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Sükower tritt in die Fußstapfen des Vaters

Florian Block ist Maurermeister Sükower tritt in die Fußstapfen des Vaters

Der 27-jährige Florian Block aus Sükow ist frischgebackener Meister des Maurer- und Betonbauerhandwerks. Drei Jahre lang fuhr er an fast jedem Wochenende zum Zentrum für Gewerbeförderung in Götz zur Ausbildung. Freitags und sonnabends waren insgesamt über 1150 Unterrichtseinheiten zu absolvieren. Es war eine „harte Zeit“, sagt er. Ans Aufgeben habe er aber nie gedacht.

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Andreas Block ist stolz auf seinen Sohn Florian, der nun, wie er selbst schon vor vielen Jahren, den Meisterbrief errungen hat.

Quelle: Ulrich Fischer

Sükow. „Haben ist besser als brauchen – man weiß ja nie, was kommt, und wenn man es braucht, ist es meist zu spät“, sagt Florian Block auf die Frage, weshalb er die Mühen einer zeitaufwendigen Weiterqualifizierung auf sich nahm. Der 27-Jährige gehört zu den 209 neuen Meistern der Handwerkskammer Potsdam, die jüngst ihre Zeugnisse bekamen.

Er ist nun Meister des Maurer- und Betonbauerhandwerks. Die Liebe zu der Berufsrichtung wurde ihm schon in die Wiege gelegt: Über 20 Jahre war sein Vater Andreas im Baubetrieb Edgar Mohr tätig – von der Lehre an. Seit vielen Jahren bereits Meister, machte sich Andreas Block im Jahre 2010 selbstständig. Er kaufte seinem ehemaligen Chef die Firma ab.

Zu den übernommenen Angestellten zählt sein Sohn Florian. „Schon als Kind war mein Vater mein Vorbild, hatte ich den Wunsch, einmal Maurer zu werden“, sagt Florian Block. Vor sieben Jahren absolvierte er die Maurergesellen-Prüfung. Die Meisterausbildung begann er im Jahre 2012. „Ich wollte nicht stehenbleiben, mich in dem Beruf weiterbilden, der mir sehr viel Spaß macht“, so Florian Block.

Nach der Arbeit wurde abends noch gepaukt

Drei Jahre lang fuhr er an fast jedem Wochenende zum Zentrum für Gewerbeförderung in Götz bei Brandenburg zur fachpraktischen, fachtheoretischen, betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Ausbildung. Freitags und sonnabends waren insgesamt über 1150 Unterrichtseinheiten zu absolvieren. Sonntags zu Hause pauken, oft auch noch abends nach der Arbeit auf der Baustelle. Es war eine „harte Zeit“, sagt er. Ans Aufgeben habe er aber nie gedacht.

„Wenn da keine Firma dahintersteht“, sagt sein Vater, „sieht es ganz schlecht aus mit der Meisterausbildung. Freitags freigeben, für Prüfungen eine ganze Woche – da muss der Arbeitgeber schon mitspielen.“ Nicht unerheblich sind die finanziellen Belastungen. Über 6000 Euro sind für den Unterricht in Götz zu zahlen, hinzu kommt die Prüfungsgebühr. Florian Block: „Da kommt aber noch einiges hinzu: Fahrtkosten, Unterkunft, Arbeitsausfall.“

Es gibt aber finanzielle Fördermöglichkeiten, beispielsweise das Meister-Bafög, das einkommensunabhängig für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gewährt wird. Bei bestandener Meisterprüfung sowie Existenzgründungen mit Azubi oder Arbeitnehmer kann der Kreditnehmer einen gewissen Darlehenserlass beantragen.

Er arbeitet im väterlichen Betrieb

Florian Block wollte sich nicht auf Pump qualifizieren. Die seit Oktober dieses Jahres mögliche Gründungsprämie für neue Meister kommt für ihn ohnehin nicht in Betracht. Er will weiterhin im väterlichen Betrieb tätig sein – auch als Meister. Eine Betriebs­übernahme aus Altersgründen, wofür auch eine Prämie beantragt werden kann, steht lange nicht an.

Lehrlinge wurden im Bauunternehmen Andreas Block bisher nicht ausgebildet. „Wenn es Interessenten gibt an einer Lehre, würden wir künftig durchaus ausbilden“, sagt Jungmeister Florian Block. Doch Nachwuchs sei schwer zu finden in der Prignitz. Viele, die eventuell eine Ausbildung zum Maurergesellen ins Auge fassen würden, schrecke die Entfernung zum Zentrum für Gewerbeförderung in Götz ab. „Eine Tour sind 120 Kilometer“, sagt Florian Block.

Hauptbetätigungsfeld der Sükower Firma mit sieben Angestellten ist die Sanierung von Altbauten. Sehr viel Spaß gemacht hat Florian Block, wie er berichtet, mit seinen Kollegen dem früheren Wittenberger Lokschuppen, der jetzt ­Museum ist, zu neuem Glanz zu verhelfen oder die alten Speicher am Hafen der Elbestadt ­denkmalgerecht neu zu verklinkern.

Von Ulrich Fischer

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