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Prignitz Stephanie Schillers Treibholz
Lokales Prignitz Stephanie Schillers Treibholz
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00:17 28.09.2016
In ihrer winzigen Werkstatt wandelt die Künstlerin das Holz in einzigartige Unikate um. Quelle: Kerstin Beck
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Rühstädt

Irgendwo zwischen Wittenberge und Bad Wilsnack gibt es ein Dorf, von dem aus die Natur des Biosphärenreservates besonders schön zu genießen ist, mit alten Bäumen, Teichen, den dazugehörigen Vögeln und – der Elbe.

Stephanie und Peter Schiller wohnen in Rühstädt in einer ruhigen Straße, vom Haus aus sind es fünf Gehminuten bis zum Elbdeich. Und die Elbe zu besuchen, ist für das Ehepaar sehr wichtig, nicht allein des Erholungswertes wegen. Denn zu besonderen Zeiten, wie etwa nach Hochwassern oder auch jetzt, wo durch das Niedrigwasser Strandgebiete aufgetaucht sind, die sonst unter Wasser liegen, lässt sich hier etwas finden, was die meisten Menschen schlichtweg übersehen, was aber für das Ehepaar sogar Goldstäubchen sind: Treibhölzer.

Aus sperrigen Ästen werden imposante Leuchter. Quelle: Kerstin Beck

„Tatsache, hier liegt ja wieder etwas“, hieß es bei einem Spaziergang vor Tagen. Und für Stephanie Schiller steht bereits fest: „Da ist oben eine Höhlung drin – das wird auf jeden Fall eine Lampe!“

Lampen aus Treibholz? Für die 40-Jährige gibt es nichts, was es nicht gibt, was aus den angeschwemmten Hölzern hergestellt werden könnte: Kerzenleuchter, Stellagen und Collagen, kleine dekorative Leitern, Wandschmuck, Möbel, Skulpturen oder sogar Tischplatten.

Stephanie Schiller ist eigentlich eine Schmuckkünstlerin, die bereits vor Jahren ihren Beruf als Rechtsanwaltsgehilfin an den Nagel hängte, um sich ihrer Berufung zu widmen. Das Ehepaar selbst stammt aus München, wollte jedoch aus der Großstadt weg und hin ins ländliche Gebiet. „Durch Freunde sind wir auf die Prignitz aufmerksam geworden und haben das hier mit ’Liebe auf den ersten Blick’ gefunden. Weil wir insbesondere die Ruhe und Weite der Landschaft hier schätzen“, ist dazu zu erfahren.

Diese Lampe aus Weidenholz prunkt im Esszimmer des Ehepaares. Quelle: Kerstin Beck

Seit sieben Jahren bewohnen die beiden Ex-Bayern ihr kleines, 140 Jahre altes, aber sehr geräumiges Anwesen. Die dazugehörige Getreidemühle ist seit drei Jahren in zwei Ferienwohnungen umgewandelt. Eine ehemalige Bäckerei befand sich mit zwei winzigen Räumen in der kleinen Backsteinscheune, wo die Hausherrin mit findigen Ideen „lediglich die Spinnweben von den Wänden und den Schutt vom Boden“ wegfegte, und ansonsten alles „naturbelassen“ liebte. „Dann kam mir eines Tages der Gedanke, das Treibholz von der Elbe einfach in schöne und nützliche Dinge zu verwandeln“, erzählt Stephanie Schiller weiter. „Die eigentliche Künstlerin bin natürlich nicht ich, sondern die Natur, die durch Wind und Wasser und manchmal auch durch den Biber so interessante und eigenartige Formen schafft – dazu kommt noch die spezielle Maserung im Holz, wodurch jedes Stück ganz einmalig wird!“

Das größte „Stück Holz“, welches seinen Weg vom Elbstrand in das Anwesen der Schillers fand, war eine abgebrochene Weide mit einem Durchmesser von fast einem Meter. „Das haben wir dann mit viel Mühe zusammen mit einem Bekannten aus dem Dorf bewältigt. Der meinte, dass wir verrückt wären“, erzählt Stephanie Schiller weiter. Nach einer Trocknungszeit, die bis zu einem Jahr dauern kann, wurde das gute Stück veredelt: Abgesägt zu einer schmalen Platte sowie zu einem größeren Stück, entstanden nach der Weiterbearbeitung – „stundenlanges Schleifen“ und einer Ölbehandlung – eine kreisrunde Lampe sowie ein Tisch, die beide seitdem als regelrechter Blickfang das Ess- sowie Wohnzimmer des Ehepaares schmücken.

Der „Fisch“ geht bald zu einem Holzliebhaber nach Österreich. Quelle: Kerstin Beck

Alle anderen Hölzer wandern erst einmal über den alten Backraum für eine gewisse Zeit zum Trocknen. Und wenn klar ist, was aus dem einen oder anderen angeschwemmten Ast werden soll, wandelt Stephanie Schiller in ihrer winzigen Werkstatt das Gehölz in ein einzigartiges Unikat um. Dazu werden die Stücke lediglich leicht geschliffen und mit einer Spezialpolitur eingeölt.

Dann kommen die Objekte endlich an ihren Bestimmungsplatz wenige Meter weiter: Hier befindet sich die beschauliche „Treibholzgalerie“, in der Besucher gern die Kunstwerke bewundern dürfen – und auch erwerben.

Aus dem unteren Teil der Weide wurde ein Wohnzimmertisch. Quelle: Kerstin Beck

So manche Lampe oder interessantes Dekostück bleiben nicht lange an diesem Platz. Oben im Regal befindet sich ein Holz, welches wie ein dicker Fisch aussieht. „Der geht in den nächsten Tagen nach Österreich!“, erzählt die Künstlerin dazu. Und dann verrät Stephanie Schiller noch mehr: „Und immer frage ich mich, warum muss es gerade dieses Stück sein, das ich so ins Herz geschlossen habe, weil es so schön ist. Aber ich finde ja immer wieder etwas Neues!“

Internet: www.Treibholz-Galerie.de

Am Elbstrand finden Stephanie und Peter Schiller immer Treibholz. Für sie sind das „Goldstäubchen“. Quelle: Kerstin Beck

Von Kerstin Beck

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