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Stadt will Handelssortimente regeln

Wittenberge Stadt will Handelssortimente regeln

Die Innenstadt zuerst – das etwa ist das Credo eines neuen Bebauungsplans Einzelhandelssteuerung, der gerade in Wittenberge erarbeitet wird. Darin wird geregelt, welche Sortimente künftig nur noch in der Innenstadt gehandelt werden dürfen – Lebensmittel zum Beispiel. Bereits Existierende Geschäfte haben allerdings Bestandsschutz.

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Die Bahnstraße soll besonders geschützt werden.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. Es klingt zunächst wie die Rückkehr der Planwirtschaft mit anderen Mitteln: Die Stadt Wittenberge möchte per Bebauungsplan regeln, womit künftig in den Geschäften gehandelt werden darf. Bebauungsplan Einzelhandelssteuerung nennt sich dieses planerische Instrument. „Wir haben ja ein Einzelhandelskonzept“, erklärt Bauamtsleiter Martin Hahn, „aber das ist letztlich nicht viel mehr als eine politische Willensbekundung.“ Mit solch einem speziellen B-Plan könnte die Stadt genau regeln, dass sogenannte innenstadtrelevante Sortimente nur dort – also in der Innenstadt – gehandelt werden dürfen.

Kein Lebensmittelhandel im leerstehenden Aldimarkt

Das klingt zunächst recht theoretisch, hätte aber erhebliche Auswirkungen auf die Einzelhandelslandschaft. „Für den seit Jahren leerstehenden Aldimarkt an der Wahrenberger Straße zum Beispiel gibt es Ideen für eine Nachnutzung“, sagt der Bauamtsleiter. „Darüber freuen wir uns, weil ein städtebaulicher Missstand beseitigt würde. Wenn dort jedoch ein innenstadtrelevantes Sortiment gehandelt werden sollte – Lebensmittel zum Beispiel, müsste das Vorhaben abgelehnt werden.“

„Wittenberger Liste“ regelt Handelssortimente

Teil des Bebauungsplanentwurfs ist eine „Wittenberger Liste“. Darin ist detailliert aufgeführt, welche Sortimente für die Nahversorgung und damit für die Innenstadt relevant sind. Die Palette reicht von Arzneimitteln über Drogerie- und Kosmetikwaren sowie Nahrungsmitteln bis hin zu Zeitungen und Zeitschriften. „Es geht hierbei um Neuansiedlungen“, stellt Martin Hahn klar. „Geschäfte, die bereits am Markt sind, haben Bestandsschutz.“

Drei Nahversorgungsbereiche werden geschützt

Erklärtes Ziel des neuen Planwerks ist es, die drei zentralen Versorgungsbereiche „Innenstadtzentrum“ und die beiden Nahversorgungszentren „Am Külzberg“ und „Allendeviertel“ zu schützen. Zum Innenstadtzentrum im Sinne des Bebauungsplans zählen Bahnstraße und Wilhelmstraße als Hauptlage und Bismarkplatz, Bäckerstraße, Auguststraße, Rathausstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Karl-Marx-Straße, Perleberger Straße, Am Stern und die Sternpassage.

Bürger sollten mitreden

„Das Thema liegt uns sehr am Herzen, zumal die Konsequenzen viele Grundstückseigentümer und Bürger der Stadt betreffen“, sagt Martin Hahn. Daher sei es wichtig, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen, bevor der Bebaungsplan Einzelhandelssteuerung zum Beschluss erhoben wird. Der jetzt vorliegende Entwurf soll mit den Interessenvertretern der Wirtschaftsinitiative Westprignitz und des Wittenberger Interessenrings sowie der Industrie- und Handelskammer beraten werden. Doch auch die Meinung interessierter Bürger sei in der Stadt willkommen.

Von Andreas König

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