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Syrischer Koch fand in Wittenberge Arbeit

Flüchtling will sich Existenz aufbauen Syrischer Koch fand in Wittenberge Arbeit

Er ist seit 20 Jahren Koch, arbeitete bis vor einem Jahr im eigenen Restaurant in Damaskus. Doch der Krieg nahm Almuntajab Alaani die Wohnung, das Auto, die gesamte Existenz. Er floh nach Deutschland und holte vor vier Monaten seien Frau und die sechs Kinder nach. Jetzt fand er Arbeit bei der Wittenberger Cateringfirma Lucullus – natürlich als Koch

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Der syrische Flüchtling Almuntajab Alaani arbeitet seit einigen Tag als Koch bei der Wittenberger Firma Lucullus.Restaurantfachfrau Carmen Röbler schätzt seien zügige, akkurate Arbeitsweise.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. Nein, einen Deutschkurs konnte er noch nicht besuchen, sagt Almuntajab Alaani. Was der 42-jährige Familienvater aus der syrischen Hauptstadt Damaskus an deutschen Wörtern kennt, hat er sich von seinen Kindern beibringen lassen. Oder auf von seinen neuen Kollegen der Arbeit gelernt. Almuntajab Alaani arbeitet seit einigen Tagen bei der Wittenberger Cateringfirma Lucullus. Er hat schon in großen Hotels in Saudi-Arabien und im Libanon gekocht, und auch in seiner syrischen Heimat stand er am Herd und in der Küche. Zuletzt in einem eigenen kleinen Restaurant, wie er sagt. Bis der Krieg alles zerstörte, seine Wohnung, sein Auto, seine Existenz.

Almuntajab Alaani beschloss, wie so viele seiner Landsleute zu fliehen. Seine Familie holte er vor vier Monaten nach. Gemeinsam mit seiner Frau hat er sechs Kinder, von 14 Jahren bis zum Kindergartenalter. Klar, dass sie all versorgt werden müssen. Doch das ist nicht so einfach als Flüchtling. Eine Arbeitserlaubnis gibt es nämlich in der Regel erst, wenn der Status als Kriegsflüchtling anerkannt wird.

Jobcenter betreut derzeit 80 Flüchtlinge

Da traf es sich gut, dass Almuntajab Alaani bei einer Veranstaltung des SPD-Unterbezirks Prignitz dabei war. Dort wurde Gordon Werber, Geschäftsführer des Jobcenters Prignitz, auf den Mann aus Syrien aufmerksam. „Ich erkannte sein Potenzial“, sagte Gordon Werber am Mittwoch. Dass 20 Jahre Berufserfahrung als Koch für die vom Fachkräftemangel gebeutelte Gastronomiebranche in der Prignitz von Vorteil sind, sah auch Uwe Jürgen vom gemeinsamen Arbeitgeberservice des Jobcenters und de Arbeitsagentur. Lars Meiswinkel, Geschäftsführer der Firma Lucullus, sucht immer Personal, vor allem Köche. Almuntajab Alaani durfte den Betrieb zunächst in einem Praktikum kennenlernen und wurde nun fest eingestellt.

„Das ist ein besonders gelungenes Beispiel für die Integration von geflüchteten Menschen“, sagt Melanie Speck, Sprecherin der Arbeitsagentur Neuruppin. Es sei das Bestreben der Agentur und des Jobcenters, Flüchtlinge bei denen das möglich ist, möglichst in den Arbeitsmarkt zu integrieren, statt sie zum Nichtstun zu zwingen. Im Falle des syrischen Kochs habe es sich von besonderem Vorteil erwiesen, dass Arbeitsagentur, Jobcenter und damit der Landkreis Prignitz eng zusammenarbeiten. „Noch bis zum Jahresende können wir als Jobcenter Sprachkurse für Flüchtlinge anbieten“, sagt Gordon Werber. Die Mittel stammen aus einem Sonderfonds der Bundesagentur für Arbeit. Gegenwärtig betreut das Jobcenter 80 Flüchtlinge, darunter 22 Jugendliche unter 25 Jahren“, informiert der Geschäftsführer. Tätig werden darf das Jobcenter in der Regel erst, wenn ein Aufenthaltstitel vorhanden ist, also mindestens die Duldung der Asylbewerber. Unabhängig davon gibt es die Anerkennung von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten Syrien, Iran, Irak und Eritrea. Doch auch wenn noch kein Aufenthalttitel vorliegt, beginnen Jobcenter und Arbeitsagentur bereits mit der Vorbereitung der Integration. „Auch nach dem Wegfall der Sprachkurse gibt es Möglichkeiten, in berufsvorbereitenden Lehrgängen Sprachkenntnisse zu vermitteln“, ergänzt Ina Kaiser-Hagenow, Teamleiterin des Arbeitgeberservices,

Für Lars Meiswinkel ist der syrische Koch ein Glücksfall. „Es gibt wirklich wenig, was man ihm sagen muss“, erklärt der Chef. Auch seine Kollegin Carmen Röbler schätzt Almuntajab Alaanis zügige, akkurate Arbeitsweise. Lucullus ist ohnehin international. Die Firma bildet Ungarn, Kroaten, Bulgaren und Spanier aus, beschäftigt Russen und einen Syrer.

Von Andreas König

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