Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Strom vom Windrad vor der Tür
Lokales Prignitz Strom vom Windrad vor der Tür
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:53 28.08.2014
Krempendorf I ging – mit Verspätung – Anfang 2013 ans Netz. Krempendorf II liegt auf Eis, bis das Verbundkraftwerk Prignitz läuft. Quelle: Parabel
Meyenburg/Freyenstein

Das Verbundkraftwerk Prignitz soll umsetzen, was Kritiker des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) schon lange fordern: dass Energie da genutzt wird, wo sie gewonnen wird. Vom Wirtschaftsministerium in Potsdam werde das Projekt wohlwollend betrachtet, sagt Parabel-Geschäftsführer Holger Ruletzki: "Es wird als Modellprojekt gesehen." Deshalb hat sich die Firma um den Innovationspreis Berlin-Brandenburg 2014 beworben.

Kern des Verbundkraftwerks soll das Umspannwerk Freyenstein sein, das zwischen Buddenhagen (Stadt Meyenburg) und Freyenstein (Stadt Wittstock) errichtet werden soll. "Das Umspannwerk soll nun Ende 2015 in Betrieb gehen, weil sich die ersten großen Projekte direkt anschließen lassen", sagt Holger Ruletzki. In der ersten Baustufe soll ein 400-Megavolt-Ampere-Trafo angeschlossen werden. Langfristig sind vier solcher Trafos geplant, die den Strom aus Windparks, Solarflächen und Biogasanlagen im Norden der Prignitz, in Ostprignitz-Ruppin und in Westmecklenburg über die 380-Kilovolt-Leitung des ostdeutschen Netzbetreibers "50 Hertz" einspeisen.

 

Laut Energiestrategie 2030 sollen in den nächsten Jahren im Land Ökostrom-Anlagen mit einer Gesamtleistung von gut zwei Gigawatt gebaut werden. Hinzu kommen Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Region ist eine der windstärksten im Land, heißt es in der Beschreibung zum Verbundkraftwerk. Das Netz ist aber nicht auf diese Last ausgelegt. Auch Parabel hat das zu spüren bekommen: Der zweite Bauabschnitt für den Solarpark Krempendorf liegt auf Eis, auch weil der Netzanschluss nicht geklärt ist. Eigentlich sollte das zweite Baufeld mit 26 Megawatt schon 2013 ans Netz gehen. Auch für den Solarpark Jännersdorf baute Parabel eine 30 Kilometer lange Trasse bis nach Falkenhagen selbst.

Windenergie und Solarstrom, die mitunter starken Schwankungen unterliegen, wurden zudem bisher als separate Systeme betrieben. Mit dem Verbundkraftwerk sollen diese Quellen erstmals gebündelt werden. Leistungsspitzen oder Spannungsabfall könnten dann der Vergangenheit angehören. Auf die Minute genau könnte Strom erzeugt und abgefragt werden. "Dabei sollen die Speichersysteme als Teilpilotvorhaben mit genutzt werden", sagt Holger Ruletzki mit Blick auf die neuen Anlagen in Falkenhagen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Windräder müssten nicht mehr wegen Netzüberlastung abgeschaltet werden. Zusammen mit der Bioenergie und den Speicherkapazitäten entstehe so "ein Erneuerbare-Energien-Kraftwerk mit einer planbaren und stabilen Kapazität".

Der Netzanschluss an die Höchstspannungsebene ist für die Prignitz enorm wichtig: Obwohl sie zu den leistungsstärksten Regionen in Sachen Ökoenergie gehört, konnte sie bisher wegen des schwachen Netzes - in der Regel 110-kV-Leitungen - ihre Stellung als Stromlieferant nicht ausbauen. "Jetzt haben wir keine schlechten Chancen aus Berlin-Brandenburger Sicht", sagt Parabel-Geschäftsführer Ruletzki: "Berlin als der großer Verbraucher, Brandenburg als großer Produzent." Gemäß dem neuen EEG, das am 1. August in Kraft trat, müssen Wind- und Solarparkbetreiber ihren Strom selbst vermarkten. Das Verbundkraftwerk bringe da "entlastende Effekte". Holger Ruletzki sieht es als Modellprojekt für andere Regionen in Deutschland. "Kommunen, die regionale Wirtschaft und die Bürger sind damit nicht nur Leidtragende des Ausbaus, sondern partizipieren daran." So können die Verbraucher Strom aus der eigenen Region beziehen - vom Windrad vor der Tür.

Von Beate Vogel

Prignitz Jubiläumskonzert der Pritzwalker Jagdhornbläser - Ein bunter Strauß an Melodien

Ein großes Halali erschallte am Samstagmittag durch das Pritzwalker Hainholz. Doch wer dabei an das Verblasen nach einer Jagd dachte, geriet schnell auf den Holzweg. Denn die Jagdhornbläser der Dömnitzstadt feierten gemeinsam mit fünf weiteren Gruppen und vielen Zuhörern das 35-jährige Jubiläum.

24.08.2014
Prignitz Zusätzliche Haltestelle und Fahrrad-Mitnahme - Ab Montag anderer Busfahrplan in der Prignitz

Zahlreiche Verbesserungen, aber auch einen Wermutstropfen hält der neue Fahrplan bereit, nach dem sich die Busse in der Prignitz von Montag an zu richten haben. Ein Blick in das aktuelle, ab 25. August geltende Fahrplanbuch ist daher all jenen zu empfehlen, die dieses Verkehrmittel in Anspruch nehmen

23.08.2014
Prignitz Telefonkunde wieder erreichbar: Vodafone reagiert auf Hinweis der MAZ - Ärger über stillgelegte Telefonleitung

Vier Wochen mussten der Pritzwalker Steuerberater Ralph Zimmer und die Mitarbeiter seiner Kanzlei ohne einen Festnetz-Telefonanschluss auskommen. Eine vernünftige Begründung dafür erhielt er nicht. Also wandte er sich in seinem Ärger an die MAZ - und die setzte sich mit dem Anbieter in Verbindung. Mit Erfolg.

22.08.2014