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Prignitz Streit um Teiche bei Kleinow
Lokales Prignitz Streit um Teiche bei Kleinow
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17:51 27.10.2017
Siegfried Ryll (Mitte) stellt sich den Fragen von RBB-Moderator Michael Scheibe an den Kleinower Ziegeleikuhlenteichen. Quelle: Andreas König
Kleinow/Uenze

Es ist eine Mischung aus Volksfeststimmung und Montagsdemonstration. Einwohner von Uenze, Kleinow, Düpow und Perleberg haben sich am Freitag an der Kirche in Uenze eingefunden, um am blauen Roburbus des RBB über die Zukunft des letzten halbwegs naturbelassenen Ziegleikuhlenteichs zu diskutieren. Vertreter der Bürgerinitiative für deren Erhalt kommen zu Wort, aber auch interessierte Anwohner die einfach möchten, dass sie die Badestelle ihrer Jugend wieder betreten dürfen, Angler und Landwirte. Sie befürchten, dass Unternehmer Siegfried Ryll, dere die Teiche im Jahr 2004 von der Gemeinde Plattenburg erworben hat, auch das letzte Gewässer unzugänglich macht und die Ufervegetation entfernt.

Moderator Michale Scheibe lässt unter anderem Claudia Mewes zu Wort kommen: „Ich bin in Kleinow Ziegelei aufgewachsen“, sagt die junge Frau. Die Teiche waren die Treffpunkte ihrer Jugend, sie hat dort schwimmen gelernt, gebadet, sich mit Freunden getroffen. Der freie Zugang war dann aber nicht mehr gegeben, nachdem Siegfried Ryll das Grundstück samt der Teiche von der Gemeinde Plattenburg erworben hatte. „Ich möchte, dass wir wieder freien Zugang zu den Teichen haben“, sagt Claudia Mewes.

Zaun soll Tiere schützen

Darin ist sie sich einig mit nahezu allen Bürgern, die zu der Diskussionsrunde gekommen sind. Detlef Richter von der Bürgerinitiative merkt an, dass der Zaun, der das große Anwesen schon jetzt zu großen Teilen umgibt, gesetzwidrig gebaut sein soll. „Angeblich sollte dort ein Fischereibetrieb arbeiten, und das Wohnhaus mit bestimmt 300 Quadratmeter Wohnfläche als Einliegerwohnung dienen“, sagt er.

Claudia Mewes möchte dort wieder wie früher baden können. Quelle: Andreas König

Richtig spannend wird es, als die rund 100-köpfige Gesellschaft in Richtung der Teiche aufbricht. Das Tor steht offen, auf durchnässtem Weg nähert man sich dem in der Sonne glitzernden Idyll. Besitzer Siegfried Ryll hat sich bereit erklärt, vor den Kameras von Fernsehen und Presse seine Sicht der Dinge darzulegen. „Ich habe den Zaun vor allem deswegen gezogen, weil ich seit 2016 einen landwirtschaftlichen Betrieb betreibe, zum Schutz der Tiere“, sagt Siegfried Ryll. Die Teiche seien total vermüllt gewesen, er habe allein 320 Autoreifen aus dem Gewässer holen lassen.

20 Angler haben eine Erlaubnis

Überhaupt der Müll. Das sei ein großes Problem. Unter anderem deswegen habe er den Zaun ziehen lassen wollen. Die Bürgerinitiative hat den Zaunbau gerichtlich stoppen lassen. „Laut brandenburgischem Landschaftsgesetz, hat der Zugang zu Seen und Gewässern frei zu sein“, sagt Rechtsanwalt und BI-Mitglied Hana Bubenzer. „Ich habe 20 Anglern die Erlaubnis erteilt, am Teich zu angeln“, entgegnet Siegfried Ryll. Und dann die Sache mit dem Biotop. „Da hat doch vorher niemand etwas gemacht“, sagt Ryll. „Ich habe das Biotop erst geschaffen.“ Die Anwesenden lachen höhnisch. Der Teich sei nach Absprache mit ihm zugänglich, versichert Siegfried Ryll. „Das ist ein recht für alle Bürger und kein Gnadenbeweis von Seiten des Besitzers“, sagt Hans Bubenzer.

Die Fronten scheinen verhärtet. Die Plattenburger Bürgermeisterin Anja Kramer hat sich laut Kreisverwaltung bereiterklärt, zwischen den Parteien zu moderieren.

Der Beitrag ist am heutigen Sonnabend ab 19.30 Uhr bei RBB Aktuell zu sehen.

Von Andreas König

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