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Prignitz Suren-Hansen-Markt in Perleberg
Lokales Prignitz Suren-Hansen-Markt in Perleberg
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00:18 09.03.2016
Mit Puppenbühne und Kinderkarussell kamen in diesen Jahr auch die kleinen Besucher auf ihre Kosten. Quelle: Michael Beeskow
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Perleberg

„Die Küche bleibt heute geschlossen.“ Mit dieser Devise zog es am Samstag viele Besucher auf den Suren-Hansen-Markt in Perleberg. „Wir drehen erstmal eine Runde“, meinte eine Marktbesucherin. „Und dann entscheiden wir, wo wir uns anstellen.“ Ihr Mann fügte hinzu: „Wir wissen noch nicht, wo wir uns anstellen, dort, wo die Schlange lang oder wo sie kurz ist.“

Einer, der seine Runde schon gedreht hatte, war Dietmar Ziegan, Perlebergs landjähriger Bürgermeister. „Es gibt viele Angebote“, stellte er fest. Er begrüßte, dass das Fest zum Ausklang der Knieperkohlsaison wieder wie früher auf dem Großen Markt stattfindet. Auf dem Schuhmarkt sei es zwar kuschlig, aber eben doch etwas beengt. Der große Truck mit der wetterfesten Puppenbühne in seinem Innern, das Kinderkarussell, das geräumige überdachte Festzelt sowie die zahlreichen Stände hätten kaum zusammen Platz auf dem Schuhmarkt gefunden – höchstens übereinander. „Ich bin froh, dass es diese Wettbewerbe mit dem Essen nicht mehr gibt“, stellte Dietmar Ziegan fest. Das Wort Fresswettbewerbe wollte er nicht gebrauchen.

Reger Andrang herrschte wieder am Stand der Gaststätte „Lübzower Schweiz“. Quelle: Michael Beeskow

Durch die Angebote für Kinder nahm der Markt in diesem Jahr eher den Charakter eines Familienfestes an. Aber das Markttreiben erwies sich vor allem als Stelldichein der Knieperfreunde aus der ganzen Prignitz. Der Knieperfuchs aus Pritzwalk erschien höchstselbst. „Aber mit dem Kostüm, das schaffe ich nicht mehr aus gesundheitlichen Gründen“, erklärte Horst Fenske. Die Zeiten, da er mit einem eigenen Stand sich am Marktgeschehen beteiligt und aus seiner Knieperfibel vorträgt, gehören der Vergangenheit an. Wie er ankündigte, wird der Knieperfuchs aber auch in diesem Jahr in der Lindenberger Kleinbahn Pollo mitfahren. Allerdings werde dann nicht er im Kostüm stecken, sondern ein Familienmitglied.

Und weil der Suren-Hansen-Markt auch ein Treffpunkt ist, lief Horst Fenske zufällig dem Perleberger Historiker Jens Nering in die Arme. Emma Fenske, die Großmutter von Horst Fenske, betrieb in Perleberg in der Wittenberger Straße eine Fleischerei in den Räumen, wo sich viele Jahre der Laden Fernseh-John befand. „Um die Fleischerei kümmerte sich aber ihr Mann“, berichtete Horst Fenske. Seine Großmutter führte einen stadtbekannten Mittagstisch in der Artilleriestraße – heute Rudolf-Breitscheid-Straße. Horst Fenske stellt Jens Nering Fotos aus dieser Zeit zur Verfügung für dessen neuestes Buch über das Geschäftsleben in Perleberg. Zu seinen Filmaufnahmen beim Suren-Hansen-Markt hüllte sich Filmemacher Jens Nering in Schweigen. „Ich will das Leben in der Stadt dokumentieren.“ Ob damit ein konkretes Filmprojekt verbunden ist, ließ er offen.

Bernd Schneider ließ sich die Knieperbratwurst munden. Quelle: Michael Beeskow

Als Genießer erlebte Bernd Schneider aus Kuhbier den Markt. Viele Jahre hatte er Knieperkohl für die ganze Prignitz herstellt. 2014 übernahm Jeannine Groth aus Preddöhl die Produktion. Am Stand der Fleischerei Hildebrandt aus Kletzke ließ sich Bernd Schneider ein besonderes Knieperprodukt munden: die Knieperbratwurst. „Da ist Knieper drin“, erklärte Sylke Hildebrandt. „Und mit etwas Ananas verfeinert.“ Für Bernd Schneider gilt nach wie vor die Knieperkohlsaison von Oktober bis März. „Danach ist Schluss“, verkündete er. Um Knieper richtig genießen zu können, rät er: „Man muss einen gesunden Hunger aufbauen.“

Das ganze Jahr über ist Knieperkohlsaison in Preddöhl

Das ganze Jahr über ist Knieperkohlsaison für Jeannine Groth in Preddöhl (Amt Meyenburg). An ihrem Stand konnten sich die Besucher mit einer Vielzahl an Knieperprodukten eindecken, von einer Soljanka bis zu Knieper im Glas. Mehr als zehn Tonnen verarbeitet sie jährlich. Grünkohl und Markstammkohl wird selbst angebaut, Weißkohl hinzu gekauft. Viele Gaststätten in der Prignitz und darüber hinaus beziehen von ihr den Knieper.

Zu denen, die es sich schmecken ließen, gehörte Rolf Dierks: „Knieper ist Tradition.“ Und Fred Lotz, mit 88 Jahren vielleicht der älteste Besucher, meinte: „Das ist mal etwas anderes.“ Knieper müsse säuerlich schmecken und etwas Fettes gehöre dazu. Seine Großmutter habe immer gesagt: „Da muss eine Sau durchgelaufen sein.“

Von Michael Beeskow

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