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Straßen-Deich wächst in die Länge

Bälow Straßen-Deich wächst in die Länge

Das im Rühstädter Bogen gelegene Dorf Bälow ist seit Monaten nur über Umwege erreichbar. Grund sind die Bauarbeiten am dortigen Elbedeich. Das Bauwerk soll aber nicht nur als Bollwerk gegen mögliche Wasserfluten dienen, sondern gleichzeitig auch als Kreisstraße. Das Gröbste ist geschafft.

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Kilometer lang zieht sich der Deich im Bälower Bogen hin. Die Deckwerks-Pflastersteine geben ihm Stabilität gegen Wellengang und Treibgut.

Quelle: Andreas König

Bälow. Wie eine große, grau-weiß geriffelte Decke schmiegen sich die Steine an die Böschung an. Im Minutentakt hebt der Bagger mit seiner Zange neue Deckwerks-Pflastersteine auf die Schräge, wo sie in Empfang genommen und mit einem Gummihammer in die richtige Position gebracht werden. Der Deichbau bei Bälow geht voran.

Das kleine, idyllisch im Rühstädter Bogen gelegene Dorf ist seit Monaten nur über Umwege erreichbar. Doch die Einwohner nehmen derlei kleinere Unbill gern in Kauf, verspricht doch die Arbeit am Deich ein viel größeres Maß an Hochwassersicherheit als bisher. Allerdings ist der Deich hier nicht nur Bollwerk gegen die Elbfluten, sondern fungiert gleichzeitig als Kreisstraße. Es ist den bautechnologischen Notwendigkeiten geschuldet, dass zunächst die Deichfunktion ertüchtigt werden muss, wie es im Fachjargon heißt, ehe dessen Krone begonnen und als Straße ausgebaut werden kann. Doch das Gröbste ist geschafft, bald ist der für den Hochwasserschutz maßgebliche Teil der Arbeiten erledigt. „Im August soll der Deichbau-Teil fertig sein und der Straßenbau kann beginnen“, sagt Rainer Fritze von der Perleberger Niederlassung des Planungsbüros Pöyry, das den Deichbau betreut.

Bollwerk mit imposanten Maßen

Dass die wasserseitige Böschung so massiv befestigt wird, hat einen guten Grund. „Die Erfahrungen aus dem Sommerhochwasser 2006 wurden berücksichtigt“, sagt Rainer Fritze. Bei Hochwasser kann die Elbe bei Bälow auf mehr als einen Kilometer Breite anwachsen“, sagt Rainer Fritze. Dadurch steht nicht nur ein gewaltiger Wasserdruck gegen den Deich, die Gefahr von Wellenbildung ist groß und Wellen können ihrerseits wiederum gefährliches Treibgut anbranden, welches den Deichkörper beschädigt. „So etwas gab es 2006 bei Bälow mehrfach“, erinnert sich der Planer. Der neue Deich erhält eine sehr widerstandsfähige Deckschicht, aus den erwähnten Deckwerkspflastersteinen. Die werden ihrerseits mit einer Schicht aus Mutterboden versehen, damit Gras zwischen den Hohlräumen emporwachsen kann.

Die Notberme, die beim Riesenhochwasser 2013 landseitig geschüttet wurde, benötigen die Deichverteidiger künftig zwar nicht mehr, die Arbeiten waren aber dennoch nicht umsonst. „Da der neue Deich ja breiter wird als der alte, wird die Berme sozusagen in den neuen Deichkörper mit eingebaut“, erklärt der Planer. Der neue Hochwasserschutzwall ist zwar kein monumentales Bauwerk wie beispielsweise der Deich mit der neu entstehenden Landesstraße 11 bei Breese, die Maße sind dennoch imposant. „Die eigentliche Fahrbahn auf der Deichkrone wird sechs Meter breit, hinzu kommen jeweils 1,50 Meter Bankette auf beiden Seiten der Straße“, sagt der Planer. An seiner breitesten Stelle wird der Deichfuß 30 Meter breit sein. Dass er den Maßen des neuen Bemessungshochwassers genügt und demzufolge 7,99 Meter in der Höhe zuzüglich einem Meter Freibord (eine Art Sicherheitsreserve) messen wird, versteht sich von selbst. Rund 1,6 Millionen Euro kostet der Hochwasserschutz-Anteil des Bauvorhabens, weitere 320 000 Euro sind für den Neubau der Straße veranschlagt.

Vorlandgehöfte noch immer ohne Deich

„Noch vor dem Winter sollen der Deich und die Straße übergeben werden“, kündigt Rainer Fritze an. Können die Bälower sich dann beruhigt zurücklehnen, wenn das nächste Hochwasser kommt?

Leider noch nicht, zumindest nicht alle. Die im Vorland befindlichen Gehöfte haben noch immer keinen Deich, der sie direkt schützt. Geplant ist die Anlage eines Ringdeiches, aber wann der gebaut wird, vermag Planer Fritze nicht zu sagen.

Mit Bedauern werden die Radfahrer die Fertigstellung der Straße zur Kenntnis nehmen. So nah wie jetzt auf dem Ersatzweg, werden sie der Elbe künftig nicht mehr sein.

Von Andreas König

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