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Stürmischer Beifall im früheren Schweinestall

Dorf ohne Oper in Klein Leppin Stürmischer Beifall im früheren Schweinestall

Auch ohne Oper im eigentlichen Sinn bleiben die Fans den Akteuren des Klein Leppiner Vereins „Festland“ treu. Mehr als hundert Gäste erlebten am Sonntag einen Hörspaziergang und eine Opernrevue im zum Festspielhaus umgebauten ehemaligen Schweinestall. Der künstlerische Leiter Steffen Tast äußerte sich zur Zukunft des Projekts.

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Birgit Bockler brillierte als Gräfin im Klein Leppiner Festspielhaus, das eine Wartesaal darstellte.

Quelle: Andreas König

Klein Leppin. Am Ende fügt sich alles und löst sich in Beifall, Jubel und Fußgetrappel auf. Etwas mehr als 100 Zuschauer verfolgten am Sonntag die Revue „Dorf ohne Oper“ im Klein Leppiner Festspielhaus. Die Texte der Arien aus Lortzings „Wildschütz“, Mozarts „Zauberflöte“oder „Dido and Aeneas“ oder „King Arthur“vom Henry Purcell hatten die Gäste bereits beim Hörspaziergang kennengelernt. Dabei hatten sich reizvolle Verfremdungseffekte ergeben, wenn etwa ein junges schaukelndes Mädchen die Vorzüge des Witwenstandes preist.

Im Wartesaal wird gesungen

Bei der Revue nun wird gesungen. Und wie. Der stimmgewaltige Klein Leppiner Opernchor spielt eine Gruppe von Reisenden, die im Wartesaal einer – offenbar dem Bahnhof Glöwen nachempfundenen Station versuchen, die Zeit totzuschlagen. Als Solisten brillieren Birgit Bockler und Michael Rapke, während Christoph Stratmann einen Schlagersänger gibt, dessen zwanghafte Fröhlichkeit an die von Alleinunterhaltern beim Tanztee erinnert.

Kinder demontieren das Klavier

Immer wieder setzte Steffen Tast, künstlerischer Leiter des diesjährigen Sommerfestes, auf verfremdende Elemente. Kinder kommen auf die Bühne und demontieren, noch während Chor und Solisten einen musikalischen Dialog führen, die Außenwände des Klaviers. Birgit Bockler preist die Schönheit des Landlebens, das auf jeden Fall der Hektik der Städte vorzuziehen sei. Bilder von der bröckelnden Fassade des Glöwener Bahnhofs kommentieren das Gesungene. Tenor Michael Rapke ist offenbar ein weit gereister Student, auf jedem Fall aber ein schüchternes Mannsbild, das „die Gräfin“ alias Birgit Bockler anhimmelt, aber nicht weiß, wie er ihr seine Liebe gestehen soll.

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Eigentlich sollte ein Jahr Kreativpause sein, doch Organisator Steffen Tast und seine Mitstreiter boten den vielen Freunden des Klein Leppiner Opernbetriebs in diesem Jahr ein etwas anderes Sommerfest. Die Texte von Opernarien wurden gelesen und im Festspielhaus gab es eine Opernrevue.

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Sopranistin deklamiert „Atemlos“

Eine bekannte Melodie erklingt schließlich und kristallisiert sich nach und nach als der größte Hit von Helene Fischer heraus. Birgit Bockler deklamiert ihn geradezu atemlos vor sich hinhauchend, durch die Nacht. Am Ende folgt die große Erlösung, als der Zug in Glöwen oder „’sDorf“, wie es auf dem Fragment eines Bahnhofsschildes zu lesen ist, hält. Die Reisenden schnappen ihre Koffer und verlassen den Ort zwischen Traum und Wahn, profanem Schlager und Opernarien.

Besucher erklatschen sich fünf „Vorhänge“

Die Besucher applaudieren begeistert. Fünf „Vorhänge“ erklatschen sich die Gäste, was die Künstler mit Verbeugungen quittieren. Publikum wie auch Akteure sind zufrieden. Bleibt die Frage, wie und womit es im nächsten Jahr weitergeht in Klein Leppin? Das kann ich noch nicht sagen“, erklärt ein geschafft aber zufrieden wirkender Steffen Tast. „Wir machen auf jeden Fall etwas. Was, das genau ist, wird sich zeigen.“

Von Andreas König

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