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Stadt soll Kran noch drei Jahre betreiben

Wittenberge Stadt soll Kran noch drei Jahre betreiben

Niedrigwasser der Elbe, verschobene Investitionen – der Wittenberger Hafen kommt nicht richtig in Schwung. Dennoch soll die Stadt den 2 Millionen Euro teuren Mobilkran und die Gleisanlagen weiter in Eigenregie betreiben, empfehlen drei Ausschüsse der Stadtverordneten­versammlung. Bis 2019 soll diesem Modell eine Chance gegeben werden.

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Selten genutzt: der Hafenmobilkran in Wittenberge.

Quelle: König

Wittenberge. Zwei Millionen Euro für den Kran, insgesamt etwa zwölf Millionen für den Hafen – die Erwartungen an den Elbeport in Wittenberge sind groß. Allerdings kann von einem florierenden Logistikstandort kaum die Rede sein.

Betreibergesellschaft hat sich neu strukturiert

Die Betreibergesellschaft Elbeport hat sich gerade neu strukturiert, die Deutsche Eisenbahnservice AG, Mutter der Eisenbahngesellschaft Potsdam, ist Mehrheitsgesellschafterin im Elbeport. Doch für den Betrieb des Hafenmobilkrans und der Gleisanlagen ist die Stadt Wittenberge zuständig. Das soll trotz der Flaute im Hafen auch in den kommenden drei Jahren so bleiben. Zumindest wenn es nach den Mitgliedern des Haupt-, Finanz- und Bauausschusses geht, der am Donnerstag nicht öffentlich tagte.

Förderrechtliche Gründe sprechen für städtischen Betrieb

„Das jetzt gewählte Organisationsmodell hat vor allem fördertechnische Gründe“, erläuterte Bauamtsleiter Martin Hahn. Da der Hafenkran und große Teile der In­frastruktur im Hafen vom Land Brandenburg gefördert wurden, muss deren Betrieb unabhängig von der eigentlichen Hafengesellschaft erfolgen. Bisher beschäftigt die Stadt für Kran und Gleise je einen Betriebsführer, stellt die Technik den sie nutzenden Unternehmen zur Verfügung und rechnet die Leistungen ab.

Wirtschaftliche Situation schlechter als prognostiziert

„Natürlich ist die wirtschaftliche Situation im Hafen nicht da, wo sie einst prognostiziert wurde“, räumt Martin Hahn ein. Das habe mehrere Gründe. „Zum einen natürlich der niedrige Wasserstand der Elbe, der kaum Transporte zulässt, aber auch die Verschiebung geplanter Ansiedlungen im Industriegebiet Süd“, sagte der Bauamtsleiter. So habe das niedersächsische Familienunternehmen Bröring die ursprünglich für dieses Jahr geplante Investition in ein Mischfutterwerk um ein Jahr zurückgestellt. „Auch andere Unternehmen, die auf einen Umschlag im Elbeport gesetzt haben, mussten sich wegen des Wasserstandes andere Wege suchen“, berichtete Martin Hahn. Schließlich seien auch die Schiffstransporte für die Firma Biodiesel nie realisiert worden.

Kran verursacht Kosten, wenn er genutzt wird

Dennoch wolle die Stadt dem Projekt drei weitere Jahre Zeit geben. Bis Ende 2018, so lautet zumindest die Empfehlung der drei Ausschüsse, soll die Stadt Betriebsführerin sowohl für den Kran als auch für die Gleisanlagen bleiben“, erklärte der Bauamtsleiter. Mit dem Betrieb der Gleisanlagen habe die Stadt eine Infrastruktur in ihrem Besitz, die permanent Kosten verursache. Beim Mobilkran sei es hingegen vor allem dann teuer, wenn er arbeite. Da das zwei Millionen Euro teure Spezialgerät allerdings nicht so häufig zum Einsatz komme, hielten sich die Kosten zumindest in Grenzen. „Kostenneutral“ stelle sich der Kranbetrieb gegenwärtig dar, erfuhren die Ausschussmitglieder in der Sitzung. Allerdings seien dabei sowohl die Personalkosten als auch die Abschreibungen nicht berücksichtigt. Trotz der ungünstigen Voraussetzungen wolle man dem derzeitigen Konzept eine zweite Chance geben, um zu sehen, wie sich die neue Gesellschafterstruktur und die Konzentration des Logistikstandortes auf die Eisenbahninfrastruktur des Hafenstandortes auswirke.

2019 wäre nächste Überprüfung fällig

2019 solle dann – wenn die Stadtverordnetenversammlung den Vorschlag bestätigt, erneut überprüft werden, wie sich das Organisationsmodell in der Praxis bewährt hat. Aus förderrechtlichen Gründen darf die Hafentechnik auch dann nicht in den Besitz des Hafenbetreibers übergehen. Denkbar wäre, eine Fremdfirma mit der Betriebsführung zu beauftragen. „Doch auch die will und muss ja letztlich etwas verdienen“, sagte Martin Hahn.

Von Andreas König

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