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Sport soll die Seele beleben

Wittstock Sport soll die Seele beleben

Psychische Erkrankungen sind lange Zeit unterschätzt worden, entsprechend wenige Rehaangebote gibt er für Betroffene in der Region. Das hat auch der Kreissportbund OPR erkannt und bietet unter Leitung der Trainerin Madlen Wirtz einen Rehakurs in Wittstock an. Um über das Thema detaillierter zu informieren, stellt Wirtz den Kurs am Freitag in Wittstock vor.

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Im vergangenen Jahr hat Madlen Wirtz die Lizenz für den Rehasport erhalten. Seit Februar gibt es den Kurs.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Eigentlich war es eher ein Zufall, dass sich die Wittstocker Reki-Großmeisterin und Heilerin Madlen Wirtz zur Rehasporttrainerin für psychisch Erkrankte ausbilden lassen hat. Während ihrer Ausbildung zur Trainerin für Rehasport und Orthopädie sei sie 2016 ins Gespräch mit einer Vertreterin des Behindertensportverbands Brandenburg gekommen, wie sie berichtet. „Dabei wurde deutlich, dass es für Behinderte im Land noch immer zu wenig Angebote zur Rehabilitation gibt“, sagt sie. Dies gelte noch mehr für Menschen mit psychischen Problemen.

Madlen Wirtz erwarb Ende des vergangenen Jahres in der Fortbildung die Lizenz und bietet im Auftrag des Kreissportbundes Ostprignitz-Ruppin seit Februar einen Rehakurs in der Psychiatrischen Tagesklinik Wittstock an. „So etwas gab es in unseren Breiten bislang noch nicht“, erklärt Sportbundgeschäftsführer Thomas Krieglstein. Allein deswegen schon, weil das Thema „psychische Erkrankung“ bislang unterschätzt, wenn nicht sogar tabuisiert worden sei. Lediglich im Cottbuser Raum sowie in Berlin gebe es einige Angebote für Betroffene, in der Prignitz und im Ruppiner Land sei der Kurs quasi ein Pilotprojekt. „Wenn es gut läuft, können wir das Angebot auch auf den gesamten Landkreis und gerne auch auf den Kreis Prignitz ausweiten“, sagt Krieglstein.

Doch dazu müssten sich in Wittstock zunächst mehr Betroffene überwinden, am Kurs teilzunehmen. Bislang gebe es nur drei Teilnehmer, wie Madlen Wirtz informiert. Bis zu zehn wären jedoch eine optimale Gruppengröße. Weil sie bei ihrem ersten Besuch des Kurses mit einer Klientin erkannt hatte, dass die Trainerin wirklich individuell und motivierend auf die Teilnehmer einwirkt, hat Sozialpädagogin Katrin Ulmer von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) gemeinsam mit dem Sportbund eine Informationsveranstaltung zum Thema organisiert. „Es ist wichtig, dass Betroffene wissen, wo sie Hilfe finden“, sagt Ulmer. Unter „Gleichgesinnten“ falle es oft leichter, über Probleme zu sprechen und sich auf Aktivitäten einzulassen. Und das müssten viele Menschen mit psychischer Erkrankung auch. Zu einen wegen der sozialen Kontakte und zum anderen wegen der sportlichen Fitness.

Bewegung stärkt Fitness und soziale Kontakte

„Betroffene müssen oft aus ihrer Lethargie geholt werden, Motivation erfahren“, erklärt die Sozialpädagogin. In einigen Fällen beeinflussten Medikamente oder zu wenig Bewegung die körperliche Kondition negativ.

„Sport bedeutet auch geistige Zerstreuung, Ablenkung von Ängsten oder Suchtproblemen“, sagt Trainerin Madlen Wirtz. Zudem stärke Sport das Selbstwert- und Gemeinschaftsgefühl. „Es ist auch eine Möglichkeit, auf eine andere Art miteinander zu kommunizieren“, sagt die Trainerin. Für sie unterscheidet sich dieser Kurs von herkömmlichen Rehakursen insofern, als dass man das Leiden nicht auf den ersten Blick, wie bei einer Fraktur, erkennen könne. „Trotzdem erzielen dabei selbst einfachste Mittel eine unglaubliche Wirkung“, betont Madlen Wirtz.

Die Informationsveranstaltung findet am morgigen Freitag um 11 Uhr in der Kontakt- und Beratungsstelle der Awo in Wittstock am Markt 8 statt. Den Rehakurs bietet Madlen Wirtz jeden Mittwoch von 16 bis 17 Uhr in der Psychiatrischen Tagesklinik Wittstock in der Sankt-Marien-Straße 9 an. Zur Teilnahme benötigen Patienten ein Rezept ihres Haus- oder Facharztes, in dem auf eine psychische Erkrankung hingewiesen wird.

Von Christian Bark

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