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Sohn kritisiert SEK-Einsatz gegen seinen Vater

„Reichsbürger“ in der Prignitz Sohn kritisiert SEK-Einsatz gegen seinen Vater

Ein kleines Dorf in der Prignitz hat am Mittwoch einen spektakulären Einsatz des SEK erlebt. Ein „Reichsbürger“ wehrte sich dagegen, dass ihm der Strom abgestellt werden sollte. Der 6-fache Familienvater verschanzte sich mit einem Messer in seinem Haus. Die MAZ hat mit dem Sohn des Mannes gesprochen.

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Für alle Fälle war auch der Rettungsdienst schon im Dorf.

Quelle: Foto: Fischer

Reckenthin. Glimpflich endete am Mittwoch um 13 Uhr ein Drama im Groß Pankower Ortsteil Reckenthin mit der Überwältigung des 54-jährigen Einwohners Gerd Schweitzer durch Spezialeinsatzkräfte der Polizei. Der Vater von sechs Kindern hatte am Vormittag einem Eon-Edis-Mitarbeiter, der den Strom abklemmen wollte, und einem von diesem zur Hilfe gerufenen Polizisten die Anwendung von Gewalt für den Fall angedroht, dass sie sein Wohnhaus betreten.

Während des Einsatzes wurde getwittert – hier lesen Sie die Tweets.

Bürgermeister lobt den Einsatz des SEK

Nicht direkt am Einsatzort in der Reckenthiner Dorfstraße, sondern in der von der Polizei eingerichteten Führungsstelle in der Nähe verfolgte der Bürgermeister der Gemeinde Groß Pankow Thomas Brandt das Geschehen. Er sagt: „Die Einsatzkräfte haben sehr besonnen gehandelt. Man hat gesehen, dass der Prignitzer Polizeichef Peter Schröder ein sehr erfahrener Polizeiführer ist. Es gelang, die angespannte Situation zu deeskalieren und Schusswaffengebrauch zu vermeiden. Dafür danke ich allen Beteiligen sehr. Es war ein sehr professioneller Einsatz und nicht mit ’Tatort’ und Co. zu vergleichen.“

Von Karsten Lehmann, Ordnungsamtsleiter in der Gemeindeverwaltung Groß Pankow, ist zu erfahren, dass die Familie bisher ordnungsrechtlich nicht aufgefallen ist: „Es gibt keine Akte.“

Auch der Sohn spricht von staatlicher Selbstverwaltung

Zur Familie von Gerd Schweitzer gehören sechs Kinder im Alter von 9 bis 18 Jahren, die mit der Mutter wieder ins Wohnhaus durften, nachdem sie dies während der polizeilichen Hausdurchsuchung verlassen mussten. Die MAZ telefonierte am Nachmittag mit dem 18-jährigen Sohn René Schweitzer. Waffen seien bei der Durchsuchung nicht gefunden worden, sagt er. „Was von der Polizei als Messer angesehen wurde, war eine normale Metallfeile.“ Mit dem Begriff „Reichsbürger“ könne er nichts anfangen. „Wir sind als Familie in staatlicher Selbstverwaltung“, erklärt er.

Der Strom sei nun abgestellt worden, so seien nicht nur Licht, Kühlschrank und so weiter nicht mehr funktionsfähig, sondern auch die komplette Heizungsanlage. „Eon-Edis wollte von uns Geld haben, aber mit denen haben wir gar keinen Vertrag, sondern mit Energy Today. Der Gerichtsvollzieher konnte auch keinen Vertrag mit Eon-Edis vorlegen und durfte deshalb ebenso gar nicht erst ins Haus rein.“ Die Drohung, dass er alle umbringen werde, die ins Haus kommen, habe sein Vater „nur in der Wut“ ausgestoßen. „Das glaubt ja wohl niemand, dass er jemanden von seinen Kindern umbringt“, so René Schweitzer.

Von Ulrich Fischer

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