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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schäfer

Peta zeigt Tierleid an Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schäfer

Tierschützer machen mobil gegen einen Prignitzer Schäfer: Er soll Anfang Juli bei brütender Hitze seine Schafe nicht ausreichend mit Wasser versorgt haben. Der Schäfer bestreitet das, muss sich aber dennoch einem Strafermittlungsverfahren stellen. Ihm könnte sogar Haft drohen.

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Schafe an der Elbe.

Quelle: Bernd Atzenroth

Lenzen. Gegen einen Prignitzer Schäfer ist jetzt ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden. Eine entsprechende Mitteilung der Tierschutzorganisation Peta bestätigte jetzt die Staatsanwaltschaft in Neuruppin. Hintergrund ist ein Vorfall am Deich bei Lenzen, nach dem ihm unterstellt wurde, seine Schafe trotz großer Hitze nicht ausreichend mit Wasser versorgt zu haben.

Der Lyriker Rainer Sander hatte, als er am 4. Juli, einem der heißesten Tage des Jahres, auf dem Fahrrad an der Koppel mit den Schafen am Elbdeich zwischen Lenzen und Gandow vorbeigekommen war, die Wassertröge leer vorgefunden. Die Feuerwehr Lenzen füllte die Kübel damals schließlich auf. Die Tierschutzorganisation Peta hatte daraufhin Sander und seine Lebensgefährtin sowie die Lenzener Feuerwehr mit Auszeichnungen bedacht. Der Schäfer selbst weist den Vorwurf von sich.

Schäfer soll Tierleid billigend in Kauf genommen haben

Der Vorwurf lautet nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Wilfried Lehmann auf Tierquälerei. Peta hatte am 9. Juli Strafanzeige erstattet und Strafantrag gestellt. Aufgrund dieser Anzeige tritt die Staatsanwaltschaft jetzt in Aktion und prüft einen Anfangsverdacht. „Was aber dabei herauskommt, ist völlig offen“, betonte Lehmann.

Peta hatte der Anzeige eine umfassende Begründung beigefügt. Zwei wesentliche Aspekte darin nennt Edmund Haferbeck, Manager der Wissenschafts- und Rechtsabteilung von Peta: Sogenannten Nutztieren, also auch den Schafen sei grundsätzlich immer Wasser zur Verfügung zu stellen; außerdem hätten die Tiere keinen Unterstand als Sonnenschutz gehabt. „Für uns gab es klare und plausible Aussagen, dass eine Herde von immerhin 200 bis 300 Tieren über Stunden ohne Wasser war“, erklärte Haferbeck. Einige Tiere hätten getaumelt oder flach atmend am Boden gelegen. Der Schäfer habe durch Nachlässigkeit erhebliches Tierleid billigend in Kauf genommen.

Dem Schäfer droht eine Freiheitsstrafe

Die Staatsanwaltschaft hat die Polizei mit den Ermittlungen beauftragt. Diese können sich durchaus über zwei Monate hinziehen, denn es gilt eine Menge Zeugen zu befragen, neben dem Schäfer zum Beispiel auch Rainer Sander, der damals bei einer Fahrradtour die durstigen Schafe sah und die Lenzener Feuerwehr eingeschaltet hatte. Auch die Brandschützer werden gehört, genauso wie die Verantwortlichen beim Landkreis Prignitz, die im Anschluss mit der Angelegenheit betraut waren.

Sollte sich nach Abschluss der Ermittlungen der Vorwurf erhärten oder bestätigen, droht dem Schäfer eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Das hängt unter anderem davon ab, ob gegen den Schäfer schon früher etwas vorgelegen hat. Das ist aber laut Prignitzer Kreisveterinäramt nicht der Fall. Lehmann jedenfalls sieht zunächst nicht, dass die Angelegenheit in eine Freiheitsstrafe münden könnte.

Von Bernd Atzenroth

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