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Spaß an der Arbeit als Apothekerin

Pritzwalk Spaß an der Arbeit als Apothekerin

Die Arbeit der Apothekerin spielt sich nicht nur im Verkaufsraum ab. So sind auch die ständigen Warenbewegungen zu überwachen, Medikamente herzustellen und Kunden zu beraten. Mareen Schulz aus der Pritzwalker Adler-Apotheke mag ihren Job, weil er so vielseitig ist: „Ich habe Spaß im Umgang mit Menschen.“

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Alphabetisch sortiert sind die Medikamente im wandhohen Warenlager der Adler Apotheke. Was hier lagert, ist verschreibungspflichtig.

Quelle: Beate Vogel

Pritzwalk. Jeder war schon in einer Apotheke. Weiter als bis in den Verkaufsraum kommen die meisten aber nicht. Vielleicht ist ein Blick ins Warenlager möglich, in dem sich in unzähligen Schubladen an einer Wand die Medikamente verbergen. Das sieht übersichtlich aus. Zur Arbeit in der Apotheke gehört aber viel mehr. „Das sieht der Kunde nicht“, sagt Mareen Schulz von der Pritz­walker Adler-Apotheke. Sogar Tresore gibt es da. „In der Apotheke ist alles gesetzlich geregelt, sogar die Mindestgröße“, erklärt die 32-Jährige. Es sind 110 Quadratmeter.

Vorn im Verkaufsbereich finden die Kunden Kosmetikartikel, Hustenbonbons oder Tees – alles Produkte, die frei verkäuflich sind. Hinter dem Verkaufstisch stehen in den Regalen Schmerztabletten, Nasenspray und Hustensaft. „Diese Medikamente sind zwar frei verkäuflich, dürfen aber nicht ohne Beratung abgegeben werden“, erklärt Mareen Schulz. Auf der Packung steht „apothekenpflichtig“. Was darüber hinaus verschreibungspflichtig ist, liegt verborgen in den wandhohen Schubladenregalen. „Dafür darf keine Werbung gemacht werden“, weiß die Apothekerin. Gegenüber liegt ein Beratungsraum. Hier gibt es Beratungen etwa für Fernreisen oder die „Pille danach“.

Anspruchsvolles Studium nach der Berufsausbildung

Acht Kolleginnen sind in der Adler-Apotheke beschäftigt, die zur Linden-Apotheke gehört. Steffi Matern ist die Inhaberin, Filialleiterin in der Adler-Apotheke ist Viola Groth. Sie ist wie Mareen Schulz Apothekerin. „Nur als Apothekerin darf man eine Apotheke führen.“ Mareen Schulz hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) in Schwerin gemacht, inklusive eines halbjährigen Praktikums. „Danach habe ich in Hamburg und Schwerin gearbeitet.“ Wenig später nahm sie ein vierjähriges Studium der Pharmazie in Greifswald auf. „Man muss natürlich Interesse für Naturwissenschaften mitbringen“, meint Mareen Schulz. Ihr hat beim anspruchsvollen Studium ihre Berufsausbildung geholfen. „Die ist aber nicht zwingend nötig.“ Den Ausschlag für ihre Berufswahl hat ein Praktikum in der Adler-Apotheke gegeben: „Das war ein Schnupperpraktikum in der 13. Klasse.“ Die damalige Apothekeninhaberin Margarete Matern hatte die Berufe in der Schule vorgestellt.

Seit drei Jahren arbeitet Mareen Schulz wieder in der Prignitz. „Der Beruf ist vielseitig, ich habe Spaß am Umgang mit Menschen.“ Sicher sei auch viel Bürokratie dabei. Aber ihre Aufgaben seien sehr verschieden, sie reichen von der Dokumentation über den Kontakt mit Kunden und Arztpraxen bis zur Herstellung von Medikamenten.

Für machen Patienten gibt es den Botenservice

In der Adler-Apotheke arbeiten auch PTA und die Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA). PTA dürfen nur unter Aufsicht eines Apothekers arbeiten, haben aber ähnliche Aufgaben. PKA kümmern sich um die gesamte Warenwirtschaft, in der es täglich viel Bewegung gibt. Da müssen Ladenhüter raus und Verkaufsschlager nachbestellt werden. Alles läuft über den Großhandel in Rostock und Schwerin. Zweimal täglich kommt Ware.

Benötigen Kunden Medikamente, die nicht vorrätig sind, werden diese bestellt. „Was bis 12 Uhr bestellt wird, ist bis 15 Uhr hier.“ Was danach geordert wird, kann der Kunde ab 17 Uhr abholen. Für Patienten, die auf dem Dorf wohnen oder schlecht zu Fuß sind, gibt es den Botenservice. „Das funktioniert nur im Team“, erklärt Mareen Schulz. Da macht es sich bemerkbar, wenn wie jetzt eine Kollegin im Babyjahr ist. „Wir brauchen dringend eine PTA.“

Bestimmte Medikament lagern im Tresor

Hinter der Warenwirtschaft liegen weitere Arbeitsplätze. So versorgt die Adler-Apotheke verschiedene Pflegedienste und beliefern sie. Eine Kollegin ist eigens mit der Versorgung für das Seniorenheim der KMG beschäftigt.

Manches Medikament kommt in einen der Arzneimittelkühlschränke – Augentropfen oder Insulin. Andere werden in einen Tresor eingeschlossen. Das gilt für alles, was unter das Betäubungsmittelgesetz fällt – starke Schmerzmittel zum Beispiel Fentanylpflaster und Morphinpräparate. „Die werden in Deutschland ganz besonders dokumentiert“, weiß Apothekerin Schulz.

Apotheker mixen auch nach Rezept

Im Bereich der so genannten Rezeptur können die Mitarbeiterinnen Medikamente selbst herstellen: „Salben, Kapseln, Augentropfen“, erklärt die 32-Jährige. Mittels der Infrarotspektroskopie wird zuvor die Identität der Ausgangsstoffe geprüft. Nach der gewünschten Rezeptur – etwa vom Hautarzt – entsteht das spezifische Medikament.

Wer übrigens ein Rezept hat, bekommt nicht immer das, was drauf steht. „Da haben wir manchmal Diskussionen“, weiß Mareen Schulz. Die Krankenkassen schließen Direktverträge mit den Arzneimittelherstellern ab, um Geld zu sparen. „Und wir als Apotheke müssen das entsprechende Medikament dann herausgeben.“ In Ausnahmefällen könnte es helfen, wenn behandelnde Arzt auf dem Rezept ein Kreuz setzt, damit der Patient nur einen bestimmten Medikamentenhersteller bekommt, zum Beispiel, wenn er nur dieses Arzneimittel verträgt. Das können auch die Apotheken auf dem Rezept begründen, sagt die 32-Jährige. „Unser Ziel ist es ja, die Patienten gut zu versorgen.“

Von Beate Vogel

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