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Stadt plant Eigenheimgebiet am Wasserturm

Pritzwalk Stadt plant Eigenheimgebiet am Wasserturm

Erheblichen Bedarf an Baugrundstücken für den Hausbau hat die Stadt Pritzwalk ausgemacht. Befriedigt werden soll die Nachfrage mit einem neuen Wohngebiet rund um den Wasserturm an de Havelberger Chaussee. Michael Ballenthien, Vorsitzender des Stadtentwicklungsaus­schusses, und Vizebürgermeister Ronald Thiel bringen das Thema in die Ausschüsse.

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Zeigen den Plan für ein neues Eigenheim-Wohngebiet am Wasserturm in Pritz­walk (v.l.): Michael Ballenthien und Ronald Thiel.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Zwar herrscht in der Prignitz im allgemeinen und in der Stadt Pritzwalk im Speziellen kein Bauboom wie in Berlin und in anderen Großstädten, doch es gibt Bedarf an Grundstücken für den Eigenheimbau. Das zumindest hören der stellvertretende Pritzwalker Bürgermeister Ronald Thiel und der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Michael Ballenthien (CDU) von Pritzwalker Bürgern ständig. „Es gibt ein reges Interesse daran, in der Kernstadt Pritzwalk zu bauen“, sagt Ronald Thiel. Weil das so sei, wolle man Bauwilligen erschlossene Grundstücke anbieten können. „Wir stehe dabei in Konkurrenz mit andern Städten und Gemeinden und wollen natürlich, dass Familien bei uns bauen.“

Entwidmete Bundesstraße ermöglicht Erschließung

Lange habe man gesucht, welche für den Hausbau geeignete Flächen überhaupt noch zur Verfügung stehen. Am alten Wasserturm an der Havelberger Chaussee sei man fündig geworden. „Seit 2012/2013 arbeiten wir bereis an einer Teilflächennutzungsplanung für dieses Gebiet“, erklärt Michael Ballenthien. Das insgesamt rund 4,5 Hektar große Areal zwischen dem Birkenwäldchen und dem August-Bartels-Weg würde zwischen 40 und 45 Einfamilien- oder Doppelhäusern Platz bieten. Es sei möglich, dort Bauland zu erschließen, weil die entwidmete ehemalige Bundesstraße 107 nunmehr als Kommunalstraße der Stadt gehört und daher für das geplante Wohngebiegt als Erschließungsstraße dienen kann.

Stadt müsse in Vorleistung gehen

Hauptursache für den Vorstoß ist jedoch, dass sich in Pritzwalk – im Gegensatz zu größeren Städten – kein privatwirtschaftliches Unternehmen finde, das in nennenswertem Umfang Bauland bereitstelle. „Daher muss die Stadt in Vorleistung gehen“, sagt Ronald Thiel. Man habe zunächst das Hamburger Büro Plankontor mit Niederlassung in Neuruppin damit beauftragt, die Grundlagen für das Aufstellen einer Ergänzungssatzung zu erarbeiten. Dieses Dokument zeigt das geplanet Wohngebiet „südlich der Kernstadt im Bereich ’Am Wasserturm’ östlich der Havelberger Straße“. Gemeint ist die aus Richtung Pritzwalk gesehen linke Seite der alten Havelberger Chaussee, dort, wo der Wasserturm steht. Das denkmalgeschützte Bauwerk gehört dem Wasser- und Abwasserzweckverband Pritzwalk. In dem geplanten Bebauungsplan grenzen die ersten Parzellen unmittelbar an den Turm.

Politische Gremien müssen erst zustimmen

Vorausgesetzt, die Ausschüsse und später die Stadtverordneten stimmen dem Vorhaben zu, soll das Gebiet in zwei Abschnitten erschlossen werden. Der erste, kleinere Abschnitt bietet Platz für etwa acht Einfamiliengrundstücke. Ziel des Aufstellungsbeschlusses soll es sein, das Wasserturmgrundstück mit einzubeziehen und die Parzellen mit Hilfe von etwa zehn Meter breiten Zwischenräumen ohne Bebauung voneinander zu trennen. Um dort Baurecht zu schaffen, sei eine Ergänzungssatzung zu bereits bestehenden Beschlüssen möglich.

Kleingärten sollen nicht berührt werden

In einem zweiten, größeren Abschnitt sollen dann die übrigen 30 bis 35 Grundstücke erschlossen werden. „Die Kleingärten werden von dieser Planung nicht berührt“, versichert Michael Ballenthien. Dennoch sie es erforderlich, wegen des Eingriffs in die Natur Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck soll der ehemalige Rübenlagerplatz in Richtung Gewerbegebiet Süd entsiegelt werden das heißt der jetzt dort vorhandene Betonboden würde verschwinden.

Landkreis habe Idee zugestimmt

Sowohl Michael Ballenthien als auch Ronald Thiel streben an, dass die politischen Gremien bis hin zur Stadtverordnetenversammlung einen Selbstbindungsbeschluss schaffen. Damit wäre die Richtung vorgegeben, an die sich das Stadtparlament auch nach Veränderungen der Machtkonstellation halten müsste. Der Landkreis Prignitz, mit dem die Pläne zuvor beraten worden waren, habe dem jetzigen Konzept zugestimmt. Die Ackerfläche, die sich gegenwärtig auf der westlichen Seite der Bundesstraße 107 befindet, werde hingegen als Außenbereich gewertet und könnet zumindest nach jetzigem Stand der Dinge nicht als Wohngebiet ausgewiesen werden.

Planungskosten würden auf Grundstückspreise umgelegt

Das jetzt vorgesehene Areal verfügt gegenwärtig noch nicht über eine Erschließung. Alle dazu notwendigen Arbeiten könnten erst vergeben werden, wenn die Stadtverordneten den Plänen zustimmen. Für die Kosten von Planung und Erschließung müsst zunächst die Stadt aufkommen. Üblicherweise werden derartige Aufwendungen jedoch auf den Kaufpreis umgelegt, den Interessenten letztlich der Stadt überweisen müssten, wenn sie die Absicht haben rund um den Wasserturm zu bauen.

Von Andreas König

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