Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Stadt soll Kran noch drei Jahre betreiben
Lokales Prignitz Stadt soll Kran noch drei Jahre betreiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 27.09.2016
Selten genutzt: der Hafenmobilkran in Wittenberge. Quelle: König
Anzeige
Wittenberge

Zwei Millionen Euro für den Kran, insgesamt etwa zwölf Millionen für den Hafen – die Erwartungen an den Elbeport in Wittenberge sind groß. Allerdings kann von einem florierenden Logistikstandort kaum die Rede sein.

Betreibergesellschaft hat sich neu strukturiert

Die Betreibergesellschaft Elbeport hat sich gerade neu strukturiert, die Deutsche Eisenbahnservice AG, Mutter der Eisenbahngesellschaft Potsdam, ist Mehrheitsgesellschafterin im Elbeport. Doch für den Betrieb des Hafenmobilkrans und der Gleisanlagen ist die Stadt Wittenberge zuständig. Das soll trotz der Flaute im Hafen auch in den kommenden drei Jahren so bleiben. Zumindest wenn es nach den Mitgliedern des Haupt-, Finanz- und Bauausschusses geht, der am Donnerstag nicht öffentlich tagte.

Förderrechtliche Gründe sprechen für städtischen Betrieb

„Das jetzt gewählte Organisationsmodell hat vor allem fördertechnische Gründe“, erläuterte Bauamtsleiter Martin Hahn. Da der Hafenkran und große Teile der In­frastruktur im Hafen vom Land Brandenburg gefördert wurden, muss deren Betrieb unabhängig von der eigentlichen Hafengesellschaft erfolgen. Bisher beschäftigt die Stadt für Kran und Gleise je einen Betriebsführer, stellt die Technik den sie nutzenden Unternehmen zur Verfügung und rechnet die Leistungen ab.

Wirtschaftliche Situation schlechter als prognostiziert

„Natürlich ist die wirtschaftliche Situation im Hafen nicht da, wo sie einst prognostiziert wurde“, räumt Martin Hahn ein. Das habe mehrere Gründe. „Zum einen natürlich der niedrige Wasserstand der Elbe, der kaum Transporte zulässt, aber auch die Verschiebung geplanter Ansiedlungen im Industriegebiet Süd“, sagte der Bauamtsleiter. So habe das niedersächsische Familienunternehmen Bröring die ursprünglich für dieses Jahr geplante Investition in ein Mischfutterwerk um ein Jahr zurückgestellt. „Auch andere Unternehmen, die auf einen Umschlag im Elbeport gesetzt haben, mussten sich wegen des Wasserstandes andere Wege suchen“, berichtete Martin Hahn. Schließlich seien auch die Schiffstransporte für die Firma Biodiesel nie realisiert worden.

Kran verursacht Kosten, wenn er genutzt wird

Dennoch wolle die Stadt dem Projekt drei weitere Jahre Zeit geben. Bis Ende 2018, so lautet zumindest die Empfehlung der drei Ausschüsse, soll die Stadt Betriebsführerin sowohl für den Kran als auch für die Gleisanlagen bleiben“, erklärte der Bauamtsleiter. Mit dem Betrieb der Gleisanlagen habe die Stadt eine Infrastruktur in ihrem Besitz, die permanent Kosten verursache. Beim Mobilkran sei es hingegen vor allem dann teuer, wenn er arbeite. Da das zwei Millionen Euro teure Spezialgerät allerdings nicht so häufig zum Einsatz komme, hielten sich die Kosten zumindest in Grenzen. „Kostenneutral“ stelle sich der Kranbetrieb gegenwärtig dar, erfuhren die Ausschussmitglieder in der Sitzung. Allerdings seien dabei sowohl die Personalkosten als auch die Abschreibungen nicht berücksichtigt. Trotz der ungünstigen Voraussetzungen wolle man dem derzeitigen Konzept eine zweite Chance geben, um zu sehen, wie sich die neue Gesellschafterstruktur und die Konzentration des Logistikstandortes auf die Eisenbahninfrastruktur des Hafenstandortes auswirke.

2019 wäre nächste Überprüfung fällig

2019 solle dann – wenn die Stadtverordnetenversammlung den Vorschlag bestätigt, erneut überprüft werden, wie sich das Organisationsmodell in der Praxis bewährt hat. Aus förderrechtlichen Gründen darf die Hafentechnik auch dann nicht in den Besitz des Hafenbetreibers übergehen. Denkbar wäre, eine Fremdfirma mit der Betriebsführung zu beauftragen. „Doch auch die will und muss ja letztlich etwas verdienen“, sagte Martin Hahn.

Von Andreas König

Er gewinnt regelmäßig beim Marathon in seiner Altersklasse: Für Ernst Wehrstedt aus Pritzwalk (Prignitz) ist Bewegung auch im hohen Alter alles. Mit 82 ist er noch regelmäßig auf der Laufstrecke und empfindet das als großes persönliches Glück. Der MAZ verrät er das Geheimnis seiner Fitness.

24.09.2016

Bei der Planung der Bauschuttdeponie in Luggendorf wollen die Gemeindevertreter Groß Pankow mitreden. Eine Probeabstimmung fiel am Donnerstag einhellig aus. Die Betreiber würden das Vorhaben auch ohne Einverständnis der Gemeinde umsetzen, hieß es. Die Deponiegegner aus dem 36-Seelen-Ort Luggendorf sammelten 888 Unterschriften gegen die Deponie.

26.09.2016

Migranten, Asylrecht und die Folgen: In seinem neuen Buch provoziert Thilo Sarrazin wieder einmal. Nun stellte er das Werk mit dem Titel „Wunschdenken“ in Wittenberge vor. Einige Gäste applaudierten begeistert, andere hörten nur zu und blieben stumm.

26.09.2016
Anzeige