“, wollte er von der Gemeindevertretung wissen. Bürgermeisterin Astrid Eckert riet ihm, im Internet Modelle herauszusuchen und Kostenangebote einzuholen. „Am besten vor der nächsten Gemeindevertretersitzung.“ Dann könnten die Vorschläge gleich im Zuge der Haushaltsplanung mitdiskutiert werden. Auch wenn laut Amtsdirektor Matthias Habermann noch kein schriftlicher Verwaltungsvorgang über die Einstufung der 50 Jahre alten Waschbrettstraße als Denkmal beim Amt Meyenburg vorliegt, ist die Aufnahme in die Denkmalliste dem Amt mitgeteilt worden. „Wenn ein Verwaltungsakt erfolgt ist, dann hat die Gemeinde die Möglichkeit, sich gegen die Entscheidung zu wehren“, so Habermann. „Wenn sie das möchte.“

Pläne zum Ausbau vorerst vom Tisch

Mit der Einstufung als Denkmal darf die Objektstraße in ihrer bestehenden Form nicht mehr beschädigt werden. Damit sind die Pläne der Gemeindevertretung, die Fahrbahn aus alten Betonplatten für gut 715 000 Euro durch eine Asphaltstraße zu ersetzen, wohl vorerst vom Tisch. Die Gesamtsumme sollte über einen Zuschuss aus dem Leader-Programm gefördert werden, so der Plan. Die Begründung war, dass die Objektstraße die einzige in der gesamten Gemeinde sei, die noch nicht saniert ist.

Gegen die Pläne hatte sich heftiger Widerstand in Ellershagen-Ausbau geregt. Die Bürger schätzten ihre Objektstraße als historisch wertvoll ein: Die alte Betonplattenstraße hat einst die Nationale Volksarmee bauen lassen. Aus Sicht der Anlieger ist sie noch intakt, wenn auch holprig. Ein Neubau der liebevoll genannten „Waschbrettstraße“ wäre für sie Verschwendung von Steuergeld.

Von der Unverwüstlichkeit beeindruckt

Inzwischen gibt es eine Internetseite, auf der die Interessengemeinschaft auch über ihre Projekte berichtet. Dort ist auch die Beurteilung der Straße aus Sicht der oberen Denkmalbehörde nachzulesen. „Die 1967 vermutlich im Auftrag der damaligen Nationalen Volksarmee der DDR von einer Berliner Tiefbaufirma gebaute Straße ist als Betonplatten-Straße ... ausgeführt“, heißt es da. Die Denkmalschützer waren offenbar von der Unverwüstlichkeit der Straße beeindruckt: „Die unbewehrten, mit groben Zuschlagstoffen, vermutlich zwischen 18 und 30 Zentimeter dicken Betonplatten, haben keine, wie sonst im ländlichen Wege-und Straßenbaubau der DDR üblichen beidseitigen Durchbohrungen mit Querstange und zeichnen sich wegen ihrer Herstellungsqualität durch eine in 50 Betriebsjahren erwiesene große Beständigkeit gegenüber Umwelt- und Verkehrseinflüssen aus.“

Im Sommer soll es blühen

Die Fahrbahn erinnert aus Sicht der Behörde zudem an die militärischen Aktivitäten zu DDR-Zeiten in Ellershagen-Ausbau. Dort hatte eine Funktechnische Kompanien ihren Standort. Vor dem Straßenbau soll sich in Ellershagen-Ausbau sogar ein geländegängiger Pkw mit britischen Offizieren festgefahren haben. Die Männer sollen von den NVA-Soldaten festgesetzt worden sein, bis die sowjetischen Streitkräfte vor Ort waren.

Die Arbeit der Interessengemeinschaft ist nicht vorbei. „Wir treffen uns in der Objektstraße immer jeden ersten Mittwoch im Monat“, berichtet Elvira Gwozdz. Für die Beratung am 4. Oktober steht die Planung der Sitzecke und der Blumenkästen für die Objektstraße an. „Das finde ich schon mal toll. Im nächsten Sommer wird es hier herrlich blühen“, meint die Anliegerin.

Von Beate Vogel

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