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„Storchi“ frisst wieder in Lockstädt

Erika Stolz füttert Adebar „Storchi“ frisst wieder in Lockstädt

Die Freude bei Erika Stolz aus dem Putlitzer Ortsteil Lockstädt ist riesig. Der von ihr „Storchi“ getaufte Adebar ist wie seit Jahren schon früh aus seinem Winterquartier zurückgekommen. Am Mittwoch stand er an der Pferdekoppel gegenüber ihrem Haus, um nach seinem gewohnten Frühstück Ausschau zu halten: rohe Rindfleischstreifen.

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Voriges Jahr gelang dieser Schnappschuss:„Storchi“ nach der Speisung beim Abflug von der Pferdekoppel in Lockstädt.
 

Quelle: Fischer

Lockstädt.  Die Freude bei Erika Stolz aus dem Putlitzer Ortsteil Lockstädt ist riesig. Der von der 75-Jährigen „Storchi“ getaufte Adebar ist wie seit Jahren schon sehr früh aus seinem Winterquartier zurückgekommen. Im vorigen Jahr war es der 23. Februar, diesmal stand er bereits am Mittwoch, 17. Februar, am Tor der Pferdekoppel gegenüber ihrem Haus am Ortsrand, um nach seinem gewohnten Frühstück Ausschau zu halten: rohe Rindfleischstreifen.

Nicht nur Frösche

Im Volksglauben scheinen Frösche die wichtigste Nahrung eines Weißstorchs zu sein. Sie bilden in Wahrheit nur einen kleinen Teil der Nahrung.

Auf dem Speisenplan der Adebare stehen ebenso Kleinsäuger wie Wühlmäuse und Hamster sowie Eidechsen, Schlangen, Fische, Regenwürmer und große Insekten. Ausnahmsweise fressen sie Eier und Jungtiere von Bodenbrütern.

Als Lebensräume sind sie auf offene Landschaften, Feuchtwiesen, Flussniederungen mit zeitweisen Überschwemmungen, extensiv genutzte Weiden oder Auen angewiesen.

 

Ende Februar 2013 hatte Erika Stolz den Weißstorch erstmals gefüttert. Der hatte damals noch sein Quartier auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei. Es herrschte ein strenger Winter mit starkem Frost und Schnee. Der Vogel fand kein Futter und war fast am Verhungern. Erikas Stolz wollte ihn retten und ein Bekannter meinte, dass Störche gern Rumpsteak äßen.

 Sie besorgte sich Rindfleischreste, die ihr ein Schlachter günstig als Storchennahrung überließ. Zunächst platzierte sie die Mahlzeit auf einem Platzdeckchen unterhalb des Nestes. Adebar nahm die Einladung gern an. Immer weiter in Richtung des zweihundert Meter entfernten Hauses wurde die Tafel verlegt, bis schließlich an der Scheune vor der Pferdekoppel der Stammfressplatz eingerichtet war. „Storchi“ wurde morgens und abends zum Essen gerufen – solange, bis er selbst auf Wiesen und Äckern für sich sorgen konnte. Nach einer Weile startete er schon von seinem Schornstein, wenn er nur das Klappern des Gartentores von Erika Stolz hörte.

Storchi stand plötzlich an der Pferdekoppel

Doch der Schornstein auf der früheren Lockstädter Molkerei ist schon lange einsturzgefährdet. Deshalb wurde von Storchenfreunden vorsorglich schon im Jahre 2014 auf einem hohen Betonpfahl eine neue Nisthilfe angeboten. „Storchi“ merkte wohl im vorigen Jahr, dass sein turmartiger Nestaufbau vom maroden Schornstein abzustürzen drohte. Die neue Nistmöglichkeit in Lockstädt gefiel im aber offenbar nicht. Er zog in ein freies Nest im Nachbarort Tacken um. Dort zog „Storchi“ mit seinem etwa vier Wochen nach ihm angekommenen Weibchen voriges Jahr ein Junges auf.

 Umso größer war der innere Jubel bei der „Storchenmutti“, als der Neu-Tackener am Mittwochmorgen wieder an der Pferdekoppel stand, um sich ein Frühstück zu erbitten. Schnell wurde eingefrorenes Rindfleisch mit der Mikrowelle tischfertig gemacht. Nachdem Erika Stolz die Metallschüssel mit den Brocken abgestellt und ein paar Meter Abstand gewonnen hatte, machte sich Adebar über die Speise her, um gleich danach wieder loszufliegen.

Ein wenig Wehmut bei Erika Stolz

Erika Stolz hatte an diesem Tag in Perleberg zu tun. Auf der Hinfahrt sah sie „ihren Storch“ in Tacken hoch oben im Nest thronen, bei der Rücktour gegen 16.30 Uhr nicht. Denn der Schreitvogel wartete schon, wie Nachbarin Dagmar Graf beobachtete, seit etwa 15 Uhr auf der Pferdekoppel in Lockstädt auf seine Gönnerin.

 Ein bisschen traurig ist Erika Stolz schon, dass sie „Storchi“ und Familie nicht mehr in Lockstädt im Horst beobachten kann. Ein kleiner Trost ist, dass die neue Nisthilfe seit dem vorigen Frühjahr von einem jungen Pärchen besiedelt wurde, das zwei Junge aufzog. Das Männchen wurde 2012 in Seedorf bei Lenzen beringt.

Von Ulrich Fischer

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