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Skepsis im Kampf gegen Windmühlen

Windkraftgegner in Bölzke Skepsis im Kampf gegen Windmühlen

Zwar haben viele Bürger etwas gegen weitere Windkraftanlagen, aber sie halten den Kampf dagegen mittels Einwendungen für wenig aussichtsreich. Das zeiget sich beim ersten „Einwendungstisch“ der Initiative „Gegenwind“ in Bölzke. „Hat ja doch keinen Zweck“, hieß es oft. Doch Fariba Nilchian und Jean Boué setzen auf Überzeugungsarbeit.

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Kritisieren den Aufbau weiterer Windparks (v. l.): Jean Boué und Fariba Nilchian.

Quelle: Andreas König

Bölzke. Der Wind bläst stark an diesem Sonnabendnachmittag in Bölzke. So stark, dass Fariba Nilchian und ihr Mann Jean Boué die Hinweiszettel für den ersten „Einwendungstisch“ gegen neue Windparks im Café Bölzke mit Montageband auf der weißgepunkteten roten Wachstuchdecke befestigen müssen.

Einwendungen haben etwas bewirkt

Das Sonntagscafé am Ortseingang ist gut besucht, doch das Interesse am Thema Windenergie oder besser gesagt der Widerstandsgeist hält sich in Grenzen. „Ich habe mich schon vor anderthalb Jahren dagegen ausgesprochen“, sagt ein älterer Mann, „genützt hat es nichts.“ Fariba Nilchian sieht das anders. „Damals wollten sie Windräder im Wald bauen, in der Hohen Heide“, sagt sie. „Na, daraus ist ja nichts geworden“, sagt der alte Mann. „Eben“, erwidert die Aktivistin. „Die Einwendungen haben doch etwas bewirkt.“ Genau darum geht es der Wahl-Bölzkerin. „Es gibt genug Windräder in der Prignitz“, findet sie. Jetzt sollen neue dazukommen, die mit bis zu 240 Metern noch höher werden.“

Nicht Gegnerin, sondern Kritikerin

Das gelte es zu verhindern. Fariba Nilchian möchte nicht Windkraftgegnerin genannt werden, eher -kritikerin. Ihr ist klar, dass alternative Energien nötig sind, wenn man aus der Atomenergie aussteigen will. „Aber die Windkraft ist – zumindest in der heutigen Form – nicht die Alternative, wie immer behauptet wird.“ Den Profiteuren der Windenergie – den Herstellern, Planern und Landbesitzern gehe es auch gar nicht um alternative Energieerzeugung, sondern um Gewinn, findet Jean Boué.

Windindustrie teilt die Gesellschaft

Der Filmemacher hat einen Mann in der Nähe von Rheinsberg getroffen, der seit 20 Jahren ein privates Windrad betreibt, um seinen eigenen Strom zu erzeugen. „Jetzt soll er es abreißen, weil es den Vorschriften nicht entspricht“, sagt Jean Boué. Dabei sieht er genau in solchen dezentralen Lösungen einen Weg, die Energiewende voranzubringen. Neben der massiven Beeinträchtigung der Landschaft und der Lebensqualität bringe der weitere Ausbau von Windparks auch das Sozialgefüge in den Dörfern in Schieflage. „Die Gesellschaft wird geteilt in diejenigen, die von dem Geld der Windindustrie verdienen und diejenigen, die nichts davon haben und deren Lebensqualität leidet“, hat Jean Boué beobachtet.

Neue Windräder „passen nicht hierher“

Der neue Regionalplan Windeignung weise neue Gebiete unter anderem bei Giesensdorf aus. Dabei reiche die Umzingelung durch Windräder in und um Pritzwalk jetzt schon. „Die Energie kann weder vernünftig abgeleitet noch gespeichert werden“, sagt Fariba Nilchian. Eine ältere Dame sieht den Tisch, kommt heran und macht eine Einwendung. „Diese Windräder passen nicht hierher“, sagt sie.

Von Andreas König

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