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Stolz auf den Zusammenhalt im Ort

Sagast in der Prignitz Stolz auf den Zusammenhalt im Ort

Mit großen Sehenswürdigkeiten kann Sagast (Amt Pultitz-Berge) nicht aufwarten. Es gibt weder ein Schloss, eine Burg noch eine Kirche. Doch der idyllisch gelegene Ort ist schnell von der Autobahn zu erreichen und findet Zuzug aus Berlin und Hamburg.

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Die Dorfstraße ist immer gut für einen Plausch: Klaus-Dieter Bretschneider, Lothar Rudolph und Christian Reisinger (v.l.)

Quelle: Michael Beeskow

Sagast. Auf der Dorfstraße ist es gar nicht so selbstverständlich einen „echten“ Sagaster anzutreffen. Christian Reisinger ist natürlich mit Herz und Seele Sagaster, aber geboren ist er in dem Ort nicht. Vor einem Dutzend Jahren zog er aus Berlin zu. Aber einmal ins Plaudern gekommen berichtet auch Klaus-Dieter Bretschneider, dass seine Wurzeln im Mecklenburgischen liegen. Und Lothar Rudolph, der sich bald hinzugesellt, wurde in Hülsebeck geboren. Einst kam er wegen der Arbeit nach Sagast.

Raiko Rudolph

Raiko Rudolph

Quelle: Michael Beeskow

Die Sagaster sind ein geselliges Völkchen. Stehen zwei Leute auf der Dorfstraße zusammen, die von den Älteren auch plattdeutsch als Butenstroot bezeichnet wird, so stellt sich bald ein Dritter hinzu. Ein Radfahrer hält an, ein Auto stoppt und der Fahrer erkundigt sich, was es gibt?

In Sagast steht kein Haus leer, es wurden sogar neue gebaut. Die Arbeit ist es schon längst nicht mehr, die für Zuzug sorgt. Mit einer durchschnittlichen Höhenlage von 70 Metern über dem Meeresspiegel sticht Sagast nicht unbedingt hervor. Aber die landschaftliche Lage am Südrand des „Mecklenburgischen Höhenrückens“ ist sehr schön. Christian Reisinger mit seiner Berlin-Erfahrung sagt: Es gibt hier eine totale Stille, wie ich sie sonst nicht kenne.“ Natürlich nicht immer, aber an besonderen Tagen wie dem Ostermorgen. Und ebenso ist für ihn der Sternenhimmel über Sagast einmalig.

Das hat offenbar nicht nur er beobachtet, so gibt es Zuzug aus Hamburg, Berlin und sogar aus dem fernen Süddeutschland, aus dem es Arnim Freud in den kleinen Ort verschlug.

Geburtstagsfeier wurde zum Dorffest

Christian Reisinger fühlt sich von den Sagastern gut aufgenommen und er gibt diesen Vertrauensvorschuss mit viel Engagement für den Ort und als Amtsbrandmeister inzwischen für das ganze Amt Putlitz-Berge zurück. Als er im Sommer seinen Geburtstag feierte, wurde daraus ein Dorffest. Er gehört zu einer Band mit acht Leuten um Pfarrer Volkhart Spitzner, die bei Geburtstagen und privaten Anlässen ihre Auftritte hat. Erst sollte die Band auf dem Hof von Christian Reisinger spielen. Weil er aber befürchtete, dass die Lokalität aus allen Nähten platzen könnte. wurde der Auftritt auf den Dorfring verlegt. „Ich habe drei Leute gefragt, ob sie beim Zeltaufbau helfen“, berichtete er, „aber zehn sind gekommen, obwohl es regnete.“ Und am Tag nach dem Fest, bekam er einen Schreck. Das große Partyzelt war weg. „Es lag schon zusammengelegt im alten Spritzenhaus.“ Christian Reisinger glaubt nicht, dass man einen solchen Zusammenhalt an vielen Orten findet.

„Wir brauchen kein Schloss und keine Burg“, sagt Raiko Rudolph. „Wir sind auch so zufrieden.“ Mit 35 Jahren ist er wohl der jüngsten Ortsvorsteher weit und breit. Und er möchte viel für sein Dorf bewegen. Stolz berichtet er, wie die Sagaster Hand anlegten, um die einstige Schmiede in ein Gebäude für die Feuerwehr umzubauen. Aber noch nicht alle Gebäudeteile sind nutzbar. „Wir können hier noch viel machen“, berichtet Raiko Rudolph. Doch für das Projekt, das bereits bestätigt ist, fehlt das Geld. Ziel ist es, einen größeren Gemeinschaftsraum für die Sagaster zu schaffen. Nicht nur die Kameraden der Feuerwehr benötigen einen solchen Raum, sondern auch die Senioren für ihre Nachmittage und die Kirchengemeinde für ihre Zusammenkünfte. Doch der junge Ortsvorsteher ist zuversichtlich: „Alles braucht seine Zeit, vielleicht klappt es im nächsten Jahr.“

Von Michael Beeskow

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