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Prignitz Störche haben die Dürre überlebt – bis jetzt
Lokales Prignitz Störche haben die Dürre überlebt – bis jetzt
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00:21 16.07.2018
Bereits kurz vor Rühstädt sind die ersten Störche bei der Futtersuche zu sehen. Quelle: Kerstin Beck
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Rühstädt

Die Frage, wie es den Rühstädter Störchen gelingt, über den diesjährigen Sommer zu kommen, lässt sich zu 90 Prozent bereits kurz vor dem Ort beantworten: Hier wird gerade eine knochentrockene Wiese gemäht, und diese Prozedur wird momentan von elf Alttieren hoffnungsvoll begleitet. Denn: Noch immer können die Jungtiere nicht fliegen und müssen von ihren Eltern versorgt werden.

Doch wie sieht es im Ort selbst aus? In der Straße Am Brink ist eine Touristin, Grit Seifert aus Magdeburg, zu sehen, die sich die Nester im Ort anschaut. Die Besucherin freut sich: „Auf diesem Haus hier sind sogar drei Störche zu sehen!“ Doch es sind Jungtiere, die noch nicht einmal mit Flugübungen zugange sind. Und dann gibt die Dame zu bedenken: „Wenn die Störche im August wieder nach Afrika zurückfliegen wollen, müssen sie sich beeilen, denn viel Zeit haben sie nicht mehr!“

Neben dem Schloss ist eine Einwohnerin anzutreffen, die ebenfalls eine interessante Beobachtung aufzuweisen hat: Sigrid Winter. Die 65-jährige deutet auf ein leeres Nest auf dem ehemaligen hochherrschaftlichen Mar- und Kutschstall: „Seitdem dort eine Kamera angebracht ist, nistet dort niemand mehr. Wer will sich denn auch täglich ins Schlafzimmer schauen lassen? Aber ab und zu steht hier aber ein Storch – doch das muss dann wohl ein Junggeselle sein, denn so etwas gibt es hier auch!“

Besetzt mit jeweils einem Jungstorch sind auch die beiden Nester der Biosphärenreservatsverwaltung. Quelle: Kerstin Beck

Nähere Informationen gibt es dann bei Peter Bautz, dem Mitarbeiter des Storchenclubs, der gerade einer Gruppe aus Havelberg das besetzte Nest auf dem Wasserturm gezeigt hat.

„Vor 14 Tagen hat ja der Weißstorchbetreuer Falk Schulz hier alle Jungvögel beringt, und dabei wurde folgendes festgestellt: In diesem Jahr sind 30 Paare gekommen, davon sind 19 Brutpaare, und diese haben 34 Jungstörche aufgezogen. Futtermäßig ist es zwar eng, aber noch gibt es etwas zu finden, denn die Vögel holen sich ihre Nahrung in einem Umkreis von 25 Kilometern.

So ein Elternvogel braucht ja allein für sich täglich auch schon bis zu einem Kilo Futter, denn das Fliegen kostet ja auch Kraft!“ Ansonsten bleibt der 59-jährige Agrartechniker gelassen: „Es geht bald mit den Flugübungen los, und zum Storchenfest am 28. Juli segeln die ersten Jungstörche über uns hinweg“, und dann heißt es philosophisch: „Die Störche werden schon nicht aussterben – genauso wenig wie die Menschen!“

Die Frage nach dem größten Manko in diesem Jahr beantwortet der Bad Wilsnacker weit ausholend: „Die Tiere sind ja über die Balkanroute gekommen, und dabei sind sie durch große Unwetter hängengeblieben. So kamen sie schon mal zu spät hier an und schafften es kaum noch, hier zu brüten!“

Peter Bautz, Mitarbeiter des Storchenclubs, erklärt einer Gruppe aus Havelberg: "In diesem Jahr haben wir 30 Paare, und auch der Wasserturm ist wieder besetzt!" Quelle: Kerstin Beck

Bei Nadine Bauer, der Leiterin des Nabu-Besucherzentrums in der Biosphärenreservatsverwaltung, gibt es noch nähere Informationen. „Sie kommen jetzt durch, hoffentlich, denn sie haben einen schweren Frühling und einen schweren Frühsommer hinter sich. Ein Drittel hat gar nicht erst gebrütet.

Das erste Problem hier war, dass die jungen Storchenkinder nicht die richtige Nahrung bekommen konnten. Regen, Schnecken und Kaulquappen – das flutscht und hat noch dazu Wasser, und davon gab es zu wenig. Zwei Jungstörche sind auch aus dem Nest geworfen worden. Kein Wunder, denn wir haben hier neun Wochen Trockenheit hinter uns“.

Dazu gab es von der Gewässerökologin noch einen Ausblick, der zeigt, wie alles eigentlich miteinander in Beziehung steht: „Diese Situation wird sich aber noch bis ins nächste Jahr auswirken, weil sich auch die Amphibienpopulation kaum vermehren konnte. In der Folge wird es im nächsten Jahr ebenfalls ein geringes Nahrungsspektrum geben, und wenn wir dann wieder einen trockenen Frühling haben, wird der Storch hier richtig Probleme bekommen!“

Von Kerstin Beck

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